Gespräch · Der Gehängte
Sprecher · 28
Der Gehängte
Kim Kitsuragi
Du
Cuno
Cunoesse
Willenskraft
Körperapparat
Empathie
Elektrochemie
Schmerzgrenze
Visuelles Kalkül
Logik
Innenleben
Mechanik
Reaktionsvermögen
Autorität
Schauder
Korpsgeist
Beherrschung
Enzyklopädie
Schauspielkunst
Rhetorik
Wahrnehmung (Sehen)- Entsetzliche Krawatte
Ausdauer
Wahrnehmung (Hören)
Konzeptbildung
Suggestion
Wann
- Tag 2 · Du untersuchst die Leiche noch einmal gründlich.
- 22:00 · 23:00 · 00:00 · 01:00 · 02:00 · 03:00 · 04:00 · 05:00 · 06:00 Weiter Weiter
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„Also gut. Die Kopfhaut blutet aufgrund einer postmortal durch einen Stein verursachten Verletzung. Am Wundrand keine Hinweise auf eine frühe Entzündungsreaktion. Ein am Tatort anwesender Täter hat gestanden, sie nach Eintritt des Todes verursacht zu haben …“
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Das Zugeständnis des Lieutenants hat tiefe Dankbarkeit in Cuno geweckt. Jetzt ist er still.
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An seiner Kopfhaut und Brust – wo der Tote von zahllosen Steinen getroffen wurde – klebt geronnenes Blut. Unter der Verletzungsbeschreibung befinden sich zwei Kästchen:
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„Die Nutte sagt, dass deine Verletzungen nicht tödlich waren, Cuno. Willst du dir das bieten lassen?“
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„Um den Hals herum verläuft eine dunkelrote Strangulationsmarke mit Hautabschürfungen, die am Genick unterbrochen ist. Die Breite der Unterbrechung beträgt … etwa 7 cm. Das Zungenbein ist gebrochen, die Wirbelsäule unversehrt.“
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„Auf der Haut sehe ich Einblutungen ober- und unterhalb der Strangulationsmarke. Tiefe der Marke: 1 cm. Keine Kratzspuren von Fingernägeln am Hals.“
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Unter der Notiz warten zwei Kästchen auf einen Haken. Der Kopf des Toten fällt abrupt zur Seite – in Erwartung deines Urteils. Der Ring um seinen Hals ist sichtbar.
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Unter der Notiz warten zwei gewohnte Kästchen auf einen Haken. Der Kopf des Toten fällt abrupt zur Seite – in Erwartung deines Urteils. Der Ring um seinen Hals ist sichtbar.
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„Zumindest sieht es danach aus, aber wir wissen es besser. Wir wissen, dass die Strangulationsmarke nach dem Tod zugefügt wurde.“ Er erwartet deine Entscheidung.
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„Stimmt genau. Keine Kratzspuren am Hals, keine Anzeichen für einen Kampf am Tatort. Und eine Aussage der Täter bestätigt: Die Wunde wurde nach dem Tod beigebracht. Manipulation.“
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„Stimmt genau. Keine Kratzspuren am Hals, am Handgelenk keine Anzeichen für einen Kampf, dazu noch eine Aussage der Täter – alles passt zusammen: Die Wunde wurde postmortal beigebracht. Manipulation.“
„Stimmt genau. Keine Kratzspuren am Hals, keine Anzeichen für einen Kampf am Tatort, schwach ausgeprägte Leichenflecken. Und eine Aussage der Täter bestätigt: Die Wunde wurde postmortal beigebracht. Manipulation.“
„Stimmt genau. Keine Kratzspuren am Hals, am Handgelenk keine Anzeichen für einen Kampf, schwach ausgeprägte Leichenflecken. Und eine Aussage der Täter bestätigt: Die Wunde wurde postmortal beigebracht. Manipulation.“
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„Das war’s. Die Leichenschau vor Ort ist erledigt, Detective. Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, ob die vermutete Todesursache – die Kugel – auch wirklich in seinem Gehirn steckt. Das überlasse ich Ihnen, Kollege. Oder der Kriminaltechnik. Ich will Sie ja zu nichts zwingen …“
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„Im Ernst – ich kann ihn einfach in einen Leichensack stecken und in die Leichenhalle fahren, wann immer Sie möchten. Sie müssen keine Heldentaten vollbringen – es sei denn, Sie wollen …“
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Er ist in Gedanken versunken. Seine Augen ruhen auf dem strahlend roten Ring, der um den Hals des Toten verläuft.
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Eine kalte Luftsäule umkreist dich und steigt langsam nach oben, in der Gestalt eines Hofes, umgrenzt von rissigem Putz, Fenstern und Möwen, die auf Klimaanlagen sitzen.
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Ein kleiner grüner Fleck, eingepfercht zwischen Gebäuden: den Capeside-Apartments, dem Whirling-in-Rags und der Festungsmauer von Verladestation B. Darüber eine dünne Decke aus küstennahen Schichtwolken.
