Gespräch · Kim Kitsuragi
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Die Luft draußen ist frisch. Der Lieutenant schweigt einen Augenblick. Er hört sich das Brummen des Verkehrs an. Und dann …
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… zündet er sich eine Zigarette an. „Wo sollen wir anfangen? Wir sollten vordringlich über die Ermittlung sprechen, aber ich erinnere mich daran, dass Sie auch über die BMR reden wollten.“
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- „Die Moralintern – was ist das eigentlich?“
- „Danke für die Besprechung.“ [Ende.]
- „Ich wusste gar nicht, dass Sie rauchen, Kim.“
- Du sagst nichts. Du siehst einfach in die Nacht hinein.Gemerkt · 1
- „Was meinen Sie? Wie ist der Tag gelaufen?“Gemerkt · 1
- „Was für Befugnisse haben wir eigentlich konkret? Also, die BMR?“Gemerkt · 1
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- … zündet er sich eine Zigarette an. „Also, dann wollen wir mal über die Ermittlung sprechen. Aber mir kommt es so vor, als ob Sie auch bezüglich der BMR nicht ganz auf der Höhe wären. Unsere Rolle hier, unsere Befugnisse. Mit anderen Worten, unsere Zuständigkeit.“
- … zündet er sich eine Zigarette an. „Wo sollen wir anfangen? Wir sollten vordringlich über die Ermittlung sprechen, aber ich erinnere mich daran, dass Sie auch über die BMR reden wollten.“
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„Die Moralistische Internationale ist das größte politische Organ der Welt.“ Er zieht an seiner Zigarette. „Sie wissen doch, was sie ist. Sie hat hier das Sagen, seitdem die Revolution gescheitert ist.“
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„Sie ist ein Zusammenschluss von Mitte-links- und Mitte-rechts-Parteien des gesamten Reálgürtels. Unsere Koalitionsregierung ist nur eines ihrer zahlreichen Projekte. Auch die IKP, EPIS … die meisten regierungsübergreifenden Organisationen der Welt stehen unter ihrer Leitung.“
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- „Sie ist ein Zusammenschluss von Mitte-links- und Mitte-rechts-Parteien des gesamten Reálgürtels. Unsere Koalitionsregierung ist nur eines ihrer zahlreichen Projekte. Auch die IKP, EPIS … die meisten regierungsübergreifenden Organisationen der Welt stehen unter ihrer Leitung.“
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- „Meinetwegen. Sie ist ein Zusammenschluss von Mitte-links- und Mitte-rechts-Parteien des gesamten Reálgürtels. Unsere Koalitionsregierung ist nur eines ihrer zahlreichen Projekte. Auch die IKP, EPIS … die meisten regierungsübergreifenden Organisationen der Welt stehen unter ihrer Leitung.“
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„Woran sie glaubt? Das sind Doloresianier. Sie glauben, dass sie das humanistische Projekt weiterführen, das die Schuldreine Dolores Dei vor vier Jahrhunderten begonnen hat. Andere meinen, dass sie nichts weiter als Technokraten seien.“
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Diese anderen meinen, dass sie das von Dolores Dei ins Leben gerufene humanistische Projekt weiterführen.
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„Die Moralintern ist eine Tatsache. Ich versuche, mir keine Meinung über Tatsachen zu bilden – bis sie sich verändern. Und …“, sagt er mit einem Blick auf die Stadt unter euch, „… es sieht nicht danach aus, als würde das in nächster Zeit geschehen.“
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Der Lieutenant atmet eine kastanienbraune Wolke Zigarettenrauch aus und sieht sich die Stadt an, auf deren Schutz er vereidigt wurde.
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- „Aber mit den Jahren hat sich das geändert. Ich weiß nicht, woran ich jetzt glaube …“ Er denkt nach und ändert seine Meinung. „Doch. Ich glaube an die BMR. Das reicht mir.“
- Der Lieutenant atmet eine kastanienbraune Wolke Zigarettenrauch aus und sieht sich die Stadt an, auf deren Schutz er vereidigt wurde.
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„Stimmt. Früher mal, als ich jünger war. In meinen Zwanzigern habe ich mich für einen Moralisten gehalten. Ein blaues Vergissmeinnicht, ein Stück vom Himmel“, zitiert er. „Sie haben auch ihr Gutes.“
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„Aber mit den Jahren hat sich das geändert. Ich weiß nicht, woran ich jetzt glaube …“ Er denkt nach und ändert seine Meinung. „Doch. Ich glaube an die BMR. Das reicht mir.“
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„Tatsächlich?“ Der Lieutenant zieht die Augenbrauen hoch und nimmt einen Zug von seiner Zigarette. In seinen Fingern ist sie ein schlankes weißes Ding.
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- „Sie haben hier versagt. Haben Sie sich hier mal umgesehen? Das ist doch kein Humanismus.“
- „Da draußen läuft es wirklich schlecht.“ (Du zeigst auf die Stadt.) „Wir brauchen sie hier, damit sie uns ermächtigt, Revachol zu überwachen.“
- „Wir sind Handlanger der größten Organisation des Bürgertums in der Welt und schützen bourgeoise Rechte.“
- „Also, wenn ich es mir recht überlege … habe ich doch keine Meinung über sie. Vergessen Sie’s.“
- Du murmelst leise: „Einwanderer, liberale Kipten, verschissene … Männer, die zu Frauen werden.“
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„Sie haben hier versagt. Haben Sie sich hier mal umgesehen? Um diesen Ort ist es schlecht bestellt.“
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„Wir befinden uns im sogenannten Halbdunkel des internationalen Rechts. Die Gesetze, die durchzusetzen wir für uns in Anspruch nehmen, stammen von der MI. Ohne sie wären wir nichts weiter als Vigilanten.“
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- „Schön ausgedrückt.“ Er nickt und atmet aus. „Sich ausländischen Mächten beugen zu müssen, verträgt sich nicht gut mit dem Niedermachen von Einwanderern, das verstehe ich. Aber ohne die MI wären wir nichts als gewöhnliche Vigilanten. So ist das eben.“
- „Wir befinden uns im sogenannten Halbdunkel des internationalen Rechts. Die Gesetze, die durchzusetzen wir für uns in Anspruch nehmen, stammen von der MI. Ohne sie wären wir nichts weiter als Vigilanten.“
- „Nein. Wir sind Handlanger der größten Organisation des Bürgertums in der Welt und schützen die Bevölkerung von Revachol. Das ist unser Los. Ohne die MI wären wir nichts als gewöhnliche Vigilanten.“
- „Wir würden sie auch dann brauchen, wenn Sie nicht so dächten. Wir befinden uns im sogenannten Halbdunkel des internationalen Rechts. Die Gesetze, die durchzusetzen wir für uns in Anspruch nehmen, stammen von der MI. Ohne sie wären wir nichts weiter als Vigilanten.“
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Er nickt. „Leider meinen die Bürger in Martinaise, dass wir genau das wären – Vigilanten. Zumindest die meisten, insbesondere die Gewerkschaft. Man wird uns hier wahrscheinlich viele Steine in den Weg legen.“ Er sieht sich den Kreisverkehr an.
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Die Lichter des verwaisten Bezirks spiegeln sich in seiner Brille wider: die roten und goldenen Kugeln der Motorstraße, die wie Perlen an einem Faden entlangrutschen, von Ost nach West. Revachol pendelt wieder in die Vororte zurück. Morgen ist Dienstag. Montag ist vorbei.
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- „Dann wird Ihnen Martinaise ans Herz wachsen. Viele der Bürger hier – insbesondere die Gewerkschaft – betrachten uns nämlich schon als Vigilanten. Mir persönlich gefällt das nicht sonderlich.“ Er sieht sich den Kreisverkehr an.
- Er nickt. „Leider meinen die Bürger in Martinaise, dass wir genau das wären – Vigilanten. Zumindest die meisten, insbesondere die Gewerkschaft. Man wird uns hier wahrscheinlich viele Steine in den Weg legen.“ Er sieht sich den Kreisverkehr an.
- „Gesprochen wie ein Revolutionär, nicht wie ein Polizist. Theorie mal beiseite – in Martinaise sind wir bereits Vigilanten. Zumindest ist die Gewerkschaft dieser Ansicht. Man wird uns hier wahrscheinlich viele Steine in den Weg legen.“ Er sieht sich den Kreisverkehr an.
