Mit anderen Worten: Du lechzt nicht nach den Motoren, sondern nach dem Freiheitsgefühl, das sie dir vorgaukeln.
Gespräch · La Fumée, 1. Jahrgang, Ausgabe 4
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Die gekünstelte Sprache und der allzu selbstsichere Ton verraten schon alles. Das ist mit Sicherheit eine Hausarbeit aus dem Studium, die du da liest. Wahrscheinlich eine, an der noch etwas gefeilt werden muss.
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Mit deinem getreuen Stift bewaffnet, verplemperst du zu viel Zeit damit, nichtssagende Formulierungen und unbegründete Behauptungen zu streichen …
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Bewaffnet mit dem getreuen blauen Schreibstift des Lieutenants, verplemperst du zu viel Zeit damit, jedes nichtssagende Wort und jede unbegründete Behauptung, die dir auffallen, durchzustreichen …
Bewaffnet mit Lenas Kugelschreiber mit dem Freundlichen Grünen Affen, verplemperst du zu viel Zeit damit, konstruktive Bemerkungen an den Rand zu schreiben …
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Ich kann es nicht fassen, dass solcher Mumpitz tatsächlich veröffentlicht wurde. (Du schüttelst den Kopf.)
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Die Zeitschrift starrt trotzig zurück. Sie ist ziemlich sicher, dass du sie einfach nicht kapierst.
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Diese zweifelhafte Zeitschrift hat recht. Tief in deinem Inneren weißt du, dass es nur zählt, wenn es um Leben und Ruhm geht. Oder den Tod durch Flammen und Zerstückelung.
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Siehst du? Man kommt um den Schluss nicht herum, dass es sich bei der TipTop-Tournée nur um die Apotheose des „spektakulären“ Entertainments im Kapitalismus handelt.
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Was ist so schlimm an einem ordentlichen Unfall? Der sorgt doch dafür, dass es nicht langweilig wird.
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Seltsamerweise werden für diesen Artikel zwei Verfasser genannt: Nasteb Encalada-Bernal und Exilus Bücher.
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Da hast du recht. Höchstwahrscheinlich sind es Anagramme für „Steban“ und „Ulixes“, die kommunistischen Studenten.
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Bist du schon mal jemandem begegnet, der „Exilus“ heißt? Ganz klar, dass das Pseudonyme sind.
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Die TipTop-Tournée ist eine interisoläre Rennserie, die überwiegend für ihre rasanten Geschwindigkeiten, haarsträubenden Sponsorenverträge und hohen Todeszahlen bekannt ist. In Revachol findet sie alle vier Jahre auf der prestigeträchtigen Zéro-Carrousel-Rennstrecke statt.
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„Genosse, wie du weißt, ist diese Zeitschrift nach Masows unvergesslicher Redewendung ‚Du cristal à la fumée‘ benannt. Damit beschrieb er, wie die strikten, kristallinen Strukturen der kapitalistischen Ideologie sich im Kommunismus in Rauch auflösen …“
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„Aber genau wie die Strukturen der kapitalistischen Ideologie laufen auch wir Gefahr, zu ‚la Fumée‘ zu werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Publikationen, die damit zufrieden sind, ihren Lesern häppchenweise beruhigendes Geschwafel zu verabreichen, hat La Fumée sich dazu verpflichtet, die radikale Wahrheit zu verbreiten, auch auf die Gefahr hin, dass diese Wahrheit potentielle Abonnenten verschrecken könnte.“
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„Falls du also unsere radikale masowianische Perspektive zur zeitgenössischen Politik und Kultur und zu internationalen Angelegenheiten zu schätzen weißt, ziehe bitte heute noch in Betracht, ein Abonnement abzuschließen.“ Im Kampf um die Wahrheit, die Redaktion.“
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„Was erwarten Sie denn? Sie lag im Büro der Gewerkschaft der Débardeure herum. Wahrscheinlich finanzieren sie das Ding.“
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Auf dem Titelblatt dieser vierteljährlichen Zeitschrift prangt ein großes, satirisches Porträt von König Frissel. Aus seinem Kopf sprießt ein weißes Geweih, das bis zu den Ecken des Titelblatts reicht.
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Du bist enttäuscht, dass es keine farbigen Abbildungen gibt, die dir ins Auge springen. Stattdessen siehst du nur Spalten über Spalten mit winzigem Text, hin und wieder unterbrochen von kleinen schwarzweißen Kritzeleien …
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Dir fällt auf, dass keine Werbung zu sehen ist. Wer finanziert wohl diese radikale Stellungnahme?
Nachdem du die Zeitschrift mehrmals mit deinem Daumen durchblättert hast, schlägst du wieder das Inhaltsverzeichnis auf …
Die Zeitschrift ist in mehrere Rubriken unterteilt: „Internationale Entwicklung“, „Geistesleben“ und „Lokales“. Gleich am Anfang findest du auch ein Vorwort der Redaktion.
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Weil ein weißes Geweih ein Symbol für den Kommunismus ist. Es steht für eine Gesellschaft, die im Einklang mit der Natur lebt und ihr gleichzeitig übergeordnet ist.
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Eine Schande, einen früheren König so zu behandeln – auch wenn er so enttäuschend war wie Frissel.
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Weil Frissel inkompetent war, töricht und grausam. Kurz, die Verkörperung von allem, was die Kommunarden beseitigen wollten. Das ist Satire.