Gespräch · Limbisches System
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Hier sind wir wieder, mein verletztes Vögelchen. Die Wellen brechen herein … tragen dich davon … aber du kannst nicht weg. Nein, du musst bleiben. Immer zur Hälfte deiner selbst bewusst.
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Es liegt an deinem widerlichen Körper. Selbst im Schlaf spürst du, wie ihn ein schwaches Unbehagen durchflutet. Dein Bauch und deine Flanken sind unangenehm wund. Du würdest dich am liebsten in Embryonalstellung zusammenrollen, aber das kannst du nicht – wegen der SCHMERZEN.
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Und davon gibt es jede Menge. Allgegenwärtig in deinen Organen. Es ist, als hätte jedes einzelne davon sein ganz eigenes Klagelied zu singen.
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Der Schmerz in deiner rechten Bauchseite ist übrigens deine vergrößerte Leber. Was deine Nieren angeht … In letzter Zeit hast du den Schaden nur noch schlimmer gemacht. Und glaub mir, du willst ganz bestimmt nicht, dass ich ins Detail gehe.
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Jede Zelle deines Körpers jammert vor Qualen und fragt sich: „Womit haben wir das verdient?“
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- Der Schmerz in deiner rechten Bauchseite ist übrigens deine vergrößerte Leber. Was deine Nieren angeht … In letzter Zeit hast du den Schaden nur noch schlimmer gemacht.
- Der Schmerz in deiner rechten Bauchseite ist übrigens deine vergrößerte Leber. Was deine Nieren angeht … In letzter Zeit hast du den Schaden nur noch schlimmer gemacht. Und glaub mir, du willst ganz bestimmt nicht, dass ich ins Detail gehe.
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Endlich denkst du mal nicht nur an dich. Wollen wir doch mal sehen, wie weit dich das bringt.
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- Ich dachte, ich wäre im Expresszug in die Stille!
- Ich bin ein Künstler, und der Leberschaden ist meine Form der Kunst.
- Das ist nur meine gerechte Strafe. Ich werde diesen Schmerz mit Würde ertragen.
- Warte mal, war das hier nicht der Expresszug nach Scheißdraufburg?
- Hey, was ist hier los? Ich war im Expresszug nach Nullholm!
- Nein, bitte … Wo ist das gesegnete Nichts? Die süße Besinnungslosigkeit?
- Ich glaube, ich … brauche ärztliche Hilfe.
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- Endlich denkst du mal nicht nur an dich. Wollen wir doch mal sehen, wie weit dich das bringt.
- Woran das wohl liegen könnte? Was für Liebe soll sich denn an einer aufgedunsenen Beinaheleiche entzünden?
- Ja, dein Körper ist ein System, und es lässt dich im Stich, weil du es im Stich lässt.
- Aber dieses Leiden – es muss doch irgendetwas bedeuten … Eine Geschichte, die sich daraus ergibt. Vielleicht sogar eine, die du selbst schreibst?
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Jetzt bist du leider entgleist, Baby; jetzt sitzt du hier neben den Gleisen, steckst fest und bewunderst das Wrack um dich her. Du kannst einfach nicht anders: Du musst dich ansehen, die Endsumme deiner Errungenschaften …
Du steckst hier fest. Zwischen den Welten. Könntest ja mal versuchen, dir andere Leute anzusehen. Richtig anzusehen, meine ich. Aber warum solltest du das schon tun?
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- Oh ja, Baby. Rahme dein Leid einfach ein und gib es als Meisterwerk aus. Dabei gibt’s nur ein Problem: Keiner sieht zu. Es ist öde, Kumpel, öde wie der Tod.
- Hier gibt es keine Würde … nur Reflexionen deiner Körpermasse. Erinnerungsfetzen vom Tag. Ständig kommst du wieder vor den Spiegel gekrochen – aber warum? Um all deine Errungenschaften zu bewundern?
