Gespräch · René Arnoux
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„Ja …“, sagt der Mann mit einem Nicken. „Dieser Untergrund bietet uns etwas Abwechslung bei einem vertrauten Spiel.“
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„Nein“, erwidert er, während sein Blick über die Bucht schweift. „Der Krater wurde von schwerem Artilleriefeuer verursacht.“
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Schwere Artillerie sagst du? Das ist das beste Artilleriefeuer von allen. Sehr interessant.
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- „Ja.“ Er nickt und richtet sich auf. „Schweres Artilleriefeuer.“
- „Nein“, erwidert er, während sein Blick über die Bucht schweift. „Der Krater wurde von schwerem Artilleriefeuer verursacht.“
- „Nein“, sagt er völlig humorlos. „Er wurde von schwerem Artilleriefeuer verursacht.“
- „Ja“, erwidert er mit verhaltenem Nicken. „Er wurde von schwerem Artilleriefeuer verursacht.“
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„Weil so etwas nun mal passiert, wenn Kommunarden das Land kapern, die oberste Führung hinrichten und die Hauptstadt in ein Schlachthaus verwandeln. Man setzt schweres Geschütz ein, um seine Heimat zu säubern.“
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- „Kommis, Kommunisten, Sozialisten, Anarchisten – nennen Sie sie, wie Sie wollen. Sie bezeichnen sich nur so, um sich als etwas Besonderes zu fühlen.“ Der Karabinier runzelt die Stirn. „Sinnlose Sentimentalität.“
- „Weil so etwas nun mal passiert, wenn Kommunarden das Land kapern, die oberste Führung hinrichten und die Hauptstadt in ein Schlachthaus verwandeln. Man setzt schweres Geschütz ein, um seine Heimat zu säubern.“
„Leider nicht. Es waren die Ausländer, die sie in die Knie zwangen. Wir kämpften heldenhaft – zu heldenhaft. So heldenhaft, dass wir am Ende waren“, fügt er hinzu und drückt dabei eine Boulekugel in seiner Faust zusammen.
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„Wir hätten dreckig kämpfen sollen. So wie die mit ihrer Selbstmordsexkult-Propaganda und den irren Anarchistinnen, die an Schrapnellbomben festgebunden waren. Wir gingen nicht so weit. Uns fehlte das Kaliber. Gott behüte ihn, aber die Kanonen des Suzeräns waren einfach nicht groß genug.“
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(Du siehst dich um.) „Kann ich nachvollziehen. Ich würde hier auch alles in Schutt und Asche legen.“
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„Das hier ist der verdammte Brückenkopf, Söhnchen“, sagt er und deutet auf die Bucht. „Sie machten das nicht, weil es ihnen hier nicht gefiel, sondern weil sie die Kommis erst zermürben mussten.“
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- „Das hier ist der verdammte Brückenkopf, Söhnchen“, sagt er und deutet auf die Bucht. „Sie machten das nicht, weil es ihnen hier nicht gefiel, sondern weil sie die Kommis erst zermürben mussten.“
- „Das hier ist der verdammte Brückenkopf, Söhnchen“, sagt er und deutet auf die Bucht. „Sie mussten die Kommis erst zermürben.“
- „Weil das hier der verdammte Brückenkopf ist“, sagt er und deutet auf die Bucht. „Mussten die Kommis erst zermürben.“
„Ja.“ Er nickt und begutachtet dich mit einiger Verachtung. „Die vom Militär koordinierte amphibische Landung zur Rückeroberung Revachols.“
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Er findet deine geschichtlichen Wissenslücken beunruhigend. Ein Zeichen für geistigen Verfall bei den jüngeren Generationen.
„Martinaise war im Jahr 08 eine der drei Stellungen in Revachol während der Operation Todeshieb. Die anderen beiden befanden sich fernab in Stella Maris und dem Delta.“ Er deutet nach Nordosten.
