Gespräch · Stempeluhr/Münztelefon
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- Weiter
- Das bereits vertraute Gefühl von kaltem Plastik begrüßt dich, als du den Hörer abnimmst.
- Das Münztelefon hängt stumm an der Wand. Hier gibt es nicht mehr viel zu tun.
- Weiter
- Von der Wand blickt eine imposante Kombination aus Stempeluhr und Münztelefon auf dich herab. An der Seite hängt ein Zettel: „Wertmünzen streikbedingt nicht verfügbar. Kleingeld benutzen.“
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Der Apparat schluckt deine Münze und scheint deinen nächsten Schritt abzuwarten.
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Du lässt dein motorisches Gedächtnis eine zufällige Nummer wählen.
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Deine Finger huschen über das Tastenfeld. „005…“ – das ist die Vorwahl von Revachol – „…49-52…“ Schließlich zögerst du kurz, ehe du die letzten drei Ziffern eingibst: „…993“.
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… es knistert und jemand abnimmt! Die Person sagt: „Video Revachol, Ihr Rund-um-die-Uhr-Videoverleih. Lemmy am Apparat. Wie kann ich Ihnen weiterhelfen?“
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Die Stimme des Jugendlichen am anderen Ende der Leitung klingt so begeistert wie die eines Mannes, der zum Galgen schreitet.
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„Bei Video Revachol. Wir sind ein rund um die Uhr geöffneter Videoverleih und verleihen 8- und 10-mm-Filme für den Heimgebrauch. Sie sprechen mit Lemmy.“
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„Haben Sie vielleicht angerufen, um Ihre Leihfrist zu verlängern? Müssen Sie Ihre Leihfrist verlängern?“
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- „Mein Name ist Raphaël Ambrosius Costeau. Haben Sie mich in Ihrer Kundenkartei?“
- Du hängst leise den Hörer auf. [Ende.]
- „Mein Name ist Harry Soundso. Haben Sie mich in Ihrer Kundenkartei?“
- „Mein Name ist Harry Du Bois. Haben Sie mich in Ihrer Kundenkartei?“
- „Mein Name ist Harrier Du Bois. Haben Sie mich in Ihrer Kundenkartei?“
- „Vielleicht, aber ich weiß nicht einmal meinen Namen.“
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„Raphaël wie? Hören Sie, am Telefon kann ich nichts für Sie tun.“ Jetzt klingt er verärgert. „Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, können Sie uns an der Ecke Voyager/Hauptstraße einen Besuch abstatten. Wär’s das?“
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- „Soundso? Hören Sie, ich kann nichts für Sie tun.“ Jetzt klingt er verärgert. „Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, können Sie uns an der Ecke Voyager/Hauptstraße einen Besuch abstatten. Wär’s das?“
- „Raphaël wie? Hören Sie, am Telefon kann ich nichts für Sie tun.“ Jetzt klingt er verärgert. „Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, können Sie uns an der Ecke Voyager/Hauptstraße einen Besuch abstatten. Wär’s das?“
- „Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, können Sie uns an der Ecke Voyager/Hauptstraße einen Besuch abstatten.“ Jetzt klingt er verärgert. „Am Telefon kann ich nichts für Sie tun. Wär’s das?“
- „Hören Sie, Mann, ohne Ihren Nachnamen kann ich nichts für Sie tun.“ Jetzt klingt er verärgert. „Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, können Sie uns an der Ecke Voyager/Hauptstraße einen Besuch abstatten. Wär’s das?“
An der Ecke Voyager/Hauptstraße hängt ein großes Neonschild an der Seite eines Gebäudes: „Video Revachol, 24h“. Es regnet, und auf der Straße ist fast kein Verkehr. Im Matsch sind die Fußspuren einer Frau zu sehen, die von der Eingangstür wegführen.
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- „Geben Sie uns den Film im Laden an der Ecke Voyager/Hauptstraße zurück, falls Ihnen das möglich ist.“
- Er glaubt, dass du ihm einen Streich spielst.
- „Kein Wunder, dass den niemand vermisst hat“, schlussfolgert er. „Trotzdem wäre es schön, wenn Sie uns den Film zurückgeben könnten. Wir sitzen an der Ecke Voyager/Hauptstraße.“
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Zierliche Absätze, die die Straße entlangtänzeln. Anmutige Schritte, leichtfüßig, das Leben noch vor sich. Du siehst nach oben, und der Himmel scheint sich zu verdunkeln.
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Plötzlich beschleicht dich das Gefühl, dass du nichts mehr über Videoverleihe hören willst. Du willst von gar nichts mehr etwas hören. Es war alles beschissen. Es ist vorbei.
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Dein Gesprächspartner trennt die Verbindung. Aus dem Hörer dringt nur noch das unangenehme Tuten des Abbruchsignals.
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„Hören Sie, Mann, ohne Ihren Nachnamen kann ich nichts für Sie tun.“ Jetzt klingt er verärgert. „Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, können Sie uns an der Ecke Voyager/Hauptstraße einen Besuch abstatten. Wär’s das?“
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„Soundso? Hören Sie, ich kann nichts für Sie tun.“ Jetzt klingt er verärgert. „Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, können Sie uns an der Ecke Voyager/Hauptstraße einen Besuch abstatten. Wär’s das?“
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„Lassen Sie mich kurz im System nachsehen …“ Im Hintergrund werden Tasten gedrückt. „Du Bois … Du Bois …“
„Na bitte! Sie haben seit fünf Jahren nichts ausgeliehen, aber seit November 46 scheinen Sie eine Kopie von Blue Ocean Hell zu Hause liegen zu haben. Puh, der Film geht nicht gerade als Komödie durch.“
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„Geben Sie uns den Film im Laden an der Ecke Voyager/Hauptstraße zurück, falls Ihnen das möglich ist.“
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„Äh … Der Film ist keine leichte Kost.“ Er liest vor: „‚Nach dem Tod seiner Tochter und der darauf folgenden Scheidung versucht der aus Zsiemsk stammende Einwanderer Igidius Wójcik, sich mit seiner beginnenden Demenz zu arrangieren …“
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„Kein Wunder, dass den niemand vermisst hat“, schlussfolgert er. „Trotzdem wäre es schön, wenn Sie uns den Film zurückgeben könnten. Wir sitzen an der Ecke Voyager/Hauptstraße.“
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„Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, können Sie uns an der Ecke Voyager/Hauptstraße einen Besuch abstatten.“ Jetzt klingt er verärgert. „Am Telefon kann ich nichts für Sie tun. Wär’s das?“
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„Das weiß ich leider nicht. Wir sind ein Videoverleih. Vielleicht leihen Sie hier Videos aus?“
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Es ist unklar, ob du tatsächlich ein motorisches Gedächtnis hast. Momentan zeichnet dein Finger bloß irgendwie okkulte Muster in die Luft.
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Was soll daran knifflig sein? Man probiert es einfach so lange, bis es funktioniert. Es braucht lediglich Motivation und Übung.
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Das bereits vertraute Gefühl von kaltem Plastik begrüßt dich, als du den Hörer abnimmst.
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Von der Wand blickt eine imposante Kombination aus Stempeluhr und Münztelefon auf dich herab. An der Seite hängt ein Zettel: „Wertmünzen streikbedingt nicht verfügbar. Kleingeld benutzen.“