Gespräch · Spiegel
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Du benutzt deinen Bolzenschneider, um den Wasserhahn zu reparieren, damit der Spiegel nicht mehr beschlägt.
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Der Wasserhahn ist in keinem guten Zustand, aber es könnte dir gelingen, die Einzelteile zurechtzubiegen.
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Du gehst geschickt mit dem Bolzenschneider um und übst den nötigen Druck aus. Der Wasserhahn ist wieder als solcher erkennbar. Der Wasserdampf verschwindet.
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Ich habe dir doch gesagt, dass du den Bolzenschneider brauchst. Alles ist miteinander verbunden. Alles hat seinen Zweck.
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- Alleine bekommen deine Hände das nicht hin, egal, wie geschickt sie sind. Du solltest deinen Bolzenschneider rausholen.
- Als du versuchst, den Wasserhahn zurechtzubiegen, rutschen deine Hände an dem Bolzenschneider ab. Eins kannst du mit Sicherheit sagen: Du warst wahrscheinlich noch nie ein Klempner.
- Der Beschlag auf dem Spiegel lässt allmählich nach, ohne dass du ihn abwischen musst.
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Ich habe dir doch gesagt, dass du den Bolzenschneider brauchst. Alles ist miteinander verbunden. Alles hat seinen Zweck.
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Alleine bekommen deine Hände das nicht hin, egal, wie geschickt sie sind. Du solltest deinen Bolzenschneider rausholen.
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Als du versuchst, den Wasserhahn zurechtzubiegen, rutschen deine Hände an dem Bolzenschneider ab. Eins kannst du mit Sicherheit sagen: Du warst wahrscheinlich noch nie ein Klempner.
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Du gehst in dich, um herauszufinden, was den Blick verursacht hat.
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Er gehört zur Neuen Zeit, dem dritten Jahrzehnt des Gegenwärtigen Jahrhunderts. Nach dem Scheitern der Revolution war genug Zeit verstrichen, dass die freie Marktwirtschaft für einen flüchtigen Augenblick die ultimative, unangefochtene Lebensweise für unsere Spezies darzustellen schien.
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Alles lief gut. Es gab keine Probleme. Passend zur Ära produzierten die Leute goldene und champagnerfarbene Inneneinrichtung und Fassaden und nannten das den Neuen Stil. Aber, noch wichtiger: Es war die Epoche des Disco.
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Vergiss „Ostentatious Orchestrations“. Für Revachol, deine Stadt, bedeutete das nur eins: Guillaume le Million!
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In einer Boîte de nuit unter freiem Himmel, irgendwo in Revachol-West, erschien zu einem mitreißenden Discobeat Guillaumes blonde Mähne auf dem Bildschirm. Er sang irgendeinen Quatsch. Dann setzte er den Blick auf.
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- Hast du sonst noch etwas? Wer ich zum Beispiel bin? Warum ich versucht habe, mich sinnlos zu betrinken?
- Wie lange ist die Neue Zeit her?
- Hat das vielleicht irgendetwas mit „Ostentatious Orchestrations“ zu tun?
- Das war es dann wohl. (Du schließt das Thema ab.)
- Also habe ich ihn übernommen? Warum?
- Ich habe das Gefühl, mit der Zunge schnalzen zu müssen, wenn ich den Blick aufsetze: schnalz, schnalz.
Hast du sonst noch etwas? Wer ich zum Beispiel bin? Warum ich versucht habe, mich sinnlos zu betrinken?
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Hast du sonst noch etwas? Wer ich zum Beispiel bin? Warum ich ein Bulle geworden bin? Warum ich versucht habe, mich sinnlos zu betrinken?
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Du hast etwas Wissen über die neuere Geschichte der Discomusik sowie Trivialitäten, die du unterwegs aufgeschnappt hast. Dein episodisches Gedächtnis ist allerdings noch in Dunkel gehüllt. Gut möglich, dass es nie zurückkommt. Darauf solltest du dich einstellen.
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- Du hast etwas Wissen über die neuere Geschichte der Discomusik. Der Rest ist dunkel.
- Du hast etwas Wissen über die neuere Geschichte der Discomusik sowie Trivialitäten, die du unterwegs aufgeschnappt hast. Dein episodisches Gedächtnis ist allerdings noch in Dunkel gehüllt. Gut möglich, dass es nie zurückkommt. Darauf solltest du dich einstellen.
