„Ein in drei freie Marktzonen aufgeteilter Stadtstaat, unter dem immerwährenden Interregnum der Koalition der Nationen. Und natürlich Ihrer Bürgermiliz.“
Gespräch · Joyce Messier
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Das Klappern von Schreibmaschinentasten erfüllt die Haupthalle einer umgewidmeten Seidenspinnerei – das 41. Revier. Chad Tillbrook drückt auf ENTER. Draußen schlägt Officer „Elf“ Williams die Tür eines gepanzerten Motorwagens zu …
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„Die Kontrollierte Zone ist die dritte Inkarnation Revachols, nach dem Scheitern des Suzeräns und der Kommune.“
„Die Moderne. Sie entwickelten das Wunderwerk der interisolären Kommunikation, telematische Milieus, Strahlung und gefärbte Kunststoffe. Und in der Zwischenzeit halten in Revachol-West die Nachwirkungen bereits fünf Jahrzehnte lang an.“
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„Wollen Sie mehr über Mineralrechte erfahren oder wissen, wem sonst noch in den Kopf geschossen wurde?“ Ihre Zähne blitzen, als sie ein lebhaftes Grinsen offenbart.
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„Die Zwanziger waren das Jahrzehnt des Stadtkriegs: Das ganze Gebiet westlich des Flusses eingeebnet, die Bohrplattformen in Flammen … Dennoch gilt es als Fortschritt gegenüber den Vorjahren. Der Zeitraum zwischen den Jahren 08 und 19 war einfach die Hölle …“
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„Die Dreißiger? In den Dreißigern legte sich die Unruhe etwas. Revachol-Ost verwandelte sich in das größte Steuerparadies der Welt – unter Einwilligung der internationalen Gemeinschaft. Zum ersten Mal in vielen Jahren schien es, als ob die Dinge sich endlich in die richtige Richtung entwickeln würden.“
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Dieses ganze unbesteuerte Einkommen muss Die Neue Zeit angekurbelt haben. Das kann nur eins bedeuten …
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„Ja. Und quantitative Lockerung. Es war leider nur eine Marktillusion, der die Vierziger ein Ende bereiteten. Die Folge war eine Art isolaweiter Kater, könnte man sagen. Und nun sind wir hier …“ Sie macht einen Knicks.
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- „Nein. Es war eine Marktillusion, die durch Kokain und quantitative Lockerung befeuert wurde. Die Vierziger bereiteten der Illusion ein abruptes Ende, was zu einer Art Kater in der gesamten Isola führte. Und nun sind wir hier …“ Sie macht einen Knicks.
- „Ja. Und quantitative Lockerung. Es war leider nur eine Marktillusion, der die Vierziger ein Ende bereiteten. Die Folge war eine Art isolaweiter Kater, könnte man sagen. Und nun sind wir hier …“ Sie macht einen Knicks.
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Wie es scheint, waren die Fünfziger nicht viel besser für die Kontrollierte Zone – du kannst es in ihren Augen erkennen. Tage, die einfach vergehen …
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Sie ist einen Moment lang still und überlegt. Als sie endlich spricht, ist ihre Stimme voll Sehnsucht: „Wir hätten so viel mehr haben können – jeder Einzelne von uns. Wir hätten uns nur richtig anstellen müssen.“
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- Ihre Stimme ist beinahe melancholisch: „Wir hätten so viel mehr haben können – jeder Einzelne von uns. Wir hätten uns nur richtig anstellen müssen.“
- Sie ist einen Moment lang still und überlegt. Als sie endlich spricht, ist ihre Stimme voll Sehnsucht: „Wir hätten so viel mehr haben können – jeder Einzelne von uns. Wir hätten uns nur richtig anstellen müssen.“
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„Ich habe keinen Grund, unzufrieden zu sein“, sagt sie kopfschüttelnd. „Dieses Oberteil ist von Barbara Muskowa. Dieser Regenmantel ist undurchlässig und hat einhundert Jahre Garantie. Meine Töchter werden ihn noch tragen. Nein, es ist nur …“ Sie blickt auf die bröckelnden Wohngebäude, von deren Wänden sich die Farbe ablöst …
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„Ich habe keinen Grund, unzufrieden zu sein“, sagt sie kopfschüttelnd. „Dieses Oberteil ist von Barbara Muskowa. Dieser Regenmantel ist undurchlässig und hat einhundert Jahre Garantie. Meine Töchter werden ihn noch tragen …“ Sie blickt auf die Dächer aus Eternit und die Betonziegel, in die langsam die feuchte Meeresluft eindringt.
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Ihre Stimme ist beinahe melancholisch: „Wir hätten so viel mehr haben können – jeder Einzelne von uns. Wir hätten uns nur richtig anstellen müssen.“
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Die Wild-Pines-Gruppe muss die richtige Seite gewählt haben – sonst könnte sie selbst nicht dort sein, wo sie jetzt ist.
