„Ha!“ Sie hält sich das Papier direkt vors Gesicht und studiert es eindringlich. „Ich mag halbblind sein, aber es sieht aus, als ob ein Teil des Dorfes eine Straße werden soll. Und zwar der beste Teil. Der Teil, den wir benötigen, um aus unseren Häusern rauszukommen.“
Gespräch · Waschfrau
Sprecher · 30
Waschfrau
Du
Kim Kitsuragi
Korpsgeist
Innenleben
Empathie
Autorität
Willenskraft
Körperapparat
Rhetorik
Beherrschung
Konzeptbildung
Wahrnehmung (Sehen)
Gewandtheit
Schauder
Schauspielkunst
Auge-Hand-Koordination
Zwielicht
Logik
Suggestion
Visuelles Kalkül
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Enzyklopädie
Elektrochemie- Entsetzliche Krawatte
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Schmerzgrenze
Wahrnehmung (Schmecken)
Wahrnehmung (Hören)
Wann
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„Wie ich sehe, hat Lilienne schon unterschrieben. Ts, ts. Die Frau ist einfach zu gutgläubig. Ich jedenfalls werde keine Dokumente der Gewerkschaft unterschreiben.“ (Sie gibt dir den Umschlag zurück.)
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- „Wie ich sehe, hat Lilienne schon unterschrieben. Ts, ts. Die Frau ist einfach zu gutgläubig. Ich jedenfalls werde keine Dokumente der Gewerkschaft unterschreiben.“ (Sie gibt dir den Umschlag zurück.)
- Stimmt. Sie hat nur gesagt, dass sie es nicht mal in Betracht ziehen wird, bevor Lilienne nicht unterschrieben hat.
- Weiter
- „Lilienne sollte die Entscheidungen lieber ihrem Schwert überlassen. Sie hat dafür nämlich nicht genug Köpfchen.“ Sie macht ein Geräusch wie ein krächzender Rabe. „Ich werde jedenfalls nicht unterschreiben.“
„Es ist immer das Gleiche. Glauben Sie, denen lägen unsere Interessen am Herzen? Reiche Leute verkaufen armen immer Versprechen, die sie gar nicht einhalten wollen …“ Sie zieht einen dunkelroten Lumpen aus dem Bottich und legt ihn weg.
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„Dann werden die armen Leute aus ihren Häusern vertrieben, und die Reichen werden noch ein bisschen reicher. So läuft das. Also nein, ich vertraue dem fetten Mann nicht. Und Sie sollten das auch nicht tun.“
Ihrer Logik nach ist die Gewerkschaft rechts, weil Evrart fett ist. So einfach ist das, und da lässt sich nichts dran ändern.
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Sie spricht mit der Autorität einer Chefin. Sie hat hier in der Gegend das letzte Wort.
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Sie ist willensstark, aber sie hat leicht gezögert … Vielleicht kannst du sie doch überzeugen.
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„Waren Sie damit schon bei Lilienne? Bis ich weiß, dass sie an Bord ist, werde ich es nicht mal in Betracht ziehen, zu unterschreiben.“ Sie gibt dir den Umschlag zurück.
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„Ja“, antwortet sie nickend. „Tun Sie das. Sie wollen ja den fetten Herrn Claire nicht enttäuschen, oder?“
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Sie ist nicht beeindruckt, dass ein Bulle für ein großes Tier in der Stadt Botengänge erledigt. Ganz und gar nicht beeindruckt.
