Gespräch · Steban, der kommunistische Student
Sprecher · 28
Steban, der kommunistische Student
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Du
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Kim Kitsuragi
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Deine Aufmerksamkeit gleitet ab. Die Stimmen der jungen Männer verschwinden langsam. Du bemerkst, dass es ein kühler Abend ist.
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Draußen, jenseits des öden Geschwätzes, hörst du einen Seevogel in der Ferne. Und natürlich das Geräusch der großflächigen Leinenbahnen, die die fehlenden Teile der Wand abdecken …
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Die Art und Weise, wie sie sich im Nachtwind blähen, erinnert dich an etwas …
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- Draußen, jenseits des öden Geschwätzes, hörst du einen Seevogel in der Ferne. Und natürlich das Geräusch der großflächigen Leinenbahnen, die die fehlenden Teile der Wand abdecken …
- Dein Blick schweift über das Gerümpel und die zusammengewürfelten Möbelstücke. Ganz ohne dein Zutun ziehen die Leinenbahnen, die das fehlende Stück Wand abdecken, deinen Blick auf sich …
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Gut, eine Vorstellung, die das Blut in Wallung bringt. Eine unberechenbare Kraft, die kämpft, um sich zu befreien …
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Du lässt das belebende Gefühl durch dich hindurchziehen. Dann richtest du deine Aufmerksamkeit auf die beiden jungen Männer, die anscheinend kurz vor dem Ende ihrer Ausführungen stehen.
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- Langsam ebbt das wohlige Gefühl wieder ab. Du richtest deine Aufmerksamkeit auf die beiden jungen Männer, die anscheinend kurz vor dem Ende ihrer Ausführungen stehen.
- Langsam – viel zu langsam – lässt dich der Schmerz wieder los. Du richtest deine Aufmerksamkeit auf die beiden jungen Männer, die anscheinend kurz vor dem Ende ihrer Ausführungen stehen.
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- Du lässt das belebende Gefühl durch dich hindurchziehen. Dann richtest du deine Aufmerksamkeit auf die beiden jungen Männer, die anscheinend kurz vor dem Ende ihrer Ausführungen stehen.
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Das muss es sein. Du stellst dir vor, wie du in einem kleinen Schlauchboot vom sanften Wellengang dahingetragen wirst …
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In einem anderen Leben hätte ein anständiger Seemann aus dir werden können. Wer weiß, vielleicht schaffst du das noch in diesem Leben.
Langsam ebbt das wohlige Gefühl wieder ab. Du richtest deine Aufmerksamkeit auf die beiden jungen Männer, die anscheinend kurz vor dem Ende ihrer Ausführungen stehen.
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Der Gedanke ist fast zu viel für dich. Was du nicht geben würdest, um einen Blick auf die nackten Beine darunter werfen zu können …
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Langsam – viel zu langsam – lässt dich der Schmerz wieder los. Du richtest deine Aufmerksamkeit auf die beiden jungen Männer, die anscheinend kurz vor dem Ende ihrer Ausführungen stehen.
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… aber woran, kannst du nicht sagen. Na ja, mal sehen, ob die Studenten noch zugange sind …
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Dein Blick schweift über das Gerümpel und die zusammengewürfelten Möbelstücke. Ganz ohne dein Zutun ziehen die Leinenbahnen, die das fehlende Stück Wand abdecken, deinen Blick auf sich …
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Das geht schon. Eine solche Auflistung kannst du aushalten. Seltsamerweise findest du diese Eintönigkeit sogar beruhigend.
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„Dann lass mal hören.“ Der junge Mann schenkt dir ein halbes Lächeln. Sein Kompagnon rümpft die Nase.
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„Klingt nach einem Ort für intensive intellektuelle Auseinandersetzungen. Genau mein Ding.“
„Genau darum geht es hier auch. Die Welt ist so seicht, alles voller Lärm und Wiederholungen. Wir sind an wirklich radikaler Kritik interessiert.“
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„Im Rahmen des masowianisch-historischen Materialismus, versteht sich.“
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„Nun, wir sind für unsere zuweilen hitzigen Debatten bekannt. Aber diese dienen stets unserem übergeordneten intellektuellen und ideologischen Projekt.“
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„Nein, so ist das wirklich ganz und gar nicht. Wichsfeste sind ein dekadentes Phänomen der Bourgeoisie; ein Zeitvertreib für überarbeitete Büroangestellte, denen vernünftige revolutionäre Ventile für ihre gesellschaftliche Unzufriedenheit und unterdrückte Sexualität fehlen.“
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„Eines der banaleren Symptome des Kapitalismus. Aber reden wir von etwas anderem.“
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„Aber wir hängen uns hier an den Krankheitsbildern des Kapitalismus auf. Reden wir von etwas anderem.“
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„Normalerweise nehmen wir nur einmal pro Semester neue Mitglieder auf. Da gibt es ein richtiges Prozedere mit Aufsätzen und Referaten über ausgesuchte Themen …“ Der junge Mann wendet sich seinem Kompagnon zu.
