Gespräch · Evrart Claire
Sprecher · 23
Wann
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„Ich habe mit den Jungs gesprochen. Es hat sich herausgestellt, dass der Lynchmord eine Vertuschungsaktion war. Sie wollten einer Frau namens Klaasje helfen.“
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„Natürlich, sie haben mir bloß ein X für ein verdammtes U vorgemacht …“ In seiner Stimme schwingt Enttäuschung mit. „Sie sind wohl doch nicht so hart im Nehmen, wie sie behaupten. Oder es steckt mehr dahinter.“
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„Bin ich nicht“, sagt er mit einem unglaublich breiten Lächeln. „Aber Sie müssen jetzt wohl mit dieser Klaasje reden. Was für eine Aufgabe!“
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„Ach, die Puppe, hinter der Titus und die Jungs schon den ganzen Winter über her sind?“ Er schmunzelt. „Die hat sie um ihren kleinen Finger gewickelt. Sie zahlen ihre Miete, bringen ihr Sachen …“
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„Vielleicht hat das auch etwas damit zu tun?“ Er scheint begeistert von der Idee. „Ich bin kein genialer Menschenkenner. Sie müssen herausfinden, was hier passiert ist, Harry.“
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„Ich habe gehört, dass es zwischen dem Lynchmord und dem Streik eine Verbindung gibt. Ich möchte gerne wissen, was Sie darüber wissen.“
„Erklären Sie mir noch mal, welche Verbindung es zwischen dem Streik und dem Lynchmord gibt.“
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„Sicher haben Sie inzwischen herausgefunden, für wen der Tote gearbeitet hat – für die falsche Seite. Wild Pines. Er wurde geschickt, um uns einzuschüchtern. Eine weitere aggressive Maßnahme der Zylinderträger gegen uns Schiebermützenträger.“
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„Ich bin ganz Ohr.“
„Harry, dieser Streik ist der Gipfel von vielen, vielen Fehlern, die die Wild-Pines-Gruppe begangen hat. Sie wollte den Streik beenden, indem sie bewaffnete Söldner hergeschickt hat.“
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Er nickt ernst. „Eine private Sicherheitskraft. Können Sie sich das vorstellen? Friedlich protestierende Arbeiter – vereint im Geiste der Kameradschaft! – und die schicken Auftragsmörder her, um uns mit Maschinengewehrfeuer niederzumähen.“
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„Das sind Bestien. Hartgesottene Killer, die in Stellvertreterkriegen in Yeesut, in Semenin und in Saramiriza gedient haben. Die haben vor nichts zurückgeschreckt, ob es Vergewaltigungen, Tötungen oder das Abfackeln von Dörfern waren. Für die Señorita Pineapple Company haben sie kleine Kinder umgebracht, Harry …“
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Diese Typen von Señorita Pineapple sind üble Burschen. Die löschen einen Staat aus, wenn man ihnen keine Ananas gibt.
„Alles, was sie dort getan haben, haben sie schließlich auch hier gemacht. Sie wollen Revachol in ein Armenviertel der dritten Welt verwandeln. Wirklich, das Einzige, was sie nicht getan haben, war, den Dorfelefanten umzubringen.“
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„Nein, Harry. Der Elefant ist eine Metapher, genau wie das Dorf. Aber die Söldner – und ihre Brutalität –, die sind völlig real.“
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- „Alles, was sie dort getan haben, haben sie schließlich auch hier gemacht. Sie wollen Revachol in ein Armenviertel der dritten Welt verwandeln. Wirklich, das Einzige, was sie nicht getan haben, war, den Dorfelefanten umzubringen.“
- „Nein, Harry. Der Elefant ist eine Metapher, genau wie das Dorf. Aber die Söldner – und ihre Brutalität –, die sind völlig real.“
„Natürlich habe ich die Brutalitäten nicht persönlich miterlebt. Schließlich ist mir der Luxus gegönnt, meinen Container nicht verlassen zu müssen. Wenn ich irgendwo hinmuss, wird einfach mein Container versetzt.“ Er lacht.
„Ja! Ich bin ein alter Mann, Harry. Meine Beine sind nicht mehr, was sie mal waren. Also wird mein Büro mit dem großen Kran angehoben. Das macht sogar Spaß. Sie sollten es mal ausprobieren.“
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„Aber genug von mir und meinem spaßigen Container.“ Sein Gesichtsausdruck wird ernst. „Die Killer, die das Unternehmen angeheuert hat … Ich glaube, es waren drei. Alles hartgesottene Kommandotypen.“
„Einer von ihnen war geradezu selbstmordgefährdet. Hat gesoffen, war gewalttätig, zudringlich …“ Er schüttelt den Kopf. „Selbst ihre Unterhändlerin konnte ihn nicht unter Kontrolle bringen. Das ist Ihr Mann. Der, der gerne in Bäumen rumhängt.“
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- „Aber genug von mir und meinem spaßigen Container.“ Sein Gesichtsausdruck wird ernst. „Die Killer, die das Unternehmen angeheuert hat … Ich glaube, es waren drei. Alles hartgesottene Kommandotypen.“
- „Aber genug von mir und meinem Container.“ Sein Gesichtsausdruck wird ernst. „Die Killer, die die Firma angeheuert hat … Ich glaube, es waren drei. Alles hartgesottene Kommandotypen.“
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„Harry“, sagt er und ignoriert den Lieutenant. „Eins müssen Sie wissen: Wir Hafenarbeiter lassen uns nicht alles gefallen.“
„Wir haben Schneid, Harry. Das gilt für das ganze Viertel hier. Wenn man uns genug hin- und herschubst, dann schubsen wir zurück. Und wenn es dazu kommt …“ Er hebt seinen Finger. „Dann rollen Köpfe.“
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„Potentiell schon, Harry. Wir haben hier Champions im Armdrücken, Leute aus dem Ruderclub, ehemalige Bergarbeiter – alles harte Typen, die bereit sind, sofort für ihren Heimatort in die Bresche zu springen.“
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„Die Gewerkschaft hat einen militanten Flügel. Eine Gruppe, die keine körperliche Arbeit verrichten muss, sondern im Viertel für Friedenssicherung sorgt. Damit alles glatt läuft.“
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„Die sind wie Sie beide.“ Mit einem Nicken deutet er auf dich und den Lieutenant. „Idealistische Menschen, die verhindern wollen, dass schlimme Dinge passieren. Und wenn sie schon passiert sind … Nun ja, dann muss es eine Strafe geben.“
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„Die sind wie Sie. Idealistische Menschen, die verhindern wollen, dass schlimme Dinge passieren. Und wenn sie schon passiert sind … Nun ja, dann muss es eine Strafe geben.“
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„Hmhm. Eines Tages kam Titus Hardie, der Anführer der Friedenstruppe, zu mir und sagte: ‚Boss, unsere sozialdemokratische Leidenschaft hat uns dazu getrieben, diese Bestie zu töten, die das Land heimgesucht hat.‘“
„Wahrscheinlich hat er es anders ausgedrückt, aber darauf lief es hinaus. Es klang sehr danach, dass sie ihn auf dem Gewissen hatten.“ Er schmunzelt. „Also habe ich ihnen zwei Wochen bezahlten Urlaub gegeben und ihnen gesagt, sie sollen sich unauffällig verhalten, um einen Vergeltungsschlag zu verhindern.“
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„Ach, darum mache ich mir gar keine Sorgen. Sie gehören nicht zu der Sorte von Männern, die festgenommen werden. Das sind Martinaiser Jungs, zäh und hartgesotten. Den Mann, der es mit ihnen aufnehmen kann, möchte ich sehen.“ Er schmunzelt. „Außerdem habe ich meine Anwältin losgeschickt, damit sie auf sie aufpasst.“
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Er tut nur so. In Wirklichkeit ist er unsicher. Aber letztendlich glaubt er es – oder zumindest will er es glauben.
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Er will also nicht mit einer Schilderung dagegenhalten, die die Gewerkschaft entlasten würde. Warum nur?
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Vielleicht glaubt er nicht, dass sie wirklich das Zeug dazu hatten. Schließlich sind sie seine Jungs.
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„Ich glaube, Sie teilen diese Informationen mit der Polizei, weil Sie nicht glauben, dass sie es wirklich getan haben.“
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„Das ist wirklich schlau, Harry. Ja. Vielleicht haben sie es nur behauptet, um ein paar Mädchen zu beeindrucken oder so.“ Er reibt sich das Kinn. „Aber Titus ist jähzornig. Die Chancen stehen also bei fifty-fifty.“
Er glaubt, dass es eher sechzig zu vierzig steht, dass sie es nicht getan haben.
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Falls er nur prahlt, dann wirkt er auf dich sehr überzeugend. Er macht sich keine Sorgen.
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„Sie glauben, dass sie den Gehängten auf dem Gewissen haben?“
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„Warum glauben Sie, dass die Unterhändlerin von Wild Pines sie nicht unter Kontrolle hat?“
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„Über meinen spaßigen Container?“ Er schmunzelt. „Es ist wirklich ein Erlebnis, Harry. Wer weiß, vielleicht sind Sie ja hier, wenn er das nächste Mal versetzt wird. Das wird wirklich spaßig, das verspreche ich Ihnen.“