Gespräch · Der Deserteur
Sprecher · 29
Der Deserteur
Zwielicht
Kim Kitsuragi
Logik
Reaktionsvermögen
Du
Rhetorik
Auge-Hand-Koordination
Suggestion
Schauspielkunst
Wahrnehmung (Sehen)
Wahrnehmung (Riechen)
Visuelles Kalkül
Ausdauer
Schmerzgrenze
Cuno
Konzeptbildung
Willenskraft
Korpsgeist
Beherrschung
Elektrochemie
Mechanik
Autorität
Enzyklopädie
Innenleben
Empathie
Schauder
Gewandtheit
Wahrnehmung (Hören)
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„Der Name gefällt Ihnen, nicht wahr? Sie hatte eine intime Beziehung mit dem Opfer. Dem Söldner.“
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„Mit dem Opfer …“ Er wendet seinen Blick vom sich weiß färbenden Blumenfeld ab und verstummt. Dann zucken die Muskeln in seinem Kiefer, ein Spasmus.
Da zittert etwas – sieht wie ein Lächeln aus. Ein schiefes Lächeln. Allerdings ist es nicht ganz freiwillig. Er steht kurz davor, alles auszuplaudern …
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Fast. Aber du brauchst noch eine Sache. Nur noch eine. Oder vielleicht auch zwei …
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„Maiglöckchen – hinter dem Fenster des Opfers! Die habe ich hier wachsen sehen.“ (Du zeigst auf sie.)
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„Verdammte Maiglöckchen …“ Er blickt auf das blühende Feld. „Die machen die ganze Insel weiß …“
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„Du bist völlig vom Weg abgekommen, Droite. Das bist du …“ Er schüttelt den Kopf. Auf seinem Schädel und Kinn sind Büschel grauweißer Haare …
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„Du bist völlig vom Weg abgekommen, Genosse. Das bist du …“ Er schüttelt den Kopf. Auf seinem Schädel und Kinn sind Büschel grauweißer Haare …
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„Sie haben es getan – weil Sie auf der Seite der Gewerkschaft stehen, nicht wahr? Es war politisch motiviert.“
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„Die ‚Gewerkschaft der Débardeure‘ ist ein sozialdemokratischer Pissfleck, und das fette Bourgeoisschwein, das sie in der Tasche hat …“ Er schüttelt den Kopf.
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„Vertraue niemals einem Sozialdemokraten. Sozialdemokraten sind Päderasten – und Frauen. Die sind der wahre Feind.“
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Das ist ein wenig Stoff für später – er kennt seinen Namen. Aber jetzt vor allem das Tempo halten, nicht nachlassen …
„Vorbei? Es war schon vorbei, als die Küste mit Artillerie beschossen wurde … und der Druck Körper zerfetzte. Da war es vorbei. Für uns alle.“ Seine starren Augen sehen förmlich durch dich hindurch.
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„Ihr Arschlöcher versteht doch gar nichts. Die Geschütze, die Blutfontänen … die unglaubliche Aggression, wenn man Klasseninteressen angreift.“
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„Es tut mir leid, was passiert ist.“ Der Lieutenant spricht mit sanfterer Stimme: „Aber wir gehören nicht zur Moralintern. Wir sind Bürger Revachols, wie Sie.“
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„Ihr seid der Feind“, kreischt er. „Ihr seid die Hellebardiere des liberalen Marktregimes.“
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- „Ich bin zehnmal radikaler als Sie. Ich gehöre zur radikalen Mitte. Ich bin es, der das alles hier vor dem Wahnsinn bewahrt.“
- „Wir werden ein Parlament haben. Es wird den Markt absichern und die Lage auf der Straße stabilisieren. Dafür stehe ich – echte Demokratie.“
- „Sie haben recht. Ich bin ein Kollaborateur, aber wenigstens tue ich etwas. Ich halte den Frieden auf den Straßen aufrecht, wohingegen Sie alles nur kaputtmachen.“
- „Ich weiß, was hier in dieser Stadt passiert ist. Ihr tollwütigen Geistesgestörten habt sie auseinandergenommen und 50 Millionen Menschen getötet.“
- „Das ist mir egal. Es interessiert mich nicht, was vor fünfzig Jahren war. Wir leben im Jetzt, und ich muss die Stadt beschützen.“
- „Ich bin Revacholer, genau wie Sie. Ich arbeite nicht für die Hunde oben in La Delta. Ich untergrabe das System von innen heraus.“
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„Ich bin zehnmal radikaler als Sie. Ich gehöre zur radikalen Mitte. Ich bin es, der das alles hier vor dem Wahnsinn bewahrt.“
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„Wir sind zehnmal radikaler als Sie. Wir gehören zur radikalen Mitte. Wir sind es, die das alles hier vor dem Wahnsinn bewahren.“
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„Das soll kein Wahnsinn sein? Alle zwanzig Sekunden hört man einen Schuss. Kinder schießen auf irgendeinen Scheiß, während diese Leute kommen und sich eins aussuchen … Verfickte Kinderschänder …“ Er verschluckt sich fast an seiner eigenen Stimme.