- Jetzt bist du leider entgleist, Baby; jetzt sitzt du hier neben den Gleisen, steckst fest und bewunderst das Wrack um dich her. Du kannst einfach nicht anders: Du musst dich ansehen, die Endsumme deiner Errungenschaften …
- Sei nicht dumm, Harry, das wird nicht passieren. Im Krankenhaus machen sie keine neuen Nieren und Lebern. Du kannst nur beten, dass es vorübergeht – während du in die flackernde Dunkelheit starrst.
- Du hattest deine Chance, Harry, mein Junge, und du hast sie in den Wind geschlagen. Hast angefangen, dich zu winden und ach so tapfer zu sein – jetzt ist die schwarze Mitte verschwunden. Du wirst sie nie wiedersehen.
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Wenigstens sind sie interessant. In jedem von ihnen läuft ein Prozess ab, genau wie bei dir – in dem Raum zwischen ihren Ohren, voller Geheimnisse.
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Die Leute sind schön. Statuesk. Parodien und Tragödien von sich selbst. Eine große Demokratie der Wesen …
Was treibst du hier eigentlich? Kommst du etwa zu einer höheren Erkenntnis? Sieh dir die ganzen Lichter an! Tauchen auf und verschwinden wieder – Gedanken! Du gibst nur vor, zu schlafen, täuschst dich damit sogar selbst. Und draußen dreht die Welt sich ohne dich weiter …
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… Aber sie scheint dich nie loszulassen, stimmt’s? Zeit, aufzustehen und den glitzernden Schweiß wegzuwischen, so gut es geht. Sammle dich wieder. Zeit für Rock and Roll.
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Wie viele Versprechen hat der feine Harry in letzter Zeit gehalten? Versprechen, die du der großen, durchsichtigen Welt gegeben hast, der Zärtlichkeit?
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Ihr seid ehrenwert und rechtschaffen, Majestät. Die Niedertracht ist eine Eigenschaft der Schlangen! Sie züngeln zischend stets im Gras …
Frauen. Es sind die Frauen. Achte auf die Frauen. Sie sind die Eidesbrecherinnen …
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Ach, Kleiner. Du bist bereits an dem anderen Ort. Heute Nacht gibt es keine Erholung für dich. Vielleicht ja morgen?
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Vielleicht könntest du … na ja … Du weißt schon … EINEN HAUFEN DROGEN NEHMEN! Bevor du schlafen gehst. Damit dürfte es klappen …
Wenn du das verdammte Ding lösen würdest, vielleicht wärst du dann zufrieden und müde. Würdest das komplette Puzzle in den Händen halten und … fertig!
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Oh ja, Baby. Rahme dein Leid einfach ein und gib es als Meisterwerk aus. Dabei gibt’s nur ein Problem: Keiner sieht zu. Es ist öde, Kumpel, öde wie der Tod.
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Hier gibt es keine Würde … nur Reflexionen deiner Körpermasse. Erinnerungsfetzen vom Tag. Ständig kommst du wieder vor den Spiegel gekrochen – aber warum? Um all deine Errungenschaften zu bewundern?
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Du hattest deine Chance, Harry, mein Junge, und du hast sie in den Wind geschlagen. Hast angefangen, dich zu winden und ach so tapfer zu sein – jetzt ist die schwarze Mitte verschwunden. Du wirst sie nie wiedersehen.
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Oh ja. Sie werden dich untersuchen, dir ein paar Tabletten geben, und dann ist alles wieder gut. Die Wundermacher.
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Sei nicht dumm, Harry, das wird nicht passieren. Im Krankenhaus machen sie keine neuen Nieren und Lebern. Du kannst nur beten, dass es vorübergeht – während du in die flackernde Dunkelheit starrst.
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Ja, dein Körper ist ein System, und es lässt dich im Stich, weil du es im Stich lässt.
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Woran das wohl liegen könnte? Was für Liebe soll sich denn an einer aufgedunsenen Beinaheleiche entzünden?
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Aber dieses Leiden – es muss doch irgendetwas bedeuten … Eine Geschichte, die sich daraus ergibt. Vielleicht sogar eine, die du selbst schreibst?
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Der Schmerz in deiner rechten Bauchseite ist übrigens deine vergrößerte Leber. Was deine Nieren angeht … In letzter Zeit hast du den Schaden nur noch schlimmer gemacht.