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Noch weiter oben halten die Luftschiffe der Koalition Wacht über die einundzwanzig Postenketten der Kontrollierten Zone. Funkübertragungen schießen kreuz und quer durch die Luft. Deine Nackenhaare stellen sich auf …
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„Warum haben Sie das gesagt?“ Er neigt den Kopf zur Seite. „Geht es wieder um den Möwenmord, oder meinen Sie es ernst?“
„Warum haben Sie das gesagt?“ Er neigt den Kopf zur Seite. „Geht es wieder um etwas wie diesen tödlichen Steinwurf, oder meinen Sie es ernst?“
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„Haben Sie das?“ Er kneift die Augen zusammen. „Da bin ich mir nicht so sicher. Ich hatte gedacht, dass wir die Todesursache feststellen könnten, Officer. Jetzt glaube ich, dass wir das Feld nicht ausfüllen sollten.“
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„Nein. Wir haben es hier eindeutig mit einer tödlichen Verletzung zu tun. Und das sollten wir auch vermerken.“
„Nein, nein, Officer. Ich fürchte, da bin ich inzwischen anderer Meinung. Wir sollten die Frage unbeantwortet lassen – wenigstens vorerst. Falls nötig, kann ich immer noch Änderungen vornehmen. In meinen Unterlagen.“
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- „Nein, nein, Officer. Ich fürchte, da bin ich inzwischen anderer Meinung. Wir sollten die Frage unbeantwortet lassen – wenigstens vorerst. Falls nötig, kann ich immer noch Änderungen vornehmen. In meinen Unterlagen.“
- „Zumindest vorerst.“ Er nickt. „Wenn wir uns damit nicht wohl fühlen, kann ich später Änderungen vornehmen. In meinen Unterlagen.“
- „Fast alles andere, was wir am Opfer sehen, spricht eine andere Sprache …“ Er macht eine Pause. „Aber ich stimme zu. Ich wollte gerade eine Todesursache feststellen, Officer, aber jetzt denke ich, dass wir das Feld nicht ausfüllen sollten. Jedenfalls vorerst.“
- „Trotzdem … liegen Sie hier vielleicht gar nicht so falsch. Ich wollte gerade eine wahrscheinliche Todesursache feststellen – aber jetzt denke ich, dass wir das Feld nicht ausfüllen sollten. Zumindest vorerst.“
- „Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, ob er nicht doch Spuren an den Handgelenken hatte. Ich erinnere mich nur verschwommen. Der Gestank …“ Er hält sich die Hand vor den Mund. „Aber Sie haben recht. Da sollte es eigentlich Abwehrverletzungen geben. Lassen wir die Todesursache erst mal leer.“
- „Fast alles andere, was wir am Körper des Opfers sehen, spricht eine andere Sprache – aber ich stimme zu. Ich wollte gerade eine Todesursache feststellen, Officer – aber jetzt denke ich, dass wir das Feld nicht ausfüllen sollten. Jedenfalls vorerst.“
- „Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, ob er nicht doch Spuren an den Handgelenken hatte. Ich erinnere mich nur verschwommen. Der Gestank …“ Er hält sich die Hand vor den Mund. „Trotzdem – Sie haben recht. Ich wollte gerade die Todesursache feststellen – aber jetzt denke ich, dass wir das Feld nicht ausfüllen sollten. Jedenfalls vorerst.“
- „Jetzt machen Sie sich bewusst selbst lächerlich. Seltsam ist, dass ich tatsächlich Ihrer Meinung bin. Ich war sicher, dass wir es hier mit der Todesursache zu tun hätten, aber jetzt glaube ich, dass wir das Feld nicht ausfüllen sollten. Zumindest vorerst …“
- „Ich schenke solchen … Gefühlen eigentlich keine Beachtung. Aber ich glaube, ich stimme zu. Ich dachte, wir hätten es hier mit der Todesursache zu tun, Officer …“ Er schüttelt den Kopf. „Jetzt glaube ich, dass wir das Feld nicht ausfüllen sollten. Zumindest vorerst.“
Er zieht eine kleine schwarze Plastikrolle aus seiner Jacke – einen Leichensack. „Kommen wir zum Schluss. Ich erkläre diese Leichenschau vor Ort für beendet.“
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„Nun ja, das bereitet mir ehrlich gesagt Sorgen.“ Er wischt sich die Stirn ab. „Wenn Sie trinken, werden Sie sterben – das ist Ihnen bewusst, oder? Sie erweisen sich als fähiger Detective, die Organisation würde Sie vermissen.“
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„Nun brauche ich den Durchschlag dieses Leichenschauformulars, und anschließend fahre ich ihn nach Faubourg …“
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„… zur Kriminaltechnik.“ Sein Blick wandert vom Toten zum rosa Durchschlagpapier in seiner Hand und dann wieder zurück zur Leiche.
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Hmm, hmm, hmm … Wir haben bestimmt nicht alles gefunden. Irgendetwas fehlt immer …
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„Na ja. Wir haben die wahrscheinliche Todesursache festgestellt – was Sinn und Zweck einer Autopsie sein dürfte.“
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- „Na ja. Wir haben die wahrscheinliche Todesursache festgestellt – was Sinn und Zweck einer Autopsie sein dürfte.“
- „Es war eine …“ Er sucht nach den richtigen Worten. „… irreguläre Leichenschau vor Ort. Wir haben keine Todesursache festgestellt, was eigentlich Sinn und Zweck einer Leichenschau wäre. Aber … ich persönlich betrachte das nicht als Kennwert für den Erfolg.“
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„Wir haben einen Spermientest angefordert – das war de règle. Die Ergebnisse sollten in einigen Wochen eintreffen, wenn wir Glück haben. Es kann eine Weile dauern …“
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- „Außerdem haben wir eine toxikologische Untersuchung angefordert – das war gründliche Arbeit. Die Ergebnisse sollten in einigen Wochen eintreffen. Wenn wir Glück haben. Es kann eine Weile dauern …“
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- „Wir haben einen Spermientest angefordert – das war de règle. Die Ergebnisse sollten in einigen Wochen eintreffen, wenn wir Glück haben. Es kann eine Weile dauern …“
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„Außerdem halte ich es angesichts der Verwesung für einen kleinen Erfolg, dass wir die Ethnie des Opfers feststellen konnten.“
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„Auch die Verletzungen haben wir sorgfältig aufgelistet und alle ausführlich beschrieben. Was soll ich sagen? Angesichts der Umstände war es eine professionell durchgeführte Leichenschau vor Ort.“