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„Sie stehen hier auf blutigem Boden, wo die Stiefel der Koalition das erste Mal anlandeten und diese tollwütigen Hunde vertrieben. Höchstwahrscheinlich“, sagt er und blickt zu Boden, „spielen wir Pétanque auf ihren verstümmelten Leichen.“
„Blutiger Boden …“ Der andere schüttelt den Kopf. „Jetzt haben Sie René in Wallung gebracht. Als wäre er nicht schon zornig genug …“
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„Hmhm“, grummelt er. „Verstehen Sie mich nicht falsch, Officer. Ich hasse diese ausländischen Hunde. Aber der Feind meines Feindes und so weiter. Sie sind das kleinere Übel.“
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„Ja, verflucht – ich bin informiert! Die hatten ein Höllenfeuer auf diese Stadt niederregnen lassen, bevor sie sie stürmten. Und damit hatten sie auch Erfolg.“ Er hat einen merkwürdigen Schimmer in den Augen.
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- „Verdammt richtig, Söhnchen! Die hatten ein Höllenfeuer auf diese Stadt niederregnen lassen, bevor sie sie stürmten. Und damit hatten sie auch Erfolg.“ Er hat einen merkwürdigen Schimmer in seinen Augen.
- „Ja, verflucht – ich bin informiert! Die hatten ein Höllenfeuer auf diese Stadt niederregnen lassen, bevor sie sie stürmten. Und damit hatten sie auch Erfolg.“ Er hat einen merkwürdigen Schimmer in den Augen.
„Der Rest der Stadt wurde wieder hergerichtet, aber Martinaise blieb unangetastet, sozusagen als Mahnmal.“ Ein finsterer Schatten huscht über sein Gesicht. „Und jetzt haben die Sozialisten von der Gewerkschaft hier praktisch das Sagen.“
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„Na ja, es ist doch eure eigene Schuld“, bemerkt der heitere Mann. „Ihr, wir, die Koalition, Revachol – wen du auch verantwortlich machen willst –, niemand hat einen Schlusspunkt gesetzt. Offiziell hat die Partei nie kapituliert. Selbstverständlich hat sie immer noch Einfluss.“
„Sie haben nicht einmal ansatzweise verstanden, welche Rolle die Hauptakteure spielen, geschweige denn die konkreten Umstände dieser …“ Er hält mitten im Satz inne und wendet sich an dich. „Was denken Sie?“
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- „Die Kommis verstehen einfach nicht, wie Geld funktioniert.“
- „Diese Koalition scheint doch ziemlich was auf dem Kasten zu haben.“
- „Nichts. Ich denke nicht. Ich bin ein Macher.“
- „Fremde Mächte haben unseren Schlamassel bereinigt, und jetzt herrschen sie über uns.“ (Du schüttelst voller Scham den Kopf.)
- „Es ist schon richtig so. Sanfte Sozialisten, die der harten Arbeiterklasse den Weg ebnen, damit sie die Kontrolle übernehmen kann.“
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„Ganz recht. Aber ich bedauere, dass es ausgerechnet die Koalition sein musste. Nachdem ich acht Jahre lang gegen diese tollwütigen Kommis gekämpft, mich von gekochten Katzen ernährt und in den Bergen Pisse getrunken hatte …“ Er atmet tief ein.
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„… hätte ich es bevorzugt, wenn der ehrenwerte König Guillaume nach Revachol zurückgekehrt wäre, oder sogar dieser verdammte Kasper Frissel sich aus seinem Grab erhoben und uns angeführt hätte. Leider war das nicht der Fall.“
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- „Ganz recht. Aber ich bedauere, dass es ausgerechnet die Koalition sein musste. Nachdem ich acht Jahre lang gegen diese tollwütigen Kommis gekämpft, mich von gekochten Katzen ernährt und in den Bergen Pisse getrunken hatte …“ Er atmet tief ein.