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„Sie ist da drüben.“ Sie zeigt auf den Anleger. „Die dunkelhaarige Frau, die sich über das Geländer beugt.“
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„Sie haben wohl Ihre Meinung geändert? Dachte ich mir schon, dass es so kommt. Ein besseres Angebot als kostenlos werden Sie nicht finden.“
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„Geben Sie einer alten Frau keinen Anlass, es zu bereuen, dass sie der Polizei einen Schlüssel zu ihrem Haus gegeben hat.“ Unter ihrer Schürze holt sie einen Schlüssel hervor und gibt ihn dir. „Hier.“
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„Nur uns.“ Sie klingt müde. „Es ist kaum noch ein Dorf. Wir … sind schon fast verschwunden.“
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„Wir befinden uns quasi an einem Nicht-Ort.“ Sie grinst. „In einer Lücke. Einer leeren Stelle auf der Karte – es ist nichts als eine Gruppe von namenlosen Hütten auf einer Straße ohne Namen.“
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„Tja, Lilienne und ihre Kinder leben hier. Dann ein paar neue Leute im Haus dort östlich.“ Mit einem Nicken deutet sie auf die andere Seite des Hofes. „Aber die sind gerade nicht da.“
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„Und dann sind da noch die Trinker …“ Sie seufzt. „Kein schöner Anblick, aber da kann man nicht viel machen. Auch sie brauchen ein Zuhause.“
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„Früher oder später werden Sie sie sehen.“ Sie schüttelt langsam den Kopf. „Man muss nicht lange suchen, um diese Typen zu finden.“
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„Lilienne und ihre Kinder habe ich schon kennengelernt.“
„Lilienne und ihre Tochter habe ich schon kennengelernt.“
„Lilienne und ihre Zwillinge habe ich schon kennengelernt.“
„Lilienne und ihre Zwillinge habe ich schon kennengelernt.“
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„Lilienne ist hart im Nehmen.“ Sie nickt. „Zumindest mehr als die Männer hier. Ohne sie und die Kinder hätte das Dorf auch seinen letzten Lebensfunken verloren.“
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„Mit Sicherheit“, sagt sie mit einem eigentümlichen Lächeln und nickt. „Für sie gibt es einen natürlichen Auswechselprozess. Hin und wieder taucht ein neues Gesicht auf, und ein altes verschwindet und gerät in Vergessenheit. So ist das hier.“
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Entspann dich, du bist kein ‚neues Gesicht‘. Dich meint sie nicht. Du bist ein Fremder. Und ein Bulle, richtig?
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„Der Mangel an Vermögen ist das Einzige, was wir hier im Überfluss haben.“ Die Frau lächelt kryptisch.
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„Rätsel“, konstatiert der Lieutenant trocken und sieht sich um. „Passend zum allgemeinen Ambiente hier.“
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„Ja.“ Ihre Augen weiten sich vergnügt. „Manchmal kommt es mir so vor, als ob auch ich in diesem namenlosen Nichts verloren bin.“
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„Ach ja?“ Ihr Gesichtsausdruck verrät eine gewisse Neugier. „Das scheint heutzutage vielen Leuten zu passieren.“
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„Denkt man das nicht immer, wenn man verloren ist?“ Ein flüchtiges Grinsen umspielt ihre Lippen. „Kann ich etwas tun, damit Sie Ihren Weg wiederfinden, Officer?“
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„Vielleicht“, sagt sie mit einer unheimlichen Ruhe. „Das wäre einfach. Aber gerade wollen Sie etwas von mir, oder?“
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„Dann ist nicht alles verloren“, antwortet sie und streicht eine Falte an ihrem Rock glatt. „Wie Sie sehen, kommen sogar Leute über die Runden, die an ‚schreiender‘ Armut leiden …“
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„Zumindest die, die noch hier sind …“ Sie verstummt und wirft einen Blick über ihre Schulter, als ob sie nach jemandem Ausschau hielte.
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- „Es ist schon in Ordnung“, beruhigt sie dich. „Die Hauptsache ist, dass wir noch hier sind. Noch unser Leben leben. Selbst angesichts ‚schreiender‘ Armut kommen wir über die Runden …“
- „Dann ist nicht alles verloren“, antwortet sie und streicht eine Falte an ihrem Rock glatt. „Wie Sie sehen, kommen sogar Leute über die Runden, die an ‚schreiender‘ Armut leiden …“
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„Es ist schon in Ordnung“, beruhigt sie dich. „Die Hauptsache ist, dass wir noch hier sind. Noch unser Leben leben. Selbst angesichts ‚schreiender‘ Armut kommen wir über die Runden …“
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„Hier? Für Sie?“ Sie gluckst trocken. „Nein, Officer. Das einzige Geld, das es hier gibt, sind die Münzen, die die Trinker vor ihren Frauen versteckt und dann vergessen haben.“