Mittel · Schauder ≥ 4
Draußen unter der aufgehenden Sonne – die Fenster der Cafeteria, zerfetzt und in Ruinen, erglänzend in ihrem morgendlichen Licht.
Vor Gedankeneffekten; weitere Dialogbedingungen können gelten.
709 · Stimmen und Dialoge
Draußen unter der aufgehenden Sonne – die Fenster der Cafeteria, zerfetzt und in Ruinen, erglänzend in ihrem morgendlichen Licht.
Draußen in der Mittagssonne – Ruinen. Die Bürgersteige haben Risse, von den Bänken schält sich die Farbe ab. Zeitungen werden vom Wind davongetragen.
Draußen im Mondschein – Stille, gekleidet in den Schein von Natriumdampflampen. Zerrissen und in Fetzen …
Plötzlich frischt draußen der Wind auf. Du hörst, wie die großen Fenster in ihren Rahmen zu klappern beginnen. Er trägt Zeitungen durch die Luft; umkreist das Whirling-in-Rags wie eine Säule der Wärme …
Ein Heulen in der Ferne, die Promenade von Salzwasser und Regen gepeitscht – eine uralte Wärme kriecht dir unter die Haut.
Draußen sickert der schmelzende Schnee in die Risse der Wände und der mit Kopfstein gepflasterten Straßen. Bis hinab in die Kanalisation … Über der Erde blühen die ersten Maiglöckchen. Du kannst es spüren. Eine durchdringende Kälte. Dann ist der Schauder vorbei.
Als du den Namen deines Leuchtturms – Revachol – hörst, läuft es dir eiskalt den Rücken herunter …
Eine imposante Gestalt von beinahe mythischen Proportionen füllt den gesamten Raum aus. Der Mann steht gebeugt vor dem Waschbecken. Selbst bei den kleinsten Bewegungen ist das Muskelspiel unter seiner Haut zu erkennen, das an Wellen auf dem Meer erinnert.
Hier sollte etwas sein – eine Erinnerung, ein Gefühl, vielleicht bloß ein flüchtiger Blick –, aber die Tiefen deiner Psyche schweigen. Du hast nicht eine einzige Erinnerung an deine Mutter.
In den Tiefen deines Verstandes bewegt sich etwas und jagt eisige Schauer durch dein Bindegewebe. Du sitzt auf einem Tretschlitten, der durch den Schnee rast. Hinter dir befindet sich eine warme, gütige Person, die den Schlitten lenkt und deren in einem Fausthandschuh steckende Hand auf deinem Rücken ruht. Du fühlst dich sehr, sehr geliebt – und sehr, sehr sicher.
Deine Armhaare stellen sich auf. Hinter dem Fenster heult der Wind … Vor deinem inneren Auge nehmen die Umrisse eines kleinen Badezimmers Gestalt an. Über dem Waschbecken steht ein Becher mit zwei beschrifteten Zahnbürsten …
Er rasiert sich. Vielleicht will er auch gleich Holz hacken, denn … Oh, er rasiert sich tatsächlich! Er lässt eine riesige Axtklinge sein stoppeliges Kinn hinabgleiten – und knurrt dabei immer wieder. Von seinem nackten Körper steigt Dampf auf … Das Bild verschwimmt.
Auf einer steht „Martha“, in die andere, bei der es sich um einen Kauknochen zu handeln scheint, ist „Jairzinho“ eingeschnitzt. Ein Schatten legt sich über den Keramikbecher …
Draußen sickert der Frühlingsregen in die Risse der Wände, der mit Kopfstein gepflasterten Straßen und in die mit Rosten bedeckten Gullys. Bis hinab in die Kanalisation … Über der Erde blühen die ersten Maiglöckchen.
Irgendwo dort draußen – einen Kilometer südöstlich von hier – lässt ein Windstoß das Feld-Gebäude erzittern. Seine staubigen Fenster klappern und locken dich seltsam kalt, noch einmal den Wind zu befragen.
Ein kalter Wind pfeift durch das Schilfdickicht … Er trägt etwas Schönes in sich. Etwas Schlafendes. Es läuft dir kalt den Rücken herunter. Als du dich umsiehst, bist du noch immer im Whirling-in-Rags.