Gespräch · Cuno
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„Für den Saftsack? Gut, dass du den Cunmeister das fragst.“ Er nickt und versucht dabei, älter zu wirken. „Cuno weiß von ’nem Kühlschrank, ideal zum Einfrieren von Schw*****ln.“
„Der Hackbraten hat’s eilig. Aber was springt für den Großen Cuno dabei raus?“ Er verschränkt die Arme. „Wie sieht Cunos Return on Investment aus?“
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Er weiß nicht, was das bedeutet. Dieses Gespräch über alles Bürgerliche und so ’n Scheiß hat die Sache nicht leichter gemacht.
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Jemand hat Cuno offen herausgefordert, indem er in seinem Territorium gemordet hat. Es ist zu seinem eigenen Vorteil, wenn er den Täter in die Schranken weist.
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„Irgendein arroganter Pisser meint, er kann einfach so im Königreich des Großen Cuno morden, ohne den Großen Cuno vorher zu fragen? Für mich hört sich das nach Gesetzlosigkeit an.“
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Eine finstere Flamme schwelt in Cunos Augen, als er über dein Argument nachdenkt – wortlos, so wie ein König.
„Das Schicksal dieses Verbrechers liegt in deinen Händen. Statuieren wir ein Exempel an ihm. Hilf mir, ihn mit dem Einsatz von Kühlschrankleichen-Technologie zu orten.“
„Alles klar. Cuno hört dich an. Siehst du die Scheißhütte da drüben?“ Er zeigt auf das teilweise eingestürzte Gebäude mit dem Buchladen.
Als du an ihm vorbeisiehst – auf den bröckelnden Koloss, der einen Schatten auf dich wirft –, läuft dir ein kalter Schauer über den Rücken.
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„Schau im beschissenen Keller nach, Bulle. Weißt du überhaupt irgendwas?“ Der Junge verdreht die Augen. „Man muss immer im Scheißkeller nachschauen. So voll aufklärermäßig.“
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„Da unten ist ein riesiger Kühlschrank. Der Saftsack passt da locker rein.“ Er nickt überzeugt. „Der sieht aus wie ’n weißer Bär oder so ’ne Scheiße. Piss dich nicht voll, wenn du den siehst.“
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- „Hör auf Cuno: Schau immer im Keller nach.“ Er nickt feierlich und verschränkt die Arme. „Cuno schaut immer in Kellern nach. Übelst tief.“
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„Durch den Buchladen. Du musst bei der Büchernutte winseln gehen. Früher ist man auch über die Türklingel da reingekommen; den Scheißweg haben sie versperrt. Die Büchernutte hat’s geändert. Cuno geht bei keinem winseln – also geht Cuno da nicht mehr rein.“
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„Er meint den Buchladen. Wir müssen …“ Er prüft seine Notizen. „… Plaisance fragen, die Mutter des Mädchens, das auf dem Platz Bücher feilbietet. Wir müssen Plaisance fragen, im Laden.“
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„Siehst du? Der Clard hat’s geschnallt“, sagt er und nickt dabei. „Hör auf deinen Vieraugenfreund.“
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„Dann probier’s noch ma’! Cuno ist nicht dein Gehirnsklave. Denken musst du schon selber, Bulle!“
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„Hör auf Cuno: Schau immer im Keller nach.“ Er nickt feierlich und verschränkt die Arme. „Cuno schaut immer in Kellern nach. Übelst tief.“
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„Von Cuno hast du die Info nicht, Bulle.“ Er sieht dich ernst an. „Aber vergiss nicht, wo du sie herhast.“
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„Und dir ist der beschissene Eisbärkühlschrank nicht aufgefallen?“ Der Junge lacht spöttisch. „Bulle, du brauchst ’n neues Paar Augen. Wie peinlich ist das denn?!“
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„Mir egal. Red nicht dagegen, wenn der Große Cuno was sagt.“ Er winkt plötzlich ab. „Du musst in die Scheißhütte rein. Tief rein.“
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Cuno ist ein armes Kind aus einer armen Gegend. Sag, dass dein Arbeitsplatz auf dem Spiel steht. Dafür wird er Verständnis haben.
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- Bin ich mir da wirklich sicher? Hört sich irgendwie schwach an …
- „Junge, das ist eine ernste Sache. Mein Arbeitsplatz steht auf dem Spiel. Wenn ich das nicht hinbekomme, könnte ich gefeuert werden …“
- Das wage ich stark zu bezweifeln. Um Klassensolidarität zu bitten, scheint in dieser Situation naiv zu sein.
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Nein, es ist nicht schwach. Es ist aufrichtig. Verwechsle Aufrichtigkeit nicht mit Schwäche. Sag es. Vertrau mir.
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„Junge, das ist eine ernste Sache. Mein Arbeitsplatz steht auf dem Spiel. Wenn ich das nicht hinbekomme, könnte ich gefeuert werden …“
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- Siehst du denn nicht, dass er rote Haare hat – die Farbe der Sozialdemokratie?
- Cuno ist ein armes Kind aus einer armen Gegend. Sag, dass dein Arbeitsplatz auf dem Spiel steht. Dafür wird er Verständnis haben.
- Nein, es ist nicht schwach. Es ist aufrichtig. Verwechsle Aufrichtigkeit nicht mit Schwäche. Sag es. Vertrau mir.
- Vertrau mir einfach. Er wird Verständnis aufbringen, wenn er weiß, dass du wegen dieser Sache deinen Arbeitsplatz verlieren könntest.
- Nicht alle. Sozialdemokraten tragen ihr Herz am rechten Fleck. Einige von ihnen können wertvolle Verbündete werden, nachdem man sie bekehrt hat.
„Ich habe fast alles verloren, Cuno. Mein Gedächtnis, mein Geld, selbst meinen Namen … Ich darf nicht auch noch meine Arbeit verlieren! Bitte, BITTE hilf mir …“
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„Ähm …“ Die Augen des Lieutenants blitzen hinter seiner Brille auf. „So dramatisch ist es auch wieder nicht. Wir können die Leiche einfach zur Kriminaltechnik schicken …“
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„So was Lahmarschiges ist Cuno noch nie untergekommen …“, sagt er, mehr oder weniger zu sich selbst. „Hör ma’, Bulle … Würdest du ’nen Scheiß drauf geben, wenn du Cuno wärst?“
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- „Stimmt schon, Cuno. An deiner Stelle wäre es mir wahrscheinlich egal …“
- „Hier geht es nicht um mich, Cuno, sondern um die Leute, denen ich helfen will. Für mich ist es sowieso schon zu spät …“
- „Wenn du es mir nicht sagst, muss ich andere Leute fragen, und das dauert zu lange … Die Leiche verwest …“
- Das funktioniert überhaupt nicht. Du hast mich belogen, Goldzünglein.
„Siehst du, Trauerklops …“ Er wird merkwürdig geduldig und erklärt: „Cuno scheißt auf diese traurige Scheiße. Deine traurige Scheiße.“
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„Also, wie wär’s, wenn du wenigstens versuchst, den Großen Cuno zu unterhalten – oder dich einfach von seinem Tatort verpisst?“