Mittel · Schauder ≥ 4
Ein Mann in Stöckelschuhen stolpert aus einem Kellerclub, die Musik legt sich dröhnend über den ganzen Bezirk. Es ist kühl, und als die Drogen in seinem Nervensystem angelangen, überkommt ihn ein Schauer nach dem anderen.
Vor Gedankeneffekten; weitere Dialogbedingungen können gelten.
709 · Stimmen und Dialoge
Ein Mann in Stöckelschuhen stolpert aus einem Kellerclub, die Musik legt sich dröhnend über den ganzen Bezirk. Es ist kühl, und als die Drogen in seinem Nervensystem angelangen, überkommt ihn ein Schauer nach dem anderen.
Und mehr bekommt sie auch nicht. Draußen peitscht der Küstenwind hart gegen die Tür der Kohlenkammer. Der Balkon ist rutschig vom Spritzwasser der Wellen.
Eine ehemalige Architektin steht mit einem Raumplan in der Hand vor den Überresten eines Fensters. Eine Kältewelle hat die Luft im Gebäude zum Stillstand gebracht und eiskalt werden lassen. Die Temperaturen sind bis auf -20 °C gefallen.
… ist von der Kälte rot angelaufen. Sie haucht ihre Finger an, die den Plan umklammern. In ihrem Gesicht liegt ein Anflug von Traurigkeit.
Ein plötzlicher Temperatursturz. Die Luft um dich herum kühlt ab. Staub sinkt zum steinigen Boden hinab.
… zeigt blasse Bleistiftstriche, die denselben Ort abbilden. Allerdings fehlt auf dem Papier die östliche Wand, so dass eine Verbindung des Raumes mit der angrenzenden Wohnung entsteht. Notizen geben Aufschluss über die geplante Möblierung.
Es ist sauber und leer. Frische Tapete ziert die Wände. Ein gewöhnlicher HB-Bleistift ist von einem Dreibeinhocker in der Mitte des Raumes gefallen.
In der Nähe hallt ein heiseres Bellen eine Gasse hinunter, die zwischen zwei monströsen besetzten Gebäuden liegt. Jeder meidet die Gegend, aber jenen, die im feuchten Wetter vorbeigehen, steigt immer noch der widerliche Duft von Gasohol und verbranntem Haar in die Nase.
Kalte Luft bläst dir ins Gesicht und trocknet den Schweiß auf deiner Haut. Dein Blick fällt auf den in der Ferne aufragenden dunklen Schatten des Feld-Gebäudes. Es ruft dich zu sich. Was für eine seltsame Empfindung … Ob du erneut zu fragen versuchen solltest, wenn diese Sache erledigt ist?
Je später es wird, desto kälter wird es auch. Im Sand zeugen noch Überbleibsel wie das erloschene Feuer vom Lager. Irgendwie fühlst du dich seltsam.
Er läuft durch lange Reihen von Mohnblumen, von denen die meisten ihre rosa Blüte bereits hinter sich gelassen haben. Der Mann sieht sich um, dann blickt er gen Himmel und seufzt.
Er holt ein Messer hervor und kniet am Rande eines Blumenbeets nieder. Behutsam ritzt er eine Samenschote ein. Milchiger Saft beginnt herauszusickern. Der Schmerz bricht wieder über dich herein …
Ein Mann in einem weißen Anzug läuft durch einen Garten, der einem einst asphaltbedeckten Boden abgetrotzt ist – ein Häuserblock, der durch dunkle Gebäude vom Rest der Stadt abgeriegelt ist.
Obwohl du dir deines Triumphs sicher bist, herrscht Stille. Keine kalte Hand, die über deine Stirn wischt, kein Rascheln im Schilf – der Wind ist abgeflaut. Die Ruine vor dir schweigt wie ein Grab.
Was erwartest du zu hören? Ein Lied, das der Windhauch herbeiträgt? Oder lachende Kinder in der Ferne? Du läufst und läufst die Straßen dieser Stadt und die verlassene Küste entlang, und alles, wovon sie dir je erzählen … ist Kälte.
Was erwartest du zu hören? Gott? Gott ist sehr, sehr schweigsam. Zu schweigsam. Selbst der Wind wirkt müde …
Sei ehrlich. Du betest. So schlimm steht es um dich.
Plötzlich erklingt ein Seufzen. Es wird getragen von den Molekülen um dich her, bewegt sich, fließt von Hochdruck zu Niederdruck. Wie das Seufzen einer Frau, die ihre Lungen leert. Mit ihrem Atem hüllt sie den einstürzenden Steinkasten vor dir ein, durchströmt ihn …