Gespräch · Gaston Martin
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„Mal sehen …“ Er blickt sehnsüchtig in die Wolken. „Ich habe mitbekommen, dass jemand gehängt und eine Woche lang an einem Baum zurückgelassen wurde, aber das ist auch alles, was ich weiß.“
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„Natürlich, Officer. Also, das hoffe ich jedenfalls.“ Er nickt enthusiastisch. „Wo drückt der Schuh?“
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„Nein, Officers, es tut mir leid. Und ich würde Ihnen wirklich zu gerne helfen“, fügt er mit einem entschuldigenden Lächeln hinzu. „Sie beide gehören zu den Guten; das sieht man gleich.“
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„Nein, es tut mir leid. Und ich würde Ihnen wirklich zu gerne helfen“, fügt er mit einem entschuldigenden Lächeln hinzu. „Sie gehören zu den Guten; das sieht man gleich.“
„Dann hilf ihm, du Waschlappen.“ Er bekommt einen vorwurfsvollen Blick. „Du triffst dich doch dauernd mit der Gauche caviar der Gewerkschaft. Dort muss doch jemand etwas wissen.“
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„Dann hilf ihnen, du Waschlappen.“ Er bekommt einen vorwurfsvollen Blick. „Du triffst dich doch dauernd mit der Gauche caviar der Gewerkschaft. Dort muss doch irgendjemand etwas wissen.“
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„Ich würde ja gern, aber ich habe keinerlei Informationen.“ Seine Wangen erröten. „Ich halte mich immer aus allem raus und tratsche nicht. Jeder weiß und respektiert das.“
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Merkwürdig … Er scheint die Wahrheit zu sagen, aber irgendetwas ist hier faul.
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„Natürlich, Officer, hoffentlich kann ich Ihnen helfen.“ Er nickt enthusiastisch. „Wo drückt der Schuh?“
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(Du kneifst die Augen zusammen.) „Verweigern Sie mir etwa … schon wieder den Zugang zu Informationen?“
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„Nein, nein, nein“, versichert er dir eilig. „Ich verschweige Ihnen nichts. Das schwöre ich. Ich habe in der Gewerkschaft nich…“
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„Natürlich verschweigt er Ihnen was.“ Der Karabinier verschränkt die Arme. „Er hat so viele Gewerkschaftsschwänze im Mund, dass er nicht mal ordentlich reden kann.“
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„Kann ich wenigstens meinen verdammten Satz beenden, bevor du draufpisst? Hm, wie wär’s, René?“ Er hat Wut in den Augen. „Ich habe in der Gewerkschaft nichts zu sagen. Ich kenne nur Evrart.“
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„Ich betrachte mich nicht einmal als einen ordentlichen Sozialisten. Ich mische mich nicht in die Politik ein, Officer.“
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„Moment mal, wie können Sie diese Zeitungsartikel denn schreiben, wenn Sie nicht politisch sind?“
„Ich habe eine lebhafte Phantasie, Officer.“ Er lacht erneut. „Und wie bereits erwähnt, habe ich ein Händchen für Worte. Das reicht. Kein Grund, sich zu sehr mit Politik zu beschäftigen.“
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„Genau – beschäftigen wir uns mit nichts. Schon gar nicht mit Kämpfen. Beschäftigen wir uns nur mit der Couch.“
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„Es ist einfach leichter so.“ Er nickt zustimmend. „Außerdem ist das Leben nicht so schwarz und weiß, wie die Renés dieser Welt es gerne hätten. In Wirklichkeit sind alles nur Grautöne.“
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„Mon dieu …“ Der Karabinier schließt seine Augen, als ob er sie nie wieder öffnen wollte.