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„Dann wird Ihnen Martinaise ans Herz wachsen. Viele der Bürger hier – insbesondere die Gewerkschaft – betrachten uns nämlich schon als Vigilanten. Mir persönlich gefällt das nicht sonderlich.“ Er sieht sich den Kreisverkehr an.
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„Gesprochen wie ein Revolutionär, nicht wie ein Polizist. Theorie mal beiseite – in Martinaise sind wir bereits Vigilanten. Zumindest ist die Gewerkschaft dieser Ansicht. Man wird uns hier wahrscheinlich viele Steine in den Weg legen.“ Er sieht sich den Kreisverkehr an.
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„Da draußen läuft es wirklich schlecht.“ (Du zeigst auf die Stadt.) „Wir brauchen sie hier, damit sie uns ermächtigt, Revachol zu überwachen.“
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„Wir würden sie auch dann brauchen, wenn Sie nicht so dächten. Wir befinden uns im sogenannten Halbdunkel des internationalen Rechts. Die Gesetze, die durchzusetzen wir für uns in Anspruch nehmen, stammen von der MI. Ohne sie wären wir nichts weiter als Vigilanten.“
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„Wir sind Handlanger der größten Organisation des Bürgertums in der Welt und schützen bourgeoise Rechte.“
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„Nein. Wir sind Handlanger der größten Organisation des Bürgertums in der Welt und schützen die Bevölkerung von Revachol. Das ist unser Los. Ohne die MI wären wir nichts als gewöhnliche Vigilanten.“
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„Ein Polizist nach meinem Geschmack“, sagt er und nickt. Ein leichtes Lächeln. Dann sieht er sich den Kreisverkehr an.
Die Lichter des verwaisten Bezirks spiegeln sich in seiner Brille wider: die roten und goldenen Kugeln der Motorstraße, die wie Perlen an einem Faden entlangrutschen, von Ost nach West. Revachol pendelt wieder in die Vororte zurück. Morgen ist Dienstag. Montag ist vorbei.
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„Schön ausgedrückt.“ Er nickt und atmet aus. „Sich ausländischen Mächten beugen zu müssen, verträgt sich nicht gut mit dem Niedermachen von Einwanderern, das verstehe ich. Aber ohne die MI wären wir nichts als gewöhnliche Vigilanten. So ist das eben.“
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„Interessante Frage. Es ist ein blaues Vergissmeinnicht. Ihr Motto lautet: Liebe, Hingabe, Selbstdisziplin. Ich denke, daran erkennen Sie schon, wie die Moralintern gerne von Ihnen gesehen werden will.“
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„Eine historische Persönlichkeit? Die Wegbereiterin der Moderne?“ Er denkt nach. „Da müssen Sie woanders nach Meinungen fragen. Humanismus ist mir zu abstrakt.“
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„Meinetwegen. Sie ist ein Zusammenschluss von Mitte-links- und Mitte-rechts-Parteien des gesamten Reálgürtels. Unsere Koalitionsregierung ist nur eines ihrer zahlreichen Projekte. Auch die IKP, EPIS … die meisten regierungsübergreifenden Organisationen der Welt stehen unter ihrer Leitung.“
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„Sie haben recht, es wird langsam ziemlich kalt. Gehen wir wieder rein.“ Er drückt seinen Zigarettenstummel aus und sieht in Richtung Tür.
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„Ich gönne mir jeden Abend, wenn ich meine Notizen durchgehe, eine. Es ist quasi ein Ritual.“
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„Sie meinen das hier?“ Das Glimmen seiner Zigarette wirft Licht auf ein kurzes Lächeln. „Das ist nicht cool. Es ist eine unnötige Willensprüfung. Und dazu noch ungesund.“ Er schnippt die Asche weg.
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Seine Gewohnheit in dem von ihm gesetzten Rahmen zu praktizieren, erfordert viel Willenskraft. Es wäre leichter, einfach damit aufzuhören.
Aber würde er aufhören, dann verlöre er seinen Coolnessfaktor. Und dieser Mann hält große Stücke auf seine Coolness – wenn auch nur insgeheim.