Gespräch · Call Me Mañana
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Sind wir hier bei den Weltnachrichten? Rede über persönliches Zeug. Lerne ihn kennen.
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„Nein.“ Er hält inne, um kurz nachzudenken. „Ich glaube nicht, dass ich Kommunist bin. Etwas Wertvolles zu sehen und für sich allein haben zu wollen, ist ein deutlich älteres und simpleres Konzept. Da steckt keine Wissenschaft dahinter.“
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„Sogar ein kleines Kind kann das denken. Das Einzige, was Leute an der Umsetzung hindert, sind die Gedanken ‚Ich kann nicht‘ und ‚Ich sollte nicht‘.“
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„Aber wie soll dann jemals irgendetwas mir ‚gehören‘? Aber ist schon okay – wir müssen nicht einer Meinung sein. Die Prärie ist groß genug für uns alle.“
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„Aber das, was Sie tun, steht in bemerkenswertem Einklang mit der Weltrepublik. Wieso bezeichnen Sie sich nicht einfach als Kommunist?“
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„Ich habe nichts gegen Kommunisten, sie sind ehrenwerte Boiadeiros.“ Er nimmt einen Schluck aus seinem Flachmann. „Und ihre Analysen sind gut.“
„Aber mein eigener Verhaltenskodex leistet mir gute Dienste. Sollte er das einmal nicht mehr tun – ein Verhaltenskodex kann einen Mann ebenso im Stich lassen wie ein Mann seinen Verhaltenskodex –, muss ich mich einem neuen unterwerfen. Und das könnte durchaus der Kommunismus sein.“
Er weiß ganz genau, wer er ist. Er hat es nicht nötig, seine politische Identität vor sich selbst oder anderen zu bekräftigen oder darzulegen.
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„Sehen Sie, ich bin in erster Linie ein fauler Mensch.“ Er sieht sehr amüsiert aus, als denke er an einen Insiderwitz oder ein Geheimnis.
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Er ist zweifellos Kommunist genug, um sich selbst als solchen zu bezeichnen. Aber er tut es nicht.
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Er ist vermutlich der Ansicht, dass Anhänger radikaler Ideen sich lieber als eigennützige Gemäßigte präsentieren sollten, statt als Missionare für die Ideologie einer Minderheit aufzutreten.
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Das könnte sich als nützlich erweisen, um Ideen als Teil der Realität – der einzigen Realität, die es gibt – darzustellen und ihnen den Charakter abstrakter Ideale zu nehmen. Andererseits lügt er nicht, wenn er diesen Trick anwendet. Er ist ein eigennütziger Gemäßigter.
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„So kann man es auch nennen, mein Freund.“ Er schmunzelt. „Wenn man sich unnötig kompliziert ausdrücken möchte.“
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„Faulheit, Eigennutz und Nachlässigkeit passen in der Tat zu der hier vertretenen Doktrin.“
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„Immerhin sind einige Leute gewillt, die notwendigen Opfer zu bringen, um Höheres zu erreichen und die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“
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„Klingt so, als wären Sie ein Kommunist, der denkt, er tue nicht genug, um sich selbst als solchen zu bezeichnen.“
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In den Vorstand entsenden die Aktionäre ihre Vertreter. Oft vertreten diese Vertreter nicht einmal die Interessen der Aktionäre. Das ist keine Rätedemokratie oder so.
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„Wir sind niemals dankbar. Wären wir jemals dankbar, hätten wir nichts. Man kämpft um jeden Millimeter.“
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„Es ist nicht genug. Damit kann man keine großen Sprünge machen. Es geht eher darum, uns dort zu halten, wo wir sind.“
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„Dieser Schnüffler, dem ich einen Besuch abgestattet habe. Wie sich herausstellt, besitzt er eine riesige Sammlung kolonialer Tassen.“
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„Ja …“ Er nickt und kratzt sich am Kinn. „Der Hausmeister, der mir den Schlüssel zu seiner Wohnung gegeben hat, meinte, der Typ sei ein ziemliches Arschloch.“
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- „Ja, seine Tassensammlung verkörpert sicherlich … antiquierte gesellschaftliche Werte.“
- „Ich sage doch nur, dass er viele Tassen hatte.“
- „Merken Sie, wie sehr wir alle damit beschäftigt sind, uns auf die rassistischen Tassen zu konzentrieren? Das ist genau das, was die herrschende Klasse will.“
- „Also so schlimm kann der Besitzer einer so witzigen Tassensammlung nicht sein.“
„Wie schon gesagt, weiß ich nicht viel über diesen Schnüffler, aber dem Boss zufolge ist er ein echt anstrengender Zeitgenosse.“ Er berührt sein Barett. „Danke für Ihre Hilfe, mein Freund.“
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- „Ja, es wäre echt schlimm, wenn wir deswegen in Streit geraten würden. Wäre schade um einen schönen Mittag. Oder Nachmittag? Oder Abend?“ Er sieht sich um, wirkt plötzlich ganz selbstvergessen. „Auf jeden Fall vielen Dank fürs Aushelfen, mein Freund.“
- „Da wäre ich mir nicht so sicher. Aber wie dem auch sei, ich sagte ja schon, dass der Schnüffler dem Boss zufolge kein wohlwollender Boia ist.“ Er berührt sein Barett. „Also danke für Ihre Hilfe.“
- „Wie schon gesagt, weiß ich nicht viel über diesen Schnüffler, aber dem Boss zufolge ist er ein echt anstrengender Zeitgenosse.“ Er berührt sein Barett. „Danke für Ihre Hilfe, mein Freund.“
„Merken Sie, wie sehr wir alle damit beschäftigt sind, uns auf die rassistischen Tassen zu konzentrieren? Das ist genau das, was die herrschende Klasse will.“
„Ja, es wäre echt schlimm, wenn wir deswegen in Streit geraten würden. Wäre schade um einen schönen Mittag. Oder Nachmittag? Oder Abend?“ Er sieht sich um, wirkt plötzlich ganz selbstvergessen. „Auf jeden Fall vielen Dank fürs Aushelfen, mein Freund.“
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„Da wäre ich mir nicht so sicher. Aber wie dem auch sei, ich sagte ja schon, dass der Schnüffler dem Boss zufolge kein wohlwollender Boia ist.“ Er berührt sein Barett. „Also danke für Ihre Hilfe.“
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„Call Me Mañana. Ich bin bloß ein einfacher Hafenarbeiter … seit sechs, sieben Jahren.“
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Mañana klingt wie ein mesquisches Wort, aber besonders mesquisch sieht er eigentlich nicht aus.
Den Namen haben ihm ganz sicher nicht seine Eltern gