„Ja, ich meine den zweieinhalb Meter großen semenesischen Rassisten dort.“ Er zeigt zur Brücke über den Toren. „Sie spazieren an ihm vorbei …“
Gespräch · Call Me Mañana
Sprecher · 22
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Wenn es alles so einfach ist, warum gehen die Streikbrecher dann nicht einfach die Treppe hoch?
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„Werden Sie doch nicht gleich so aggressiv.“ Er nimmt einen Schluck aus seinem Flachmann. „Ich bin da echt nicht der richtige Ansprechpartner.“
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- „Wir sind niemals dankbar. Wären wir jemals dankbar, hätten wir nichts. Man kämpft um jeden Millimeter.“
- „Es ist nicht genug. Damit kann man keine großen Sprünge machen. Es geht eher darum, uns dort zu halten, wo wir sind.“
- „Genau.“ Er wirkt selbstzufrieden.
- „… der Wolf giert immer nach mehr. Ich mag Wölfe.“
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- „Wir sind niemals dankbar. Wären wir jemals dankbar, hätten wir nichts. Man kämpft um jeden Millimeter.“
- „Es ist nicht genug. Damit kann man keine großen Sprünge machen. Es geht eher darum, uns dort zu halten, wo wir sind.“
- „Genau.“ Er wirkt selbstzufrieden.
- „… der Wolf giert immer nach mehr. Ich mag Wölfe.“
„Wir wollen alles. Aber gerade kämpfen wir dafür, dass alle Hafenarbeiter Vorstandsmitglieder des Unternehmens werden, damit sie an der Entscheidungsfindung teilhaben können.“
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Dieses aufrührerische Gerede klingt nach Kommunismus. (Nur, damit wir uns richtig verstehen: Kommunismus bedeutet im Grunde, dass man die Reichen töten oder in ein Arbeitslager im Südosten Graads deportieren will. Aber sprich das auf keinen Fall laut aus, wenn du Kommunist bist.)
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- „Sie scheinen da einer falschen Vorstellung aufzusitzen. Der Vorstand eines Großunternehmens ist keine Rätedemokratie.“
- „Der Boss, Evrart – was können Sie mir über ihn erzählen?“Gemerkt · 1
- „Sie scheinen viel Zeit damit verbracht zu haben, über die politische Lage nachzudenken.“
- „Ich bin im Bilde. Lassen Sie mich etwas anderes fragen.“
- „Sind Sie … Kommunist?“Gemerkt · 1
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- Dieses aufrührerische Gerede klingt nach Kommunismus. (Nur, damit wir uns richtig verstehen: Kommunismus bedeutet im Grunde, dass man die Reichen töten oder in ein Arbeitslager im Südosten Graads deportieren will. Aber sprich das auf keinen Fall laut aus, wenn du Kommunist bist.)
