Alternative Zeilen · 1
„… und die SRV zu einer korrupten Farce eines Arbeiterstaats verkommen ist …“
„… und die SRV zu einer korrupten Farce eines Arbeiterstaats verkommen ist …“
„… und wir unsere ganze Zeit damit verschwenden, uns darüber zu streiten, wer insgeheim ein Liberaler ist …“
„Wenn wir dem kommenden Untergang nicht entfliehen können …“
„Wenn wir uns nicht einmal darauf einigen können, ob es beim Kommunismus um Plasma oder Psychologie oder Erbsen geht …“
Also gut, dann wollen wir mal. Wir setzen alle deine verfügbaren grauen Zellen ein, um uns eine Frage über den Kommunismus einfallen zu lassen. Nein, um uns die Frage über den Kommunismus einfallen zu lassen, das Alpha und Omega aller Fragen in Bezug auf den Kommunismus. Und diese Frage lautet:
Vielleicht in einem anderen Leben, aber bestimmt nicht in diesem. Sieh es ein, das ist die Frage, die du schon die ganze Zeit mit dir herumgetragen hast.
Schon, du bist einige Zeit lang in deinem Theorielabyrinth herumgeirrt, aber das hier ist der Elefant, der die ganze Zeit im Raum stand …
Der junge Mann blickt dich kurz verwirrt an, als ob er schwören könnte, dass du etwas anderes gefragt hättest und er sich nur verhört hätte.
Du hast nur ausgesprochen, was alle anderen bloß gedacht haben. Schau dich um – siehst du hier irgendwelche Frauen?
„Ja, das habe ich gehört. Gib mir einen Moment.“ Er atmet tief ein und wendet sich dann an dich …
„Weil sie nicht mit mir zurechtkommen, ich bin nämlich ein gottverdammter Superstar.“
„Vielleicht ist dein Problem, dass du meinst, es wäre ihr Problem, mit dir zurechtzukommen …“
„Du hast diese Frage gestellt, weil du noch immer unter dem Einfluss von Ideologie stehst. Das ist ganz natürlich. Du bist wie ein Fisch, dem gerade erst klargeworden ist, dass sein gesamtes Leben durch die Meeresströmung bestimmt worden ist.“
„Und genau das macht Ideologien aus. Es ist, als gäbe es überall unsichtbare Kräfte, die einen zu diesem und zu jenem treiben, ohne dass man überhaupt weiß, dass es sie gibt.“
„Alles, Mann. Das ist Teil des kommunistischen Projekts: die ideologischen Strukturen zu zerstören, die Männer und Frauen auf diese identitätslosen Hülsen reduzieren.“
„Ganz und gar nicht. Sie waren das Revolutionspärchen, die Doppelkommissare der Revolution in Insulinde.“
„Julia Dobrewa kam aus Graad. Jean Abadanaiz wurde in Revachol geboren. Sie war brillant, charismatisch, ein revolutionärer Komet. Er war ihr Partner und Stabilisator, der Planet, der sie in ihrer Umlaufbahn gehalten hat.“
Zu schade, dass sie auf einer namenlosen Insel in Ozonne aufgefunden wurden, einer so tot wie die andere …
„Den Grundgedanken der dualen Führung, der Décomptage, haben wir von ihnen. Sie ist Revachols großer Beitrag zum revolutionären Gedankengut. Ich glaube, dass sie selbst bis zum heutigen Tag noch in ähnlicher Form in der BMR praktiziert wird.“
„Mir war nicht bewusst, dass sie sich sogar bis zur Revolution zurückverfolgen lässt. Aber eigentlich ist das nicht weiter überraschend …“
Er seufzt. „Es steckt schon mehr dahinter. Menschen treffen trotzdem ihre eigenen Entscheidungen. Es kommt darauf an, ob man weiß, was einen beeinflusst.“
Der junge Mann nickt, sagt aber nichts. Anscheinend lenkt ihn etwas ab …
Er ist in Gedanken versunken. Du fragst dich, was für einen Treibsand du tief in seiner Seele aufgewirbelt hast.
„Sie sind so gestorben, wie sie es wollten, wie echte Revolutionäre. Das spricht für sie.“
Aber was ist aus ihnen geworden? Anscheinend wird das in den Geschichtsbüchern ausgelassen …
„Sie waren nicht nur ein Paar, sondern auch die Doppelkommissare der Revolution in Insulinde.“
„Das sogenannte ‚Revolutionspärchen‘. Sie waren die Doppelkommissare der Revolution in Insulinde.“
„Natürlich ist das möglich. Eben nur wahnsinnig schwierig. Man muss schon fast eine Figur der Weltgeschichte sein, um das zu schaffen.“
„Ah, Gendarme. Dein Problem ist kein ideologisches, sondern ein persönliches …“
„Weil ich nicht mit <i>ihnen/i> zurechtkomme. Ich bin nämlich ein erbärmlicher Mann.“
„Vielleicht ist dein Problem, dass du meinst, ihr Herr werden zu müssen.
„Das liegt daran, dass dein Gehirn in Ideologie schwimmt, Gendarme. Es ertrinkt quasi darin …“
Ist „Ideologie“ so etwas wie hochprozentiger Alkohol? Denn der ist das Einzige, worin dein Gehirn schwimmt.