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Du hast etwas Wissen über die neuere Geschichte der Discomusik. Der Rest ist dunkel, bis auf den unnützen Fakt, dass der Motorwagen draußen ein Coupris Kineema war.
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Ein ganzer Ozean aus Zeit liegt zwischen jetzt und damals, als der Blick noch gut aussah – bei dir oder bei anderen. Wenn dem Kalender zu trauen ist, sind zwei Jahrzehnte vergangen. In dieser Zeit ist die Menschheit auf Grund gelaufen; die Welt ist jetzt eine andere. Der Blick ist ein Relikt.
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- Manchmal setzt du auch gerne deine Fingerpistolen ein, weil du im Gegensatz zu Guillaume le Million ein Polizist bist. So bringst du raffiniert zum Ausdruck: Ich bin bewaffnet und gefährlich.
- Etwa zwanzig Jahre. Ein ganzer Ozean aus Zeit liegt zwischen jetzt und damals, als der Blick noch gut aussah – bei dir oder bei anderen. In dieser Zeit ist die Menschheit auf Grund gelaufen; die Welt ist jetzt eine andere. Der Blick ist ein Relikt.
- Ein ganzer Ozean aus Zeit liegt zwischen jetzt und damals, als der Blick noch gut aussah – bei dir oder bei anderen. Wenn dem Kalender zu trauen ist, sind zwei Jahrzehnte vergangen. In dieser Zeit ist die Menschheit auf Grund gelaufen; die Welt ist jetzt eine andere. Der Blick ist ein Relikt.
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Etwa zwanzig Jahre. Ein ganzer Ozean aus Zeit liegt zwischen jetzt und damals, als der Blick noch gut aussah – bei dir oder bei anderen. In dieser Zeit ist die Menschheit auf Grund gelaufen; die Welt ist jetzt eine andere. Der Blick ist ein Relikt.
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Eher nicht. Die OO müssen dich wohl an etwas erinnert haben. Die sind aber eher eine Discorockband …
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Das muss es nicht sein. Du kannst immer, wenn dir danach zumute ist, Guillaume und sein Champagnerkorkenlächeln anhimmeln … Vielleicht kehren die Starqualitäten auch wieder zurück?
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Alle fuhren darauf ab. Vielleicht dachtest du, dass seine Starqualitäten auf dich abfärben würden? Vielleicht war das sogar so? Jedenfalls ist das jetzt alles Geschichte. Nur der Blick ist noch geblieben.
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Ich habe das Gefühl, mit der Zunge schnalzen zu müssen, wenn ich den Blick aufsetze: schnalz, schnalz.
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Mit dem Schnalzen treibt man Pferde an. Außerdem kommt es auch oft in Guillaume le Millions regionalem Megahit „Zerbrich dir nicht dein hübsches kleines Köpfchen“ vor.
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Manchmal setzt du auch gerne deine Fingerpistolen ein, weil du im Gegensatz zu Guillaume le Million ein Polizist bist. So bringst du raffiniert zum Ausdruck: Ich bin bewaffnet und gefährlich.
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Genau wie der Rest von dir kommt er von einem unangenehmen Ort irgendwo in der Vergangenheit. Mehr weißt du im Augenblick nicht.
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Dieser Schwachsinn geht schon viel zu lange so. Es ist Zeit, dir dieses dekadente homosexuelle Grinsen aus der Visage zu wischen. Zeit, dich so zu sehen, wie du wirklich bist.
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An der Wand hängt ein alter Spiegel. Darin siehst du dein Spiegelbild, so wie es ist – ohne den Blick. Es ist ziemlich haarig.
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An der Wand hängt ein alter Spiegel. Darin siehst du dein Spiegelbild, mit dem Blick auf deinem glattrasierten Gesicht. Du hast dich immer noch nicht an ihn gewöhnt.
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An der Wand, halb im Schatten, hängt ein alter Spiegel. Du kannst dich darin nicht erkennen, nur die Silhouette eines Mannes. Du erinnerst dich nicht an das Gesicht, das dich im Spiegel erwartet.
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Wirklich nicht. Jegliche Erinnerung daran, wer du bist, an die Menschen in deinem Leben und sogar an die Welt um dich herum wurde in einem Meer aus Blutalkohol ertränkt. Du hast dir nicht nur das eine oder andere hinter die Binde gekippt. Es war eine Sintflut von Alkohol, von geradezu weltzerstörerischem Ausmaß.