Du siehst den Mörder in ihm. Er hustet wegen der geringen Intensität seiner eigenen Stimme. Ihm sind die Worte ausgegangen, und seine Augen quellen aus seinem Schädel hervor.
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- „Sicher? Das nennst du sicher? So sieht eine Niederlage aus! Alle zwanzig Sekunden hört man einen Schuss. Der Krieg hat nie aufgehört, aber wir verlieren ihn …“ Er verschluckt sich fast an seiner eigenen Stimme.
- „Klar, das System von innen untergraben … Du kranker Hund! Du leckst ihnen doch nur die Eier …“ Er verschluckt sich fast an seiner eigenen Stimme.
- „Stabilisieren … Dieses Parlament wird das Schloss an diesem Käfig sein. Es wird einen verdammten Scheiß stabilisieren. Der Markt ist der Ruin, der vor Mitleid und Leid nur so trieft …“ Er verschluckt sich fast an seiner eigenen Stimme.
- „Den Frieden aufrechterhalten? Das nennst du Frieden? Alle zwanzig Sekunden hört man einen Schuss. Der Krieg ist noch da, aber wir verlieren ihn …“ Er verschluckt sich fast an seiner eigenen Stimme.
- „Das soll kein Wahnsinn sein? Alle zwanzig Sekunden hört man einen Schuss. Kinder schießen auf irgendeinen Scheiß, während diese Leute kommen und sich eins aussuchen … Verfickte Kinderschänder …“ Er verschluckt sich fast an seiner eigenen Stimme.
- „Es waren 200 000! Höchstens 200 000. Die Zahlen sind doch Irrsinn“, zischt er. „Millionen, Abermillionen sind nach der Landung gestorben! Durch eure Hand …“ Er verschluckt sich fast an seiner eigenen Stimme.
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Die ganze Welt ist ein abgeschlossenes System für ihn, schon die ganze Geschichte lang. Nur ein einziges Mal ist ein Lichtstrahl hineingefallen, vor vierundvierzig Jahren.
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In seinem Wutanfall scheint er sich von etwas losgerissen zu haben. Ein kleines Feuer flackert tief in seinen Augen, wie eine Zündflamme in einem Gasbrenner …
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„Wir werden ein Parlament haben. Es wird den Markt absichern und die Lage auf der Straße stabilisieren. Dafür stehe ich – echte Demokratie.“
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„Wir werden ein Parlament haben. Es wird den Markt absichern und die Lage auf der Straße stabilisieren. Dafür stehen wir – echte Demokratie.“
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„Stabilisieren … Dieses Parlament wird das Schloss an diesem Käfig sein. Es wird einen verdammten Scheiß stabilisieren. Der Markt ist der Ruin, der vor Mitleid und Leid nur so trieft …“ Er verschluckt sich fast an seiner eigenen Stimme.
„Sie haben recht. Ich bin ein Kollaborateur, aber wenigstens tue ich etwas. Ich halte den Frieden auf den Straßen aufrecht, wohingegen Sie alles nur kaputtmachen.“
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„Sie haben recht. Wir sind Kollaborateure, aber wenigstens tun wir etwas. Wir halten den Frieden auf den Straßen aufrecht, wohingegen Sie alles nur kaputtmachen.“
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„Den Frieden aufrechterhalten? Das nennst du Frieden? Alle zwanzig Sekunden hört man einen Schuss. Der Krieg ist noch da, aber wir verlieren ihn …“ Er verschluckt sich fast an seiner eigenen Stimme.
