Gespräch · Cuno
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Das Gesicht des Mädchens erscheint wieder am Zaun – gerade lange genug, um Augenkontakt mit Cuno aufzunehmen.
Sie weiß nicht, ob sie froh sein soll, weil Cuno endlich von der Lahmarschigkeit überzeugt ist … oder eher besorgt, weil er weiterhin in der ersten Person von sich spricht. Cuno ist Cuno und kein ich.
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„Was zur Hölle wollen die überhaupt damit fangen?“, fragt er dich, bevor du gehst. „Mit den Fallen?“
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„Die Nutte denkt wohl, dass Cuno von nix ’nen Plan hat …“, sagt er wütend. „Verpiss dich, Cuno hat null Bock mehr auf den Scheiß.“
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Als du fortgehst, bemerkst du, dass seine Haltung sich verändert hat. Sein gockelartiges Schwanken ist langsamer geworden. Wie ein Uhrwerk, das sich entspannt.
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Zwischen den beiden Kindern herrscht Stille. Weder reden sie miteinander, noch sehen sie sich an.
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„Verpiss dich …“, sagt er, ohne völlig von sich überzeugt zu sein. „Cuno hat null Bock mehr auf den Scheiß.“
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„Cuno und ich haben darüber geredet. Ich habe ihm versprochen, dass ich das nicht machen werde.“
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„Cuno hat Cuno erschaffen. Cuno redet so, wie er verdammt noch ma’ will! Hier gibt’s keine Regeln, Bulle.“ Er kommt näher heran …
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„Scheiße, ich entscheid’ selber, wann ich ich und wann ich Cuno sag’. Cuno ist frei. Es ist Cunos beschissene Entscheidung, wann er draufgeht, Nutte.“
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(Du nickst.) „Kunst zu erschaffen, ist eine ehrwürdige Berufung. Ich selbst bin auch manchmal so was wie ein Künstler.“
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„ACH DU SCHEISSE, CUNO! Noch drei Sekunden oder so, dann macht der aus dir ’nen kompletten Lahmarsch! Lass das nicht zu, Cuno!“
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„Cuno, das Bullenschwein will dir\nhelfen …“, mault sie. „So lahmarschig ist das. Bitte sag jetzt nicht, dass du ein …“
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„Ein Künstler bist?“ Er schiebt seine Hühnerbrust vor. „Vielleicht bin ich ja ein Künstler. Hört ihr das auch alle? Ich bin jetzt ein beschissener Künstler.“
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„Dein Gehirn ist nicht für den Scheiß gemacht. Kein Gehirn der Welt kommt auf Cunos Scheiß klar.“
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„Nein, du hörst auf! Die sind wie die verfickte Nacht. Die Heuschreckenstadt, Night City, die Stadt des Zorns …“
„Erst sagst du, dass dir Insekten scheißegal sind, und dann ziehst du los und errichtest eine ganze Insektenstadt.“
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„Keine Insektenstadt, es ist die Stadt der Heuschrecken“, sagt er und spricht jede Silbe davon überdeutlich aus. „Heuschrecken sind nicht einfach nur beschissene Insekten. Die tauchen wie ein verfickter Schatten am Himmel auf. Und dann stürzen sie sich herab.“