Gespräch · Anführer der Streikbrecher
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„Was Sie bedeutet …?“ Er zeigt auf einen winzigen Stern inmitten des Netzes aus Linien, weit weg vom Herzen des Mannes, beinahe auf seinem Bauch.
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„Ich kann Ihnen nur sagen, was der hier bedeutet. Nur der hier.“ Er kneift die Augen zusammen. Er ist so winzig. „Wollen Sie wissen, was hier passiert ist?“
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Der Lieutenant wendet sich an dich. „Ich denke, dass wir jetzt vielleicht sogar gehen sollten.“
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Er hält es offensichtlich nicht für eine kluge Idee, noch länger im Wespennest herumzustochern.
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„Unser Colonel befindet sich hier tief im Dschungel. Tief im verdammten Dschungel – auf Banaital, 41 … Es ist die Zeit des Monsuns. Er erledigt eine Aufklärungsmission.“
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Banaital ist eine der bewohnten Inseln des semenesischen Archipels, in der Nähe des Graus. Sie ist geprägt von ausgedehnten Urwäldern. Im Stellvertreterkrieg, der auf dem Gebiet der Inselbewohner ausgetragen wurde, diente sie den semenesischen Nationalisten als Ankerpunkt.
„Er hat einen Monat hinter feindlichen Linien verbracht und Kiptendörfer ausgespäht. Überall Insekten und Schlangen. Die Männer werden unruhig … Es wird vom Wechsel der Arbeitgeber geredet …“ Er leckt sich die Lippen, als sei er plötzlich betrunken.
Ein seltsames Gefühl scheint Besitz von ihm zu ergreifen. Das wird echt grausam. Dies ist deine letzte Chance, dir die Details zu ersparen.
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„Damals ist unser Junge noch Captain – aber er weiß, was in diesen Männern vorgeht. Wenn sie nicht bald etwas zu tun bekommen …“ Seine Stimme wird seltsam ruhig. Vom Recht auf Arbeit ist das alles weit entfernt. Sein Blick durchbohrt das Papier.
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„Bei Tagesanbruch begegnet er zwei Kipten, die es im Gebüsch am Fluss miteinander treiben. Vielleicht haben sie es auch nicht miteinander getrieben – vielleicht haben sie sich auch nur schöne Augen gemacht. Aber ich stelle mir gerne vor, dass sie es getrieben haben …“
„Den Jungen haben wir erschossen, mit dem war nichts anzufangen, aber das Mädchen … war hübsch. Vielleicht ein bisschen fett. Aber dafür nicht besonders alt.“
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„Was ist los, Milizionär …? Ist Ihnen nicht danach zumute?“ Er wirft einen Blick auf das Foto in deiner Hand und lächelt. „Dieser Mann war so viel wert wie tausend Lendenschurze. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“
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„Sie hat für ziemliches Vergnügen gesorgt. Eine Woche hat sie durchgehalten. In Sarge Masons Händen – das ist der Typ Mann, der dafür sorgen würde, dass sich der Häuptling da oben“, er nickt in Richtung des Mannes auf den Toren, „in die Hose scheißen und wie eine Fotze heulen würde – ist sie dann verreckt.“
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„Gott …“ Plötzlich bricht er in Gelächter aus. „Mason konnte sich einfach nicht von dem Mädchen trennen. Er hat der ausgekühlten Leiche die Titten abgeschnitten und sie gegessen, verdammte Scheiße. Hat gesagt, ab sofort würden Urgeister über ihn wachen …“
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Plötzlich hört er auf zu lachen. „Eine Woche später ist er in einem Bach ertrunken. Von wegen Geister.“
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Die Geschichte muss widersprüchliche Gefühle in ihm aufgewühlt haben. Einen Augenblick lang wirkt er erschöpft …
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„Nee, Sie haben es sich verdient.“ Er dreht sich langsam zum Tor und schreit: „Alles klar! FREIER HANDEL! DER WARENFLUSS DARF NICHT VERSIEGEN!“
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Das Foto in deinen Händen zeigt die mit Sternen übersäte Haut des Toten. Dutzende, Hunderte von ihnen funkeln in seiner toten Dermis.
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„Das ist bloß … die Natur. Dieser Mann“, er zeigt auf das Bild, „sagte immer, das Böse entstehe, wenn sich Natur und Geist am falschen Ort träfen.“
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- „Das ist bloß … die Natur. Dieser Mann“, er zeigt auf das Bild, „sagte immer, das Böse entstehe, wenn sich Natur und Geist am falschen Ort träfen.“
- „Darauf können Sie wetten.“
- „Nein – ich war in der Domain. In Jamrock. Habe als Türsteher gearbeitet.“
- Er hat Befehle. Und Befehl ist Befehl.
- „Nein. Ich war woanders. Das ist bloß eine Vermutung, was dieser eine kleine Stern auf seinem Bauch bedeuten könnte. Ich bin bloß ein Türsteher.“
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„Nein – ich war in der Domain. In Jamrock. Habe als Türsteher gearbeitet.“
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„Nein. Ich war woanders. Das ist bloß eine Vermutung, was dieser eine kleine Stern auf seinem Bauch bedeuten könnte. Ich bin bloß ein Türsteher.“
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„Langsam wird es mir zu viel mit der Maskerade. Ich will sie ablegen, aber …“ Er zuckt mit den Schultern.
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„Natürlich.“ Er dreht sich langsam zum Tor und schreit: „Alles klar. FREIER HANDEL! DER WARENFLUSS DARF NICHT VERSIEGEN!“
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„Ehrlich gesagt will ich es nicht wissen.“ (Du nimmst das Foto zurück.) „Sie haben ihn gekannt, richtig?“
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Wortlos nimmt er das Foto und sieht es sich an. Graue Augen huschen über die glänzende Oberfläche. Sein Gesicht ist regungslos.
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„Ehrlich gesagt …“, der Lieutenant wendet sich an dich, „denke ich, dass wir jetzt vielleicht sogar gehen sollten.“
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Er hält es offensichtlich nicht für eine kluge Idee, noch länger im Wespennest herumzustochern.
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Ein weiteres Knurren. Er widmet seine Aufmerksamkeit wieder den Toren und wirkt angespannt.
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„Wir ermitteln in einem Mordfall. Diese Tätowierungen befanden sich auf dem Körper des Opfers.“ (Du reichst ihm das Foto.)
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„RECHT AUF ARBEIT“, skandiert der Mann und wendet sich dann an dich. „Na, wieder da? Wollen Sie zeigen, dass die Miliz hinter uns steht?“
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- „Außerdem sind wir uns gar nicht so unähnlich.“ Er beugt sich zu dir vor. „Es hilft, wenn die Leute uns reden sehen – Bullen und Streikbrecher in trauter Eintracht. Das zeigt, dass die Behörden auf unserer Seite sind. Baut Vertrauen auf.“
- „RECHT AUF ARBEIT“, skandiert der Mann und wendet sich dann an dich. „Na, wieder da? Wollen Sie zeigen, dass die Miliz hinter uns steht?“
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„Wir reden vom Recht der Leute. Vom Recht der Arbeiter. Auf Erwerbstätigkeit. Darauf, Geld zu verdienen und ihre Familien zu ernähren.“
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Seine Worte klingen hölzern, seinem Tonfall mangelt es an Aussagekraft und Begeisterung. Fast wirkt es so, als reihe er auswendig gelernte Sätze aneinander.