- „Ich bedauere, dass es ausgerechnet sie sein mussten.“ Er senkt den Kopf und sieht auf seine Stiefel. „Nachdem ich acht Jahre lang gegen diese Hyänen gekämpft, mich von gekochten Katzen ernährt und in den Bergen Pisse getrunken hatte …“
- „Verdammt, ich bedauere einfach so sehr, dass es ausgerechnet die Koalition sein musste …“ Er schenkt deinen Worten keine richtige Beachtung mehr. „Nachdem ich acht Jahre lang gegen diese Hyänen gekämpft, mich von gekochten Katzen ernährt und in den Bergen Pisse getrunken hatte …“
- „Lächerlich! Das können Sie nicht ernst meinen.“ Er runzelt die Stirn. „Ich bedauere nur, dass es ausgerechnet sie sein mussten. Nachdem ich acht Jahre lang gegen diese roten Hyänen gekämpft, mich von gekochten Katzen ernährt und in den Bergen Pisse getrunken hatte …“
- „Mitnichten. Und ich bedauere, dass es ausgerechnet sie sein mussten. Nachdem ich acht Jahre lang gegen diese Hyänen gekämpft, mich von gekochten Katzen ernährt und in den Bergen Pisse getrunken hatte …“ Er holt tief Luft.
„Stattdessen wurde alles Gerechte, Heilige und Schöne auf dieser Welt ausradiert, und jetzt hängen überall nur noch Leuchtreklamen für Zahnpasta. Fremde Einflüsse bieten allen möglichen Müll feil, und dumme Musik läuft im Rundfunk.“ Er seufzt.
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„Genau darauf waren die Kommis aus. Es war von vornherein ihr Plan. Damit wollten sie die Herrschaft des Suzeräns ersetzen.“
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„Verdammter Frissel – er war der König, den wir nicht beschützen konnten. Die Karabiniers ließen ihn … und die Krone… im Stich.“ Der alte Veteran verstummt und massiert sich die Brust. „Er starb in den Händen des Pöbels bei einer öffentlichen Hinrichtung.“
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Er steht ganz krumm da, als er das sagt. Zuzugeben, dass sie den König dem Pöbel überlassen haben, lässt ihn kleiner erscheinen.
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„Ein wahrer König, sowohl von Geblüts als auch von Verstandes wegen. Er herrschte vor Frissel über Revachol. Er wäre der bessere Herrscher gewesen, aber die verdammten Kommis haben ihn ins Exil verjagt.“
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Moment mal, Joyce hat gesagt, dass Guillaume geflohen ist und sein Neffe Frissel an seiner statt erschossen wurde.
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„Die Kommis haben Guillaume nicht verjagt. Er ist von selbst gegangen, als die Dinge schlecht für ihn standen, und hat Frissel seinem schmerzhaften Schicksal überlassen.“
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Ins Exil? Joyce hat gesagt, dass Guillaume floh und sein Neffe Frissel an seiner statt erschossen wurde.
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In seinem Gedankengut finden sich einige Anzeichen für Selbsttäuschung. Hört sich an, als wolle er sich nicht eingestehen, dass Guillaume ihn verlassen hat.
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„Der Suzerän ist der König. Haben das etwa schon alle vergessen?“, fragt er. Dann nickt er langsam und sagt zu sich selbst: „Sie haben es schon vergessen.“
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Bald werden sie alles vergessen haben. Genau wie ihn … Dann entscheidet er sich für Wut anstelle der Melancholie.
„Es ist sinnlos, mit Ihnen zu reden. Sie waren damals noch in Papas Hodensack, als wir unser letztes Gefecht gegen das Ungeziefer schlugen und die Kavallerie direkt ins Gewehrfeuer ritt.“
Eine Strategie, die gegen automatische Waffen nie zu empfehlen ist. Diesen Fehler solltest du auf keinen Fall begehen.
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Das ist unser Mann! So wie er über den Krieg und vergangene Zeiten spricht – Gefolgsmann durch und durch. Frag ihn, wie man die Zeit zurückdreht!
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„Welche Rolle hat Filippe III. bei dieser ganzen Sache gespielt?“ (Du zeigst zum Denkmal hinüber.)
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„Gar keine“, antwortet der Veteran scharf. „Das war vor einhundert Jahren. Das hat nichts damit zu tun.“
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„Mitnichten. Und ich bedauere, dass es ausgerechnet sie sein mussten. Nachdem ich acht Jahre lang gegen diese Hyänen gekämpft, mich von gekochten Katzen ernährt und in den Bergen Pisse getrunken hatte …“ Er holt tief Luft.