Gespräch · Ultrareicher Lichtbrecher
Sprecher · 27
Ultrareicher Lichtbrecher
Du
Kim Kitsuragi
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„Oh.“ Er klingt enttäuscht. „Aber ich bin mir sicher, dass ihr Werk ein sehr interessantes inneres Ringen darstellt. Wahrscheinlich mit einer Geisteskrankheit. Ja, so war das bestimmt.“
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„Aufstrebend? Dieses Wort sagt mir sehr zu. Was ist das ausschlaggebende Merkmal dieses Stils?“
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Die naheliegende Antwort ist, dass das Bild bildhaft ist. Er wäre allerdings viel mehr an Kunst interessiert, die gesellschaftliche Probleme direkt anspricht.
Sag ihm einfach die Wahrheit. Warum will eigentlich nie jemand die Wahrheit erzählen?
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„Es handelt sich dabei um Kunst, die durch den Einsatz des Drillingsnervs zustande kommt.“
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In dem funkelnden Umriss seines Gesichts blitzt kurz etwas wie ein Ausdruck von Abscheu auf.
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„Aber vielleicht habe ich mir vorschnell ein Urteil erlaubt. Steckt hinter dieser Methode auch ein Gedankengang?“
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„Nee, das ist einfach nur der letzte Schrei. Aber an diesem Gemälde ist noch etwas anderes sehr speziell.“
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„Die Künstlerin begibt sich in einen Zustand der Geistesabwesenheit und lässt ihren Körper die Kontrolle übernehmen.“
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„Durch die Stimulation des Nervs begibt sich die Künstlerin in einen Zustand der Geistesabwesenheit und lässt ihren Körper die Kontrolle übernehmen.“
Er lässt sich das durch den Kopf gehen. „Dann ist das also ein extrasomatisches Gemälde. Eine Leistung, die nicht durch den Geist, sondern durch körperlichen Instinkt erbracht wurde.“
„Vielleicht habe ich den Leistungen anatomischer Ingeniosität in letzter Zeit tatsächlich nicht ausreichend Tribut gezollt …“ Er versinkt in Gedanken.
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„Verstehe, ja, sehr gut. Und um welche Probleme geht es konkret? In letzter Zeit geht mir die Wohnungsnot doch ziemlich zu Herzen.“
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„Oh, ja, hier geht es ausschließlich um die Wohnungsnot. Die Künstlerin hat nicht einmal ein Zuhause.“
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„Das arme Ding! In dem Fall werde ich durch den Kauf dieses Werkes meine Noblesse oblige für diesen Monat erfüllen.“
Ja, ja, du vollbringst hier eine gute Tat. Kümmerst dich wirklich um die Gesellschaft. Jetzt aber mal her mit der Kohle.
„Wenn ich es mir so recht überlege, geht es nicht um die Sorte von Problemen, an denen Sie Interesse hätten.“
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„Wie schade. Hat es mit diesem Gemälde noch mehr auf sich, oder war das alles?“
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„Ah ja, jetzt erkenne ich es. Sehr plastisch, finden Sie nicht? Erlaubt einem wirklich einen Einblick in diese … Aufsässigkeit.“
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„Aber Design ist doch der ureigenste Ausdruck des Menschseins. Alles, was wir tun, ist Design. Textspalten, Stadtarchitektur, die genaue Formgebung eines Tackers … Was wären wir denn ohne das alles?“
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Wag es nicht! Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Deine persönlichen Ansichten sind hier nebensächlich – du willst schließlich etwas verkaufen!
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Er ist ganz dicht davor, sich auszumalen, was dahinterstecken könnte. Er braucht nur noch einen kleinen Schubs …
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„Hmm, ich hänge tatsächlich ziemlich daran. Vielleicht ist das eine meiner Schwächen – die mir bislang noch nicht bewusst war.“
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„Dieser freischaffende Prophet hat mir auch geraten, Schwächen zu erkennen und aus meinem Leben zu verbannen …“
Hier ist eine Prophezeiung für dich, Kollege. Wenn du dieses Gemälde kaufst, hast du ein besseres Leben. (Wir aber auch.)
„Hm. So hatte ich das noch gar nicht gesehen. Es kann gut sein, dass Sie gerade eine gedankliche Tür für mich geöffnet haben.“
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Türen, Fenster, Toilettendeckel – öffne, was dich öffnet, Kumpel. Aber jetzt kauf endlich mal was!
„Das ist eine neue Art von Design. Sie wird sich Ihnen erschließen, wenn Sie mehr Zeit damit verbringen.“
„Vielleicht kann ich sogar derjenige sein, der sie ‚entdeckt‘? Dann kann ich sie mit der ganzen weiteren Welt teilen …“
So funktioniert das Entdecken zwar nicht, aber er kann ruhig glauben, was er will, wenn er dadurch den Kauf abschließt.
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Er ist ganz dicht davor, sich auszumalen, was dahinterstecken könnte. Er braucht nur noch einen kleinen Schubs …
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Selbst der Lieutenant sieht angespannt aus und wartet, wie sich das wohl entwickeln wird …
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„Keith, das gefällt mir. Einer meiner Neffen heißt Keith. Wir haben schon seit Jahren nicht mehr miteinander gesprochen, da ich ihm nicht schon wieder einen Aufenthalt in der Entzugsklinik bezahlen wollte. Aber vielleicht kann dieses Gemälde dabei helfen, das wieder zu kitten …“
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Was hast du dir denn dabei gedacht? KEITH?! Du willst doch keine Boygroup gründen, sondern einem künftigen Meisterwerk einen Titel geben!