Gespräch · Immobilienmaklerin
Sprecher · 11
Wann
- 21:00 · 22:00 · 23:00 · 00:00 · 01:00 · 02:00 · 03:00 · 04:00 „Ist es nicht ein bisschen spät, um noch zu arbeiten?“
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- „Na gut, aber machen Sie bitte schnell.“ Sie schiebt den Pass wieder in ihre Geldbörse und sieht auf ihre Uhr. „Ich muss in einer Stunde wieder in La Delta sein.“
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- „Danke.“ Sie schiebt den Pass wieder in ihre Geldbörse. „Haben Sie irgendwelche Fragen? Ich muss in einer Stunde wieder in der Innenstadt sein.“
- „Was wollen Sie?“ Sie verschränkt ungeduldig die Arme.
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Sie seufzt und sieht sich um. „Ich muss die Wohnung für die nächste Vermietung vorbereiten, aber wie Sie sehen, hat der letzte Mieter alles kurz und klein geschlagen.“
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„Hehe!“ Sie lächelt aggressiv. „Klingt so, als hätten sie zu viel Zeit als verdeckter Ermittler in irgendeiner Rockband verbracht.“
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„Das war irgendein todgeweihter alter Mann, dem gehörte mal ein Geschäft. Man sollte meinen, dass so jemand die Miete zahlen kann …“ Sie hält inne, zögert.
Ihr Gesicht wird kurz ernst. Die Geschichte hat kein glückliches Ende genommen.
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„Aber – das ist Monate her. Sei’s drum. Wollten Sie sonst noch etwas wissen oder war’s das? Ich bin in Eile.“
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„Gerne“, antwortet sie lächelnd, aber ihr Blick bleibt abwesend – sie hat darauf gewartet, dass du verschwindest.
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„Oh, das ist noch so ein Fiasko. Der ehemalige Mieter schuldet uns drei Monatsmieten, drei! Wir hatten die Wohnung versiegelt und wollten seine Wertsachen versteigern, aber …“
„Und wieder habe ich keine Ahnung, wie so dumme Fehler überhaupt passieren können, aber als Ron herkam, um die Tür zu versiegeln, kümmerte er sich nicht um die Tür der Nachbarwohnung! Und es ist ein Loch in der Wand!“
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Wie adrett! Vermutlich ist sie auf irgendwelchen schwachwirksamen Leistungssteigerern. Auf Preptid oder Pericanin.
„Ein Loch in der Wand! Ist das zu glauben?“ Sie breitet die Hände aus. „Und dann ist der Mieter mit seinem Zeug getürmt. Er ist weg, das Geld ist weg – zack!“ Sie schnippt mit den Fingern.
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„Um so viel Geld kann es doch nicht gegangen sein. Diese Wohnungen sehen ziemlich heruntergekommen aus.“
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„Diese Wohnungen sind vollkommen in Ordnung! Sie bieten hinreißende Architektur, einen unvergleichlichen Ausblick auf die Bucht, gute Belüftung, Nachbarn, Leben, Pfiff … und sind bezahlbar.“
„Ich sage es Ihnen, Martinaise hat eine Zukunft! In ein paar Jahren wird es hier von Künstlern, Kreativen und diesen Funkcomputerzauberern nur so wimmeln.“
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Es ist, als ob sie echte Zauberer wären, die tote Immobilien wiederbeleben und Bankkonten Leben einhauchen können.
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„Fragen Sie nicht mich, was mit der Wand passiert ist. Ich habe keine Ahnung, wie wir die Zeit oder die Mittel auftreiben sollen, um es zu reparieren.“
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„Beide Wohnungen sind unvermietbar. Beide!“ Sie schüttelt immer noch den Kopf, ihre manikürten Hände sind nun vor der Brust verschränkt.
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„Ist es.“ Sie atmet ein und aus und zählt dabei bis drei – es scheint sich um eine spezielle Stressbewältigungstechnik zu handeln –, ehe sie fortfährt …
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„Alle sagen, dass Immobilienmakler nichts tun! Und wer räumt mitten in der Nacht die ‚Absturzstelle‘ von irgendeinem Penner auf? Genau! Ich!“
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„Also, je schneller wir das hier hinter uns bringen, desto besser.“ Sie meint dich – Zeit für die nächste Frage.
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„Zufrieden? Mein Name ist Marielle Charpentier, und ich arbeite als Maklerin für Martinaise-Immobilien & Partner. Ich bin keine Einbrecherin, ich habe jedes Recht, mich hier aufzuhalten. Hier sind die Schlüssel, sehen Sie?“ Sie klimpert mit einem Schlüsselbund, den sie in der Hand hält.
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Junge, das sind ziemlich viele unterschiedliche Schlüssel. Über zwanzig Stück, mindestens …
„Wollen Sie auch meinen Ausweis sehen? Rein rechtlich dürfen Sie das zwar nicht verlangen, aber warum nicht? Wollen Sie auch meine Aufenthaltsgenehmigung sehen?“ Sie tastet in ihrer Geldbörse herum und fischt einen leichten, in Papier eingeschlagenen Pass heraus.
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Das Dokument fühlt sich dünn und leicht an. Unter einem nichtssagenden Stadtwappen steht „Kontrollierte Zone Revachol“. Im Inneren befindet sich neben ihren vollständigen Personendaten ein Foto von ihr, auf dem sie kürzere Haare hat.
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„Danke.“ Sie schiebt den Pass wieder in ihre Geldbörse. „Haben Sie irgendwelche Fragen? Ich muss in einer Stunde wieder in der Innenstadt sein.“
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„Na gut, aber machen Sie bitte schnell.“ Sie schiebt den Pass wieder in ihre Geldbörse und sieht auf ihre Uhr. „Ich muss in einer Stunde wieder in La Delta sein.“