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„Sie scheinen da einer falschen Vorstellung aufzusitzen. Der Vorstand eines Großunternehmens ist keine Rätedemokratie.“
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„Für meinen Geschmack ein ziemlich beschissener Vorstand. Also muss ihn jemand reformieren. Ich will vor allem den Fettsäcken ins Gesicht schauen, wenn Entscheidungen getroffen werden.“
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„Es ist doch so: Die Eigentümer profitieren bereits sehr vom Hafen. Das steht außer Zweifel. Sie verdienen so viel.“
„Genau. Denn es ist doch so … Es könnte jederzeit von jetzt auf gleich ein anderer Kapitalist den Laden übernehmen, ohne auch nur ein einziges Gebäude zu besitzen.“
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Er nimmt einen Zug aus seinem Flachmann. „Und warum sollen die Kapitalisten als einzige die Macht haben, irgendwas zu übernehmen?“
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„Hey, wenn die Reichen die Armen bescheißen und sich einen Dreck für ihre Verdienste oder ihre Zukunft interessieren, wieso können dann nicht auch ab und zu mal die Armen die Reichen bescheißen?“
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„Aber finden Sie nicht, dass die Eigentümer ein Recht auf den Hafen haben? Verdankt er ihnen nicht seine Existenz?“
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„Und Sie sind diejenigen, die diese Reformen auf den Weg bringen und sich so Ihre eigenen Vorteile sichern?“
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„Sie haben ihn ja getroffen. Ziehen Sie am besten Ihre eigenen Schlüsse.“ Er zuckt mit den Schultern. „In meinen Augen ist er ein fähiger Organisator und ein anständiger Geschäftsmann.“
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„Ich schätze, man ist dann so eine Art Dorfhäuptling. Er leitet den Hafen und schließt Übereinkünfte mit den Eigentümern oder anderen wichtigen Beteiligten. Er kümmert sich um seine Leute.“
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„Um Himmels willen, warum sollte er nicht korrupt sein? Wir leben in einer rauen und zerrütteten Welt, verstehen Sie? Und in dieser Welt …“
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„… ist der alte Mann zu unserem Vorteil korrupt, und das wissen wir. Wir begrüßen es sogar. Er selbst ist nicht allzu verschwenderisch.“
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„Okay, er ist in vernünftigem Maße verschwenderisch, klar. Das ist sein Privileg. Von einem korrupten Typen erwartet schließlich keiner, dass er sich wie ein Heiliger benimmt. Das wäre eine manipulative Illusion.“
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„Außerdem gibt es auf der Welt ohnehin keine Systeme, die frei von Korruption wären. Und der Moralismus ist das korrupteste System von allen.“
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„Außerdem gibt es auf der Welt ohnehin keine Systeme, die frei von Korruption wären. Und der Moralismus ist es am allerwenigsten.“
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- „Er ist in vernünftigem Maße verschwenderisch, klar. Das ist sein Privileg. Von einem korrupten Typen erwartet schließlich keiner, dass er sich wie ein Heiliger benimmt. Das wäre eine manipulative Illusion.“
- „Okay, er ist in vernünftigem Maße verschwenderisch, klar. Das ist sein Privileg. Von einem korrupten Typen erwartet schließlich keiner, dass er sich wie ein Heiliger benimmt. Das wäre eine manipulative Illusion.“
Du würdest gerne sagen, dass das auf dich nicht zutrifft … Aber da ist immer noch die Sache mit der Tür des Schnüfflers.
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Dieser Mann hat eine politische Theorie – und sie hat ihn heute nicht im Stich gelassen.
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„Er ist in vernünftigem Maße verschwenderisch, klar. Das ist sein Privileg. Von einem korrupten Typen erwartet schließlich keiner, dass er sich wie ein Heiliger benimmt. Das wäre eine manipulative Illusion.“
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„Er ist vermutlich in seinem Container im Hafen, also gehen sie dort einfach rein.“ Er rückt das Barett auf seinem Kopf zurecht.
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„Klar. Ich hatte die freie Zeit, die man dafür braucht.“ Er breitet seine Arme weit aus, um mit der Spanne zu verdeutlichen, wie viel Zeit er hat. „Zum Glück habe ich immer Zeit.“
Der Blick in seinen braunen Augen macht etwas deutlich: Ihm ist es am wichtigsten, frei über seine Zeit verfügen zu können.
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Jetzt ergibt alles einen Sinn: die Art und Weise, wie er über Streikbrecher spricht; seine Grundhaltung. Er ist ein Anhänger des fünfhundert Jahre alten franconegrinischen Boiadeirokodex – der seine Wurzeln in der vespertinischen Gelassenheit hat …
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Es ist der Kodex eines edlen Bauern oder Wanderhirten. Bleib dir selbst treu, handle unabhängig, sei deinen Freunden treu.
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Du kennst die Antwort bereits.
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Obwohl der Mann mit weit ausgestreckten Armen auf dem Geländer sitzt, wirkt es so, als könne er sie mühelos noch weiter ausstrecken, falls nötig. Ein endloser Fluss der Zeit.