„Ich weiß, was hier in dieser Stadt passiert ist. Ihr tollwütigen Geistesgestörten habt sie auseinandergenommen und 50 Millionen Menschen getötet.“
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„Wir wissen, was hier in dieser Stadt passiert ist. Ihr tollwütigen Geistesgestörten habt sie auseinandergenommen und 50 Millionen Menschen getötet.“
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„Es waren 200 000! Höchstens 200 000. Die Zahlen sind doch Irrsinn“, zischt er. „Millionen, Abermillionen sind nach der Landung gestorben! Durch eure Hand …“ Er verschluckt sich fast an seiner eigenen Stimme.
„Das ist mir egal. Es interessiert mich nicht, was vor fünfzig Jahren war. Wir leben im Jetzt, und ich muss die Stadt beschützen.“
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„Das ist mir egal. Es interessiert mich nicht, was vor fünfzig Jahren war. Wir leben im Jetzt, und wir müssen die Stadt beschützen.“
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„Sicher? Das nennst du sicher? So sieht eine Niederlage aus! Alle zwanzig Sekunden hört man einen Schuss. Der Krieg hat nie aufgehört, aber wir verlieren ihn …“ Er verschluckt sich fast an seiner eigenen Stimme.
„Ich bin Revacholer, genau wie Sie. Ich arbeite nicht für die Hunde oben in La Delta. Ich untergrabe das System von innen heraus.“
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„Wir sind Revacholer, genau wie Sie. Wir arbeiten nicht für die Hunde oben in La Delta. Wir untergraben das System von innen heraus.“
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„Klar, das System von innen untergraben … Du kranker Hund! Du leckst ihnen doch nur die Eier …“ Er verschluckt sich fast an seiner eigenen Stimme.
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„Mit denen haben wir nix am Hut, ey“, rotzt der Junge. „Hier steht Revachol-West auf der Matte, verfickt noch mal.“
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„Du machst mit dem Feind gemeinsame Sache, Junge“, kreischt er. „Ein verfickter Hellebardier des liberalen Marktregimes.“
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„Bei euch Individualisten geht es immer nur um Marken … Wen interessiert es schon, von welcher Marke meine Schuhe sind? Sansa…“ Er sieht sich seine matschüberzogenen Schuhe an. „…irgendwas.“
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„Verblödeter Schwachkopf …“ Der alte Mann streckt sein Bein aus. Ein schwarzweißes Spiralmuster überdeckt die Sohle der alten, abgelaufenen Laufschuhe an seinen Füßen.
Der Hersteller ist Sansarique – das Modell heißt Corbeille, die Größe ist 43.
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Das sind nicht die Schuhe mit dem ungewöhnlichen Horizontalmuster auf den Sohlen, deren Abdrücke du im Staub auf dem Boden des Geheimraums gesehen hast. Sie scheinen allerdings etwa dieselbe Größe zu haben.
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„Man zieht auch mal andere Schuhe an. Es bedeutet also nicht, dass Sie nicht trotzdem dort, in der Nähe des Zimmers, in dem das Opfer zu Tode kam, herumgeschlichen sind.“
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„Rotieren die Rädchen da oben schon?“ Er kneift seine Augen zusammen – schwarze Perlen, die vor Hass funkeln, als er dich ansieht. „Du willst wohl verzweifelt deinen Herren etwas berichten. Sie müssen den toten Penner ja richtig geliebt haben …“
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Die Abdrücke waren die seinigen. Das könnt Ihr in jenen Augen sehen, deren Funkeln er nicht zu unterdrücken vermag und die nach etwas suchen …
Der alte Mann starrt seine eigenen Fußabdrücke in der Asche um das Feuer herum an. Unvermittelt verstummt er. Ein merkwürdiger Prozess hat in ihm eingesetzt. Ein Windstoß. Seemöwen in der Ferne.
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- „Korrupter Handlanger der Pädophilen …“ Der alte Mann schüttelt den Kopf. „Du willst ihnen wohl verzweifelt etwas berichten. Deinen liberalen Herren. Sie müssen den toten Penner ja richtig geliebt haben …“
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- Die Abdrücke waren die seinigen. Das könnt Ihr in jenen Augen sehen, deren Funkeln er nicht zu unterdrücken vermag und die nach etwas suchen …
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Ganz einfach? Nein. Das ist eine weitere ungelöste Frage, die Ihr nie beantworten werdet!