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Bei all den Synapsen, denen du den Garaus gemacht hast, grenzt es schon an ein Wunder, dass du diesen Satz überhaupt denken kannst. Du hast hier einen echten Akt der Selbstannullierung unterbrochen.
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Abbruch! Du hast das nicht gründlich genug durchdacht. Es wird dir nicht gefallen, was dort zu sehen ist. Und du wirst es niemals rückgängig machen können.
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Ist mir egal. Ich tue mir weh, das ist nichts Neues bei mir. (Du wischst den Spiegel frei.)
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Tot bist du anscheinend auch. Das ist eindeutig Leichenstarre auf deinem Gesicht. Oder Moment … Soll das ein bestimmter Gesichtsausdruck sein? Versuchst du, einen besonderen Blick aufzusetzen? Warum?
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- Was auch immer es ist, wenigstens ist es jetzt tot. Das ist eindeutig Leichenstarre auf deinem Gesicht. Oder Moment … Soll das ein bestimmter Gesichtsausdruck sein? Versuchst du, einen besonderen Blick aufzusetzen?
- Tot bist du anscheinend auch. Das ist eindeutig Leichenstarre auf deinem Gesicht. Oder Moment … Soll das ein bestimmter Gesichtsausdruck sein? Versuchst du, einen besonderen Blick aufzusetzen? Warum?
- In einem zu späten Stadium. Das ist eindeutig Leichenstarre auf deinem Gesicht. Oder Moment … Soll das ein bestimmter Gesichtsausdruck sein? Versuchst du, einen besonderen Blick aufzusetzen? Warum?
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Selbst wenn du wolltest, könntest du nicht damit aufhören. Das ist eine neurologische Sache.
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Du meine Güte, du hast recht! Du hast überhaupt keine Wahl mehr. Dieses Grinsen hat sich in dein Gesicht eingebrannt, und jetzt wirst du es nicht mehr los …
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- Es ist ein Blick des Schmerzes.
- Oje, keine Ahnung – etwas Unbeschreibliches.
- Ich glaube, es soll anzüglich wirken. Ich fürchte, der Blick ist für die Damenwelt bestimmt.
- Ich deute damit an, dass ich einigermaßen sympathisch bin. Ich glaube sogar, es kommt so rüber – auch wenn ich wie ein trauriger Typ wirke, dessen beste Zeiten vorbei sind. Irgendwie hat das einen gewissen Charme.
- Dass ich ein Superstar bin.
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- Vielleicht hat es so begonnen? Und jetzt spielt es keine Rolle mehr. Dieses Grinsen hat sich in dein Gesicht eingebrannt, und jetzt wirst du es nicht mehr los …
- Du kannst gar nicht damit aufhören, oder? Du hast überhaupt keine Wahl mehr. Dieses Grinsen hat sich in dein Gesicht eingebrannt, und jetzt wirst du es nicht mehr los …
- Du meine Güte, du kannst damit nicht aufhören! Du hast überhaupt keine Wahl mehr! Dieses Grinsen hat sich in dein Gesicht eingebrannt, und jetzt wirst du es nicht mehr los …
- Du meine Güte, du hast recht! Du hast überhaupt keine Wahl mehr. Dieses Grinsen hat sich in dein Gesicht eingebrannt, und jetzt wirst du es nicht mehr los …
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- Du Lügner. Du kannst nicht mal dir selbst gegenüber ehrlich sein. Na los, probier etwas aus!
- So ist es! Nicht einmal du selbst. Na los, probier doch etwas. Das ist kein Befehl.
- Eine gute Entscheidung. Probier doch etwas, wenn dir danach ist. Oder wie wäre es damit? Hör auf, in den Spiegel zu starren.
- Wenn du klugscheißt, wird der Blick sogar noch schlimmer. Jetzt wirkt er auch noch selbstgefällig.
- Da hast du recht.
- Das hatte es vielleicht mal. Vor zehn Jahren. Jetzt ist nicht viel mehr als eine kataleptische Totenstarre übrig.
- An deinem geschwollenen Hals findest du kein Lebenszeichen. Aber als du deine Hand auf deine Brust legst, spürst du einen unregelmäßigen Herzschlag. Du scheinst am Leben zu sein – noch.
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Hast du wirklich die ganze Zeit dieses dekadente homosexuelle Grinsen mit dir rumgetragen? Es ist widerlich. Kein Wunder, dass du es nie geschafft hast, dich deinem Anblick wirklich zu stellen.