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„Nein. Es war eine Marktillusion, die durch Kokain und quantitative Lockerung befeuert wurde. Die Vierziger bereiteten der Illusion ein abruptes Ende, was zu einer Art Kater in der gesamten Isola führte. Und nun sind wir hier …“ Sie macht einen Knicks.
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„Unser Leben unterscheidet sich gewaltig.“
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„Ohne Zweifel. Doch wir teilen dieselbe Zeit und dieselbe Position auf der Kruste unseres Planeten. Das ist wichtiger, als man meinen könnte.“
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„Natürlich nicht. Tzaraath ist ein hochansteckender Mikroorganismus, der das Hirngewebe zerstört. Die eigentlichen Gründe für die Revolution waren materieller Natur. Die Pandemie war nichts als der zündende Funke.“
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„Vielleicht wäre es nicht so gelaufen, wenn ich das Sagen gehabt hätte. Möglicherweise hätte ich auf den König gesetzt und die Pines-Gruppe ins Verderben geführt.“
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„Ich hätte mich für die Seite der Kanonen entschieden. Wenn Sie deren Kaliber gesehen hätten, dann würden Sie das ebenfalls sagen …“ Sie überlegt. „Vielleicht ist es ganz gut, dass ich zu meiner Zeit geboren wurde …“
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„Zehn der vierzehn Indostämme trafen die falsche Wahl: Feld, Coupris, Tricentennial … Ich wäre also in guter Gesellschaft gewesen.“
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„Das ist nicht Coupris, mein Lieber. Das ist bloß noch ein Markenname, den eine vespertinische Muttergesellschaft aufgekauft hat. Nein, das echte Coupris ist so tot wie der König, auf den es gesetzt hat.“
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Sie kneift ihre Augen zusammen und blickt in die Zukunft – eine Angewohnheit aus dem Beruf …
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Alles, was sie sehen kann, sind die groben Umrisse eines großen Rückschritts. Einer Flaute. Getötete Menschen, aber keine Schaffung von Reichtum. Sie fühlt sich alt – und da ist noch etwas anderes. Ein Gefühl, das du nicht genau bestimmen kannst …
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- „Ich hätte nach einer medizinischen Lösung gesucht. Hört sich an, als hätte Tzaraath diese Menschen in den Wahnsinn getrieben.“
- „Ich habe Sie gefragt – welche Rolle spielen Sie bei der ganzen Sache?“
- „Ich hätte noch mehr getötet. Wenn nötig, auch vierhundert Millionen.“
- „Ich weiß nicht genau, was ich anders gemacht hätte.“
- „Ich hätte mich mit den Mineralrechten davongemacht.“Gemerkt · 1
„Ich hätte nach einer medizinischen Lösung gesucht. Hört sich an, als hätte Tzaraath diese Menschen in den Wahnsinn getrieben.“
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Ein Schaudern fährt deinen Rücken hoch. Seine Ranken reichen bis zu deinem Hals und bewegen sich auf deinen Hinterkopf zu …
„Also hat ein Viertel der Menschheit …“ Sie rechnet nach und fährt fort: „… einfach den Verstand verloren? Und wie würden Sie bitte ein Prion – ein komplexes, fehlerhaft gefaltetes Protein – mit der Technologie von vor fünfzig Jahren bekämpfen?“
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- „Okay, vielleicht ist es unmöglich. Was passiert ist, musste passieren. Und so wird es immer sein.“Gemerkt · 1
- „Mit etwas Hygiene, gemäßigter Sozialfürsorge und vielleicht ein wenig Forschung.“Gemerkt · 1
- „Ich hätte die tollwütigen, prionenkranken Hunde liquidiert, die alle umbringen wollten – und zwar mit einem säubernden Artilleriefeuer.“Gemerkt · 1
- „Mit privater Gesundheitsversorgung und einer Arbeitsmoral, die einem das Gehirn nicht in einen Schwamm verwandelt.“Gemerkt · 1
„Okay, vielleicht ist es unmöglich. Was passiert ist, musste passieren. Und so wird es immer sein.“
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Der Wind flaut ab, und für einen Augenblick herrscht Stille. Die Ladung verschwindet im dunklen Wasser. Auf dem Meeresarm von Martinaise ist alles ruhig …
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Ein Hund bellt, der Schuss einer Waffe hallt von den Wänden eines entfernten Gebäudes wider. Die Stimme einer Frau …
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„Immer.“ Sie nickt. „Das ist die Alles-ist-unmöglich-Einstellung, die den späten Modernismus am besten definiert. Am Ende sind Sie ja vielleicht doch ein ‚moderner‘ Mann.“