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„Aber Sie müssen doch an irgendetwas glauben. Freiheit, das Volk, Revachol oder vielleicht sogar Geld …“
„Ich glaube, dass jeder das Recht hat, zu glauben und zu tun, was immer er will. Selbst wenn das rein gar nichts ist. Ich bin sehr flexibel.“
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„Ich persönlich bevorzuge den Begriff äußerst flexibel“, er schmunzelt fröhlich. „Hat einen netteren Klang, meinen Sie nicht?“
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„Das meiste davon ist Schreibarbeit,“ lächelt er. „Gelegentlich benötigt er etwas Geschriebenes, und es heißt, ich hätte ein Händchen für Worte.“
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„Ach, nichts Offizielles, das können Sie mir glauben. Nur Reportagen für die Presse. Über Martinaise, wie die Lage dort gerade so ist und wie sie sein könnte. Evrart und ich führen lange Gespräche, bei denen …“
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„Bei denen er seinem kleinen Schreiberling genau diktiert, was er sagen soll! Das ist Kommipropaganda – nicht mehr und nicht weniger. Du solltest dich was schämen.“
Deswegen ist Gaston auch kein Gewerkschaftsmitglied. Evrart braucht einen „neutralen“ Unbeteiligten, der seine Ideen verbreitet.
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„So laufen die Dinge hier nun mal“, lässt er fröhlich verlauten. „Kein Grund, sich deswegen schlecht zu fühlen.“
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„Und wer ist dieser Evrart, den Sie kennen?“
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„Jeder in Martinaise kennt die Claire-Brüder“, erklärt er feierlich. „Ich habe diesen Jungs am Gymnasium Bürgerkunde und Geschichte beigebracht.“
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„Evrart Claire. Jeder in Martinaise kennt die Claire-Brüder“, erklärt er feierlich. „Ich habe diesen Jungs am Gymnasium Bürgerkunde und Geschichte beigebracht.“
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Hmm … Gaston hat also sowohl den Lockeren Leo als auch die Claire-Brüder unterrichtet.
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„Was weißt du schon von Geschichte?“, blafft der Karabinier Gaston an. „Du warst nie Zeuge der Geschichte. Hast immer nur davon gehört – Jahre später –, als sie bereits weitergezogen war. Du weißt nichts über Geschichte.“
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„Versuchen wir, bei diesem Thema nicht ins …“ Der Lieutenant senkt die Stimme. „… Kreuzfeuer zu geraten.“
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Damit wir nicht von Kugeln durchsiebt werden. Diese Fehde hat eine lange Geschichte.
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„Was für ein Mistkerl“, verkündet der heitere Mann mit einem Seufzen. „Der Officer hat mich angesprochen, nicht dich, Capitaine. Wo waren wir stehengeblieben?“
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„Wo waren wir stehengeblieben?“ Was für eine fröhliche Art, den Faden wieder aufzunehmen.
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Was er gesagt hat, ist: „Der blinde Blindenführer kommt nicht einmal annähernd an die Wahrheit heran.“
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„Nein, tut mir leid, Officer.“ Er schüttelt den Kopf. „Ich habe nicht einmal eine Schlüsselkarte. Für gewöhnlich schickt Evrart jemanden, um mich zu holen, wenn er reden will.“
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„Danke, Officer.“ Er nickt mit einem breiten Lächeln. „Dafür, dass Sie ein vollendeter Profi sind. Sie werden diesen Fall im Nu abgeschlossen haben.“
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„Nein, ich danke Ihnen“, er nickt mit einem breiten Lächeln. „Dafür, dass Sie vollendete Profis sind. Sie werden diesen Fall im Nu abgeschlossen haben.“
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„Oh …“ Seine Wangen erröten. „In vielerlei Hinsicht ja. So etwas wie ein Ehrenmitglied. Ich nehme an Treffen und Feiern teil. Helfe mit Kleinigkeiten aus. Evrart, Edgar und die älteren Débardeurs kennen mich alle.“
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„Nicht auf dem Papier …“ Seine Augen sind auf die Boulekugeln im Krater gerichtet. „Ich habe weder eine Stimme noch einen Mitgliedsausweis. Aber Evrart hat mich auf der Gehaltsliste. Einfach wegen der kleinen Gefälligkeiten.“
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Das war es also, was er vorhin verschwiegen hat! Er versucht, es so aussehen zu lassen, als wäre er ein dicker Fisch in der Gewerkschaft, und jetzt löst sich diese Illusion vor Euren – und Renés – Augen in Luft auf.