Gespräch · Gaston Martin
Sprecher · 19
Wann
- Tag 1 · „Es ist meine polizeiliche Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass es einen Verstoß gegen die moralisch
- Tag 2 · „Es ist meine polizeiliche Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass es einen Verstoß gegen die moralisch Weiter Weiter
- Tag 3 · „Es ist meine polizeiliche Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass es einen Verstoß gegen die moralisch
- Tag 4 · „Es ist meine polizeiliche Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass es einen Verstoß gegen die moralisch
- Tag 5 · „Wo ist René?“ Weiter Weiter
- Tag 6 · „Wo ist René?“ Weiter Weiter
- Tag 7 · „Wo ist René?“ Weiter Weiter
- Tag 8+ · „Wo ist René?“ Weiter Weiter
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Gaston seufzt und nuschelt eher in sich hinein als zu dir: „Höchstwahrscheinlich in der Hölle. Er war ein echter Drecksack …“
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„Oh, das hätte ihm gefallen.“ Der alte Mann schüttelt langsam den Kopf. „Ein brutales Leben, das auf brutale Weise endet … So wäre er gerne gestorben. Leider ist es nicht so gekommen.“
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„Na ja, eine davon haben Sie genommen.“ Er schüttelt den Kopf. „Ich kann es immer noch nicht fassen, dass er sie Ihnen gegeben hat, aber es passt zu seinem Starrsinn. Sobald ihm das Angebot sorglos über die Lippen gekommen war, war es wie in Stein gemeißelt …“
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„Die andere habe ich selbst eingesteckt.“ Er sieht dich trotzig an. „Niemand kannte ihn besser als ich, und ich will etwas, das mich an den alten Drecksack erinnert.“
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Merkwürdig, wie sich alter Drecksack fast schon liebenswürdig anhört, wenn er es jetzt sagt.
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- Er sieht dich kurz an und spricht dann leise. „Ich habe sie selbst eingesteckt, als Andenken. Niemand kannte ihn besser als ich, und ich will etwas, das mich an den alten Drecksack erinnert.“
- „Die andere habe ich selbst eingesteckt.“ Er sieht dich trotzig an. „Niemand kannte ihn besser als ich, und ich will etwas, das mich an den alten Drecksack erinnert.“
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Er sieht dich kurz an und spricht dann leise. „Ich habe sie selbst eingesteckt, als Andenken. Niemand kannte ihn besser als ich, und ich will etwas, das mich an den alten Drecksack erinnert.“
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„Wir haben uns unser gesamtes Leben lang gehasst. Tatsächlich sogar so sehr, dass …“ Er verstummt und sieht dich mit feuchten Augen an.
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„Ja. Ich … hatte den zornigen Mistkerl gern. Er hatte das zwar nicht verdient, aber es war so.“ Er trocknet seine Tränen am Ärmel. „Wissen Sie, was seine letzten Worte an mich waren?“
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„‚Zu Zeiten Guillaumes wärst du ohne Prozess niedergeschossen worden‘. Das waren seine exakten Worte.“ Der alte Mann sammelt sich und wischt sich erneut über die Augen. „Er war zu Lebzeiten ein Drecksack und ist auch wie einer gestorben. Belassen wir es dabei.“
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„Die Alten sterben – Sie bereiten sich besser schon mal darauf vor.“ (Du schließt das Thema ab.)
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„Ja …“ Ein merkwürdiger Blick huscht ihm über das faltige Gesicht und verschwindet dann spurlos.
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„Irgendwann müssen wir alle gehen, Officer. Alle meine Liebsten sind schon dort. Wahrscheinlich warten sie auf mich.“ Er zeigt ein flüchtiges Lächeln. „Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich hatte viele gute Jahre und vermisse meine Freunde sehr …“
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„Es tut uns beiden so leid, von Ihrem Verlust zu hören“, sagt der Lieutenant und senkt den Kopf. „Der Tod eines Freundes ist eine furchtbare Sache.“
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„So ist das Leben … Es lässt sich nicht ändern“, murmelt er leicht abwesend. „Aber wenn man jemanden neunundsiebzig Jahre lang kennt und er dann von einem Tag auf den anderen einfach nicht mehr da ist …“
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- „Ich habe keine Angst vor dem Tod – nur davor, nicht richtig zu leben.“
- „Ich will nicht sterben.“
- „Ich habe auch keine Angst vor dem Tod.“
- „Eigentlich warte ich auch nur noch auf das Ende … Ich kann den Tod kaum erwarten!“
- „Es tut uns beiden so leid, von Ihrem Verlust zu hören“, sagt der Lieutenant und senkt den Kopf. „Der Tod eines Freundes ist eine furchtbare Sache.“
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„Hier, als Andenken an Ihre Freunde …“ (Du gibst ihm das Foto von René und dem Mädchen.)
