Gespräch · Beherrschung
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Was dir an diesem hageren Mann auffällt, sind weder die Magenschmerzen noch der Husten noch die Unterernährung. Es ist genau das, was du bisher nicht gesehen hast. Für einen Mann, der sich vierundvierzig Jahre lang in urbaner Wildnis aufgehalten hat …
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- Was dir an diesem hageren Mann auffällt, sind weder die Magenschmerzen noch der Husten noch die Unterernährung. Es ist genau das, was du bisher nicht gesehen hast. Für einen Mann, der sich vierundvierzig Jahre lang in urbaner Wildnis aufgehalten hat …
- Was dir an diesem hageren Mann auffällt, sind weder die Magenschmerzen noch der Husten noch die Unterernährung. Für einen Mann, der sich vierundvierzig Jahre lang in urbaner Wildnis aufgehalten hat …
In der Tat. Er spricht fließend, seine Bewegungen sind schnell, wenn auch erratisch. Seine Stimme – trotz des Hustens – versagt nicht. Er ist fähig, komplizierte Ideen auszudrücken. Und vor allem scheint er munter zu sein.
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Es ist dir ein Rätsel. Diese Munterkeit hat auch ihren Preis: erratische Handbewegungen, Gedankenabreißen, wenn er einfach nur die Holzscheite oder das Schilf anstarrt. Er leidet außerdem an Gemütsschwankungen, die ungezügelt – ohne jede Kontrolle durch sein Nervensystem – an die Oberfläche sprudeln.
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Außerdem brodelt immer wieder Lust an die Oberfläche. Was bei Leuten in seinem Alter nicht gerade gewöhnlich ist.
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- „Stehen Sie unter dem Einfluss von Amphetaminen?“
- „Herr Dros, nehmen Sie irgendwelche psychoaktiven Substanzen?“
- Könnte sein Jähzorn nicht ein Nebenprodukt seines Lebens sein?
- Die Lust. Sollten seine … Drüsen mittlerweile nicht aufgehört haben, zu funktionieren?
- „Herr Dros, geht es Ihnen gut? Wie steht es um Ihr Gedächtnis?“ (Du beendest die Untersuchung.)
- „Was ist mit Pyrholidon?“
- Demenz?Gemerkt · 1
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„Nein!“ Er fängt sich. „Ich werde mich nicht mit Scheiße vollstopfen, so wie der Rest der Stadt.“
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„Sie haben gesagt, dass Sie Schmerzmittel einnähmen …“ Der Lieutenant folgt deinem Ansatz.
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„Die schlucke ich, um mit den Schmerzen klarzukommen. Die Leute in dieser Stadt nehmen Schmerzmittel, weil sie Schmerzen haben. Unbehandelte Krankheiten und zu wenig Geld für gierige Ärzte.“
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Bist du dir sicher, dass er bei klarem Verstand ist? Vielleicht leidet er nur an einer Extremform des Sozialismus.
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Seinen unvermittelten Anfällen nach zu urteilen ist es kein Sedativum, sondern eher ein Stimulans.
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Möglich. Aber hier scheint es sich um mehr als das zu handeln. Die innere Unruhe nimmt überraschende Wendungen, als ob sie sich seiner Kontrolle entziehen würde …
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- Da ist auf jeden Fall was Hormonelles im Spiel. Was für eine Krankheit er auch haben mag, sie hat auf jeden Fall eine sexuelle Komponente.
- Zusammengefasst vermutest du eine zugrundeliegende neurologische Störung.
- Könnte es durch eine Art Substanzmissbrauch verursacht sein? Vielleicht ist er ja von etwas abhängig – von mehr als nur den Schmerzmitteln, die er ganz offensichtlich nimmt.
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Da ist auf jeden Fall was Hormonelles im Spiel. Was für eine Krankheit er auch haben mag, sie hat auf jeden Fall eine sexuelle Komponente.
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„Herr Dros, geht es Ihnen gut? Wie steht es um Ihr Gedächtnis?“ (Du beendest die Untersuchung.)
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„Nein, mir geht es nicht gut.“ Er bewegt seine Hand, als würde er etwas verfolgen, das nicht da ist. „Ich scheiße Blut und bin von Verrückten umzingelt.“
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Da sind sie wieder – die erratischen Handbewegungen. Die Wutanfälle. Und natürlich die Sache mit dem Magen.
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Könnte das ein Symptom einer Überdosis sein? Von etwas, das noch nicht einmal du probiert hast? Halte die Augen offen.
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Du hast schon Menschen gesehen, die dement waren. Auch wenn das hier einen ähnlichen Eindruck macht, ist es doch irgendwie anders. Wenn sich seine Gedanken bewegen, ist sein Denken klar, sogar scharfsinnig – und nicht senil.
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Könnte es durch eine Art Substanzmissbrauch verursacht sein? Vielleicht ist er ja von etwas abhängig – von mehr als nur den Schmerzmitteln, die er ganz offensichtlich nimmt.