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„Aber da wir gerade ein paar Plätze frei haben, würden wir uns vielleicht dazu überreden lassen, das Aufnahmeverfahren umgehend auszuführen.“
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„Steban, das ist doch wohl nicht dein Ernst … für diese Gendarmes?“
„Doch, das ist mein Ernst. Als Materialisten müssen wir uns an die gegebenen Umstände anpassen. Außerdem muss er ja trotzdem noch die mündliche Prüfung des Aufnahmeverfahrens bestehen …“ Er wendet sich wieder an dich.
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„‚Irgendeine andere Möglichkeit?‘“ Er sieht dich mit zusammengekniffenen Augen an. „Wenn du nicht gerne liest, warum willst du dann auf Teufel komm raus in diese Lesegruppe?“
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- „Wie einst Ignus Nilsen bin ich hier, um eine große Abrechnung anzukündigen.“
- „Ich bin schon so weit gekommen. Bitte weist mich jetzt nicht ab.“
- „Es ist von höchster Wichtigkeit, dass ich meine kritischen Studien vorantreibe.“
- „Ich bin Komplettist. Ich muss einfach abschließen, was ich begonnen habe.“
- „Weil sich dieses Plasmazeug total disco anhört. Dem muss ich auf den Grund gehen.“
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„Hmmm. Dachte ich’s mir doch, dass ich da eine gewisse eschatologische Aura um dich wahrgenommen habe …“
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- „Na ja, wir alle sind hier, weil wir unsere Studien auf die ein oder andere Art vorantreiben wollen …“
- „Eine gute Portion Hartnäckigkeit ist bewundernswert, auch wenn sie scheinbar sinnlos ist.“
- „Hmmm. Dachte ich’s mir doch, dass ich da eine gewisse eschatologische Aura um dich wahrgenommen habe …“
- „Oh, das ist es. Und ab hier wird es noch mehr disco …“
- Der junge Mann seufzt. „Meine Güte, ist das erbärmlich, einen Erwachsenen betteln zu sehen. Das ist ja kaum auszuhalten.“
„Steban, einen Moment …“ Der Kompagnon des jungen Mannes winkt ihn zu einer Privatkonferenz.
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\n„Was …? Wirklich? Du meinst also … Aber es ist unmöglich, dass … Hm … Ja, meinetwegen, ich höre …“
„Also schön, Gendarme.“ Er wendet sich wieder an dich. „Genosse Ulixes und ich haben uns beraten, und uns ist eine Alternative eingefallen, wie du uns von deiner Hingabe zur Gruppe überzeugen könnest.“
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Der junge Mann blickt seinen Kompagnon unsicher an. Dieser nickt enthusiastisch.
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„Es muss ja nicht feste sein.“ Er zeigt auf seine Wange. „Nur fest genug, um Spuren zu hinterlassen.“
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Sein Kompagnon mischt sich ein: „Dahinter steckt die Idee, Maurice und diesen anderen Verrätern zu zeigen, dass wir die einzige Lesegruppe sind, die so hardcore ist, dass sie sich mit der BMR anlegt …“
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Das ist die Gelegenheit, deinen Namen reinzuwaschen, nachdem du dich vor dem missratenen Jungen flachgelegt hast.
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„Ach, wir spielen diesen Schwank nach. Versuchen Sie dieses Mal aber bitte, auf den Beinen zu bleiben.“
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Selbstredend ist das hier keine Kampfsportveranstaltung. Du willst ihm lediglich einen blauen Fleck verpassen.
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- „Ruhig Blut, Detective. Kein Grund, den Jungen hier wie einen Sohn von Schädelmesser zu behandeln.“
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- „Oho, jetzt verprügeln wir also Jugendliche? Eine überraschende Wendung.“
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- „Ach, wir spielen diesen Schwank nach. Versuchen Sie dieses Mal aber bitte, auf den Beinen zu bleiben.“
- „Dieser Fall hat es wirklich faustdick hinter den Ohren.“
- „So so, wir verprügeln also noch einen Jugendlichen, der nur entfernt mit dem Fall zu tun hat. Spektakulär.“