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„Zeigen Sie mal …“ Gaston nimmt das Foto mit zitternden Händen. „Das war vor sechzig Jahren! Wir gingen zusammen zur Parade. Der junge René sieht so glücklich aus, und Jeannie …“ Seine Augen sind feucht vor Tränen; er kann nicht länger hinsehen.
„Es tut mir leid, Officer. Es ist nur …“ Er trocknet seine Augen. „Danke, vielen Dank für dieses kleine Erinnerungsstück. Es bedeutet mir sehr viel.“
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„Das war nett.“ Der Lieutenant lächelt. „Unwichtig für uns, doch unbezahlbar für ihn. Er wusste wahrscheinlich nicht einmal, dass René dieses Foto besaß.“
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„Ja …“ Ein merkwürdiger Blick huscht ihm über das faltige Gesicht, als er die Worte wiederholt: „in Frieden.“
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„Officer …“ Er sieht auf – ganz faltig, alt und klein. „Ich kann das gerade einfach nicht. Die Gewerkschaft … Sie spielt jetzt keine Rolle mehr.“
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„Moment, ist René tot?“
„Moment, ist René tot?“
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„Der Mistkerl ist nicht mehr da“, antwortet er mit einem gezwungenen Lächeln. „Ich … kann es kaum glauben, aber er ist wahrhaftig nicht mehr da.“
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Er versucht, seine heitere Fassade zu wahren, aber die tieferliegende Trauer wirft einen düsteren Schatten auf sein faltiges Gesicht.
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„Das … gehört sich nicht.“ Der alte Mann hält es nicht für nötig, wegzuschauen. „René wollte in seiner Uniform begraben werden. Aber das ist jetzt wohl auch egal …“
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„Ein Geist vergangener Tage.“ Der alte Mann nimmt seinen Hut ab, und die Meeresbrise zerzaust seine grauen Haare. „Alle in dieser Geschichte sind bereits tot, Officer. Ich möchte nicht darüber reden.“
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„Aber Sie hatten doch bestimmt auch irgendwelche dienstlichen Angelegenheiten zu besprechen?“, fragt er und setzt seinen Hut wieder auf.
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„Oh, süße Jeannie …“ Er sieht verträumt aus. „Sie war die beste Frau in ganz Revachol. Vielleicht in der ganzen Welt.“
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„Beschmutze nicht die Erinnerung an sie, Gaston.“ In seiner Stimme liegt ein beinahe unhörbares Zittern. „Lass sie in Frieden ruhen.“
Dem Klang seiner Stimme fehlt die übliche Eindringlichkeit, als spüre er, dass er kein Recht hat, über dieses Thema zu reden.
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„Sie konnte sich nie für etwas entscheiden. Was sie zum Frühstück essen wollte, ihre Lieblingsfarbe, oder wen von uns sie heiraten wollte.“ Der Blick in seinen Augen ist glücklich und gedankenverloren.
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„Sie verließ ständig einen von uns für den anderen, aber nie lange genug, dass es zu einer Hochzeit gekommen wäre.“
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„Zum Henker“, sagt er mit einem Schmunzeln. „Eigentlich sind wir beide immer noch mit ihr verlobt.“
„Du hast sie immer durcheinandergebracht, konntest uns nie glücklich sein lassen …“, sagt er mit tiefer Verbitterung. „Hast sie dann mit deinen Schmeicheleien und dem Gebäck verführt.“
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„Wir kannten sie …“ Sein freundliches Gesicht hellt sich auf. „Wohnten unser ganzes Leben lang in derselben Straße, nur zwei Häuser voneinander entfernt. Wir drei waren die dicksten Freunde, seit wir vier Jahre alt waren.“