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Was dir an diesem hageren Mann auffällt, sind weder die Magenschmerzen noch der Husten noch die Unterernährung. Für einen Mann, der sich vierundvierzig Jahre lang in urbaner Wildnis aufgehalten hat …
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Von den seltenen erratischen Handbewegungen, dem Schmatzen mit den Lippen und dem ständigen Starren ins Feuer abgesehen, kannst du nur erkennen, dass er alt ist.
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- Von den seltenen erratischen Handbewegungen, dem Schmatzen mit den Lippen und dem ständigen Starren ins Feuer abgesehen, kannst du nur erkennen, dass er alt ist.
- Er neigt zu erratischen Handbewegungen und ist in einem schlechten Ernährungszustand. Aber das war’s auch schon. Mehr kannst du seiner gekrümmten Haltung nicht entnehmen. Der Moment zieht vorüber, und du sagst …
- Er ist augenscheinlich ein Konsument von Schmerzmitteln aller Art, der zu erratischen Handbewegungen neigt und unterernährt ist. Aber das war’s auch schon. Der Moment zieht vorüber, und du sagst …
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Für einen Sechzigjährigen mit Magenbeschwerden, der sein gesamtes Leben allein auf einer verlassenen Insel gelebt hat, macht er einen überraschend fitten Eindruck.
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Er ist augenscheinlich ein Konsument von Schmerzmitteln aller Art, der zu erratischen Handbewegungen neigt und unterernährt ist. Aber das war’s auch schon. Der Moment zieht vorüber, und du sagst …
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Er neigt zu erratischen Handbewegungen und ist in einem schlechten Ernährungszustand. Aber das war’s auch schon. Mehr kannst du seiner gekrümmten Haltung nicht entnehmen. Der Moment zieht vorüber, und du sagst …
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„Eine Tragikomödie …“ Mit einem Rütteln erwacht er wieder zum Leben. „Junkies, Prostituierte und Rentiers.“
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Ein merkwürdiger kleiner Motor scheint wieder in ihm angesprungen zu sein. Er setzt sich auf.
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Abscheu drückt ihm die Spinnweben aus den Augen und wischt die Melancholie beiseite. Er genießt es.
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„Schwachsinnige …“ Der alte Mann in der dreckigen Trainingshose starrt dich wutschnaubend an. Vom Meer kommt ein Windstoß, der das Schilf hinter ihm biegt …
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„Konkret ist die ganze Stadt ein Beinhaus, leergeräumt und in Neon gehüllt. Aber Martinaise …“ Er schüttelt zutiefst angewidert seinen Kopf. „Martinaise ist das Letzte.“
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„Wegen der Rassisten. Jeder in Martinaise ist ein Rassist, das ist ihnen das Liebste auf der ganzen Welt. Sie hören sich ihre Rundfunksendungen über Rassen an. In den Ruinen und in ihren Lastwagen.“ Er zeigt zum Festland hinüber.
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„Vollgepumpt mit Steroiden und Radio Revachol 92. Rasse hier, Rasse da … Alles abgesegnet von dieser sozialdemokratischen Gewerkschaft und dieser Parodie eines Sozialdemokraten, der sie anführt …“
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„Ja, diese Fliegenlarve im Container. Er hat irgendwelche nihilistischen Werbeyuppies eine Statue von Filippe III. – einem Mörder mit Syphilis – auf dem Dorfplatz errichten lassen. Um auf die Arbeiterklasse zu spucken.“
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„Seit den Leibeigenen des antiken Perikarnassis hat die Geschichte keine trägere Gesellschaftsklasse als das Proletariat Martinaises hervorgebracht. Der Rest von Revachol gibt zumindest vor, Wiederaufbau zu betreiben, während diese Leute noch in Ruinen leben …“
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„In Zelten, wie die Tiere …“ Er zeigt auf die Kirche. „Wie diese Bumm-Bumm-Bumm-Bekloppten auf dem Eis. Zu schade, dass die nicht gleich in ihrem Zelt ersoffen sind.“ Bedauernd, dass er diesen Anblick verpasst hat, schüttelt er den Kopf.
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„Die Schlimmste ist allerdings die blutgetränkte Soucouyant auf ihrer Jacht, die sich schon die Lippen geleckt hat. Die alte Hure ist jetzt weg, ihre waffenstarrenden Porzellangestalten sind tot – also, eigentlich nicht …“
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„Der Allerschlimmste ist dieser alte Hahn, der den lieben langen Tag lang in seiner Uniform herumstolziert und Bälle wirft. Es reicht ja nicht, dass die Rassisten und Liberalen auf unseren Gräbern tanzen, nein! Die alten Loyalistenghuls marschieren auch noch immer in den Ruinen herum.“
„Jeden Morgen steht der auf der Matte. Während die Parasiten, für deren Schutz er gekämpft hat, weit weg in Ozonne oder Croyant-Morain oder auf einer anderen von den Inseln sind, auf denen sie ihre Paläste erbaut haben. Wo sie sich Drogen reinpfeifen und Sex mit ihren eigenen Kindern haben.“