Gespräch · Kim Kitsuragi
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„Sachte, sachte …“ Sein Partner hebt beschwichtigend beide Hände. „Der Officer hat es sicherlich im übertragenen Sinne gemeint. Wie eine forensische Methode oder etwas in der Art, nicht wahr?“
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- „Nein, ich muss im wahrsten Sinne des Wortes in der Zeit zurückreisen. Für Revachol.“
- „Nein, ich muss in eine Zeit zurückreisen, in der es noch möglich war, zu lieben.“
- „Sicher, sicher … Eine forensische Methode. Können Sie mir helfen oder nicht?“
- „Vergessen Sie es. Wechseln wir das Thema.“ (Du lässt es gut sein.)
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„Ich mache keine Witze. Das ist für Revachol. Ich muss in die Vergangenheit zurückreisen.“
„Bon sang, mein Sohn. Bei Ihnen ist wohl eine Schraube locker oder so.“ Er tippt sich gegen die Schläfe. „Das hört sich an, als meinten Sie es ernst.“
„Na schön, ich werde ich mich auf diese … Phantasterei einlassen, wenn Sie mir erzählen, welches Interesse ein Officer der BMR an … ‚Zeitreisen‘ hegt.“
„Oh, das wird Ihnen gefallen, Officer. Renés scherzhafte Seite zu erleben, ist ungefähr so selten wie ein roter Regenbogen am Himmel.“
So selten nun auch wieder nicht. Es ist nur so, dass rote – oder einfarbige – Regenbögen für gewöhnlich zu Sonnenauf- oder Sonnenuntergang auftreten, wenn blaue und grüne Wellenlängen zerstreut werden, bevor sie auf Wassertröpfchen treffen. Zu diesen Uhrzeiten sind weniger Augenpaare unterwegs.
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„Genau, was die Geschichte braucht.“ Er spuckt auf den Boden zwischen euch. „Mehr Herumtreiber, verwirrte Streuner, Männer ohne Gewicht …“
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Er hat so viel Verbitterung in der Stimme, dass sie sich kaum als Sarkasmus verbuchen lässt.
„Ich kann nichts für Sie tun, Officer“, sagt er kühl. „Im Leben gibt es keine zweiten Chancen. Wir verdienen sie nicht. Diese Welt haben wir geformt – sie ist ein Spiegelbild dessen, was wir sind: verkümmert, hässlich und empfindungslos.“
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Der Lieutenant räuspert sich. „Ich denke, wir sind hier wohl fertig – außer, Sie wollen die Herren noch etwas fragen, das sich nicht um ‚Zeitreisen‘ dreht.“
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Keine Sorge, er hilft uns sowieso nicht weiter. Die Zeit dieses Mannes ist beinahe abgelaufen. Das Feuer in ihm ist erloschen. Du jedoch wirst die Flamme weitertragen. Semper fidelis, Gefolgsmann des Königs, alles ist möglich.
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- Der Lieutenant räuspert sich. „Ich denke, wir sind hier wohl fertig – außer, Sie wollen die Herren noch etwas fragen, das sich nicht um ‚Zeitreisen‘ dreht.“
- „Officer, Sie müssen dem alten René verzeihen. Es war schon immer … schwierig, sich mit ihm zu unterhalten.“ Er lächelt dich kurz an. „Versuchen Sie es bei ihm mit einer anderen Frage.“
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Eine betretene Stille legt sich über den Krater. Der Mann im karierten Anzug weiß nicht, wo er hinschauen oder was er mit seinen Händen anstellen soll. Dann erhebt er endlich das Wort:
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„Officer, Sie müssen dem alten René verzeihen. Es war schon immer … schwierig, sich mit ihm zu unterhalten.“ Er lächelt dich kurz an. „Versuchen Sie es bei ihm mit einer anderen Frage.“
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„Die Menschheit hat ihre Orientierung verloren. Ich will sie ihr wiedergeben. Wie ein Leuchtfeuer.“
Der alte Soldat nickt. „Selbst nach der Revolution, nach dem Brückenkopf, hatten wir eine Möglichkeit. Wären wir nur unseren Werten treu geblieben …“
„Es ging allmählich vonstatten, wie ein Keimling, der zu einem Baum heranwächst. Ein winziger Schritt nach dem anderen. Unmerklich, bis das Dickicht so zugewuchert war, dass man es nicht einmal mit einem Flammenwerfer hätte lichten können …“
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„Die ‚richtige Bahn‘? Das ist die richtige Bahn! Die einzige Bahn.“ Er wird sichtbar ärgerlich. „Diese Welt haben wir geformt – sie ist ein Spiegelbild dessen, was wir sind: feige, hässlich und empfindungslos.“
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„Außerdem gibt es keine zweiten Chancen. Wir verdienen sie nicht! Man kann nicht einfach alles noch einmal von vorn machen – dann würde alles BEDEUTUNGSLOS werden!“ Ein Anflug von Schmerz huscht über sein Gesicht.
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- „‚Diesmal‘?!“ Er wird sichtbar ärgerlich. „Was ist beim ersten Mal passiert? Haben Sie einen Fehler gemacht? Haben Sie es vergeigt?! Das haben wir alle!“
- „Die ‚richtige Bahn‘? Das ist die richtige Bahn! Die einzige Bahn.“ Er wird sichtbar ärgerlich. „Diese Welt haben wir geformt – sie ist ein Spiegelbild dessen, was wir sind: feige, hässlich und empfindungslos.“
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Im Blick des Karabiniers schwingt Zärtlichkeit mit. Zärtlichkeit, die zu Schmerz oder etwas noch Dunklerem geronnen ist.
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Noch schlimmer: eine Liebe, die vorzeitig beendet und erstickt wurde, zertrampelt von seinem glitzernden Stiefelabsatz.
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Du siehst, wie die dunklen Augen des alten Karabiniers sich langsam vom faltigen Gesicht seines Widersachers abwenden und sich auf dich richten – der schleierhafte Aufruhr, der soeben noch in ihm gewütet hat, ist vorerst niedergeschlagen.
Wie die letzten Strahlen der Abendsonne, die dem Tag einen Abschiedskuss geben, bevor sie der unergründlichen Finsternis weichen.
Zurückgedrängt in die dunkelsten unerforschten Tiefen seiner Seele – nicht dazu bestimmt, es mitzuteilen, es zu sehen oder ihm gegenüberzutreten.
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Hoffnungslos allein hinter den unverwüstlichen Mauern hat er sein Leben damit verbracht, strammzustehen. Niemand wird je wissen, wer er ist.
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„Unsere Leben sind einmalig, und ich verfüge weder über die Mittel noch den Willen, Ihnen dabei zu helfen, das zu ändern.“ Ein höfliches Nicken. „Aber in polizeilichen Angelegenheiten helfe ich Ihnen gerne weiter.“
Der Karabinier ist zu alt und gebrechlich, um nützlich zu sein. Aber du wirst weitermachen. Movere tempore, Gefolgsmann des Königs. Den Beharrlichen bleibt kein Weg versperrt.
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- „In Ordnung, Sie hatten Ihren Spaß. Meine Konzentration und unser Spiel sind dahin … Wollen Sie sonst noch etwas, oder können wir ein neues beginnen?“
- Nein … Keine Schusswaffe. Etwas Verdrängtes und Qualvolles. Zu spät. Der Augenblick ist vorübergegangen.
- „Genug Geplapper!“ Der Karabinier unterbricht Gaston mitten im Satz. „Wir haben ein Spiel zu beenden, also machen wir weiter, es sei denn, Sie wollen noch etwas von uns?“
- Du hättest ihn nicht hineinziehen sollen. Er kennt den Schmerz nicht so wie du.
- Krieg und Reue stehen für ihn in keinerlei Zusammenhang. Vergiss es, der Augenblick ist verflogen.
- „Unsere Leben sind einmalig, und ich verfüge weder über die Mittel noch den Willen, Ihnen dabei zu helfen, das zu ändern.“ Ein höfliches Nicken. „Aber in polizeilichen Angelegenheiten helfe ich Ihnen gerne weiter.“
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„Und ich halte diese Fragerichtung für bedeutungslos. Nennen Sie mich ruhig einen Skeptiker, aber ich glaube kaum, dass Zeitreisen unseren Mordfall lösen werden.“
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„Also … Benötigen Sie noch mehr Informationen von diesen Herren oder können wir uns wieder auf den Fall konzentrieren?“
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„K-Krieg?“ Das Wort scheint seinen Gedankenfaden zu kappen. „Ich meine ja. Ja … Er verändert die Menschen, verändert Leben und äh …“
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„Was zum Teufel wollen Sie mit diesem Gespräch erreichen, Officer?“ Er kratzt sich am Hinterkopf. „Hören Sie, wir wollen nur unser Spiel spielen, wenn also weiter nichts ist …“