Gespräch · Weißdornbaum
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Der knorrige Weißdornbaum an der Rue de Saint-Ghislaine. Eine frostige Brise weht vorbei und lässt das Tonband flattern.
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Der knorrige Weißdornbaum an der Rue de Saint-Ghislaine trotzt den winterlichen Böen mit Leichtigkeit.
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Diese plötzliche Zurschaustellung von Fürsorge und Emotionen ändert nichts an den verletzten Gefühlen des Baumes, du manipulativer Mistkerl.
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Die jüngeren Stängel und Zweige sind besetzt mit spitzen Dornen, die deine Hand zerkratzen.
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Der Lieutenant sieht erst dich an, wie du dem Baum etwas entgegenmurmelst, und wirft dann einen Blick auf seine Armbanduhr. „Vielleicht sollten wir uns wieder dem Fall widmen.“
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Der Baum sieht zu und schweigt. Zweifellos plant er bereits seinen nächsten Zug gegen die Menschheit. Das bronzefarbene Tonband schlingt sich um seine Äste.
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Der Baum sieht schweigend zu. Zweifellos plant er bereits seinen nächsten Zug gegen die Menschheit.
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- Behalte diese Bäume im Auge. Sie führen nichts Gutes im Schilde.
- „Ja. ‚Eines Tages wird Gras unsere Städte überwuchern‘ und so weiter …“ Er richtet den Blick auf den Baum. „Sehr poetisch. Wir sollten uns lieber nicht damit aufhalten – immerhin haben wir einen Mordfall aufzuklären, nicht wahr?“
- Wahrscheinlich verstehen Bäume das Konzept von Fairness nicht. Von nun an solltest du dich in Acht nehmen …
- Der Lieutenant sieht erst dich an, wie du dem Baum etwas entgegenmurmelst, und wirft dann einen Blick auf seine Armbanduhr. „Vielleicht sollten wir uns wieder dem Fall widmen.“
- Pssssst! Lieber nicht laut aussprechen … Sonst wird ihnen bewusst, dass du es weißt!
- „Sie haben Ihre Hand auf einen Baum mit spitzen Dornen gelegt – was dachten Sie denn, was passieren würde?“
- Du sagst nichts.
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Wahrscheinlich verstehen Bäume das Konzept von Fairness nicht. Von nun an solltest du dich in Acht nehmen …
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„Sie haben Ihre Hand auf einen Baum mit spitzen Dornen gelegt – was dachten Sie denn, was passieren würde?“
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„Ja. ‚Eines Tages wird Gras unsere Städte überwuchern‘ und so weiter …“ Er richtet den Blick auf den Baum. „Sehr poetisch. Wir sollten uns lieber nicht damit aufhalten – immerhin haben wir einen Mordfall aufzuklären, nicht wahr?“
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Beim Tätscheln des Baumes entdeckst du einen kleinen Aufkleber, von dem kaum noch etwas übrig ist. Darauf steht: „BMR-Notruf: 8-100-2.“ Darunter eine Parole: „Menschheit, sei wachsam!“
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Der bronzene Bandsalat windet sich in einem seltsam natürlich wirkenden Geflecht um und durch das Geäst … Aber da ist etwas …
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Hinter diesem Durcheinander steckt eine verquere Logik … Du siehst die Enden des Tonbands, siehst, wie es flattert, sich dreht und windet … Allmählich erkennst du ein Muster darin. Nun kannst du es leichter entfernen.
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Mit langsamen und wohlüberlegten Bewegungen – du ziehst, verbiegst und entwirrst – gelingt es dir, das Tonband aus den Ästen zu befreien.
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In deiner Tasche knäult es sich zu einem Wirrwarr zusammen. Wenn du es bloß irgendwie neu aufspulen könntest, um dir die Aufnahme anzuhören …
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Der Lieutenant besieht sich den Bandsalat in deinen Händen. Erst jetzt, nachdem du das Band erfolgreich aus dem Geäst befreit hast, packt ihn die Neugier: „Was wollen Sie denn mit dem Tonband?“, fragt er.
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„Das ist für Eierkopf. Ich habe versprochen, seinen Van-Eyck-Jam etwas härter zu machen. Vielleicht ist das Tonband dabei eine Hilfe.“
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„Wie denn? Es ist kaputt und abgespult. Glauben Sie, Ihr neuer Kumpel weiß, wie man so etwas repariert?“
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- „Das hat etwas mit Ihrer Kirchengeschichte zu tun, oder? Ja, natürlich hat es das. Es ist zu beschädigt, um es abzuspielen – das ist Ihnen bewusst, oder? Und Eierkopf und seine Freunde wissen sicher nicht, wie man das in Ordnung bringt.“
- „Wie denn? Es ist kaputt und abgespult. Glauben Sie, Ihr neuer Kumpel weiß, wie man so etwas repariert?“
„In Ordnung.“ Anscheinend weiß der Lieutenant nicht so recht, was das bedeutet. „Sie könnten es auch im Pfandhaus auf der anderen Straßenseite reparieren lassen – wir sollten unsere Zeit nicht verschwenden.“
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Er sieht etwas ungeduldig auf seine Armbanduhr. „Wissen Sie, wir verdienen unseren Lebensunterhalt ja schließlich nicht mit dem Aufspulen von Tonbändern. Sondern mit dem Lösen von Mordfällen.“
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- „Sie könnten es auch im Pfandhaus auf der anderen Straßenseite reparieren lassen – wir sollten unsere Zeit nicht verschwenden.“ Er sieht etwas ungeduldig auf seine Armbanduhr.
- Er sieht etwas ungeduldig auf seine Armbanduhr. „Wissen Sie, wir verdienen unseren Lebensunterhalt ja schließlich nicht mit dem Aufspulen von Tonbändern. Sondern mit dem Lösen von Mordfällen.“
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Gute Idee. Vielleicht hat er das passende Werkzeug da – das Tonbandgerät im Pfandhaus nutzt ein ähnliches Band …
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„Mindestens einer der Raver muss doch wissen, wie man ein defektes Tonband repariert, wenn sie einen Nachtclub aufziehen wollen.“
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- „Das hat etwas mit Ihrer Kirchengeschichte zu tun, oder? Ja, natürlich hat es das. Es ist zu beschädigt, um es abzuspielen – das ist Ihnen bewusst, oder? Und Eierkopf und seine Freunde wissen sicher nicht, wie man das in Ordnung bringt.“
- „Wie denn? Es ist kaputt und abgespult. Glauben Sie, Ihr neuer Kumpel weiß, wie man so etwas repariert?“
„Sie könnten es auch im Pfandhaus auf der anderen Straßenseite reparieren lassen – wir sollten unsere Zeit nicht verschwenden.“ Er sieht etwas ungeduldig auf seine Armbanduhr.
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„Ich bin mir nicht sicher, aber das finde ich heraus. Vielleicht hat Eierkopf einen Tipp für mich.“
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- „Das hat etwas mit Ihrer Kirchengeschichte zu tun, oder? Ja, natürlich hat es das. Es ist zu beschädigt, um es abzuspielen – das ist Ihnen bewusst, oder? Und Eierkopf und seine Freunde wissen sicher nicht, wie man das in Ordnung bringt.“
- „Wie denn? Es ist kaputt und abgespult. Glauben Sie, Ihr neuer Kumpel weiß, wie man so etwas repariert?“
„Das hat etwas mit Ihrer Kirchengeschichte zu tun, oder? Ja, natürlich hat es das. Es ist zu beschädigt, um es abzuspielen – das ist Ihnen bewusst, oder? Und Eierkopf und seine Freunde wissen sicher nicht, wie man das in Ordnung bringt.“
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Du bekommst es nicht frei. Abgesehen davon, dass du dich an den Dornen gestochen hast und deine Finger bluten, hast du nichts erreicht.
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Der Weißdornbaum ist enttäuscht von deinem Verrat und deinen psychopathischen Tendenzen. Außerdem tut dir die Faust weh. Ein bisschen.
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Der Schmerz hat keine Bedeutung! Weide dich daran! Werde eins mit ihm! Lass dich von ihm stärken!
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Ja, dein Schmerz ist real. Der Schmerz eines Baumes ist stumm und geringwertig und uninteressant.
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„Haben Sie sich jetzt genug an madre natura ausgetobt?“ Er blickt auf seine Armbanduhr. „Wir sollten aufbrechen.“
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Ein bisschen? Sie tut höllisch weh! Der Schmerz wogt durch deine Knöchel und klingt dort nach … Er pulsiert langsam und erinnert dich an deinen Fehler.
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„Tolle Show, Herr Spezialagent.“ Er blickt auf seine Armbanduhr. „Sind wir hier fertig?“
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Der Weißdornbaum ist kein lebloses Objekt, sondern ein Lebewesen. Der dumpfe Schlag gegen die Rinde hallt voller Missbehagen nach.
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Zuerst berauscht dich der Zerstörungstrieb, als ob er deine Persona um etwas bereichere … Doch das Gefühl verschwindet schnell, und zurück bleibt nur traurige Leere.
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Der Weißdornbaum an der Rue de Saint-Ghislaine. In seinen Ästen hat sich ein bronzefarbenes Tonband verfangen, das im Wind flattert.
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Ganz wie versprochen … Du hast äonenlang hier gestanden und die widerwärtigen Abgase der Lastwagen und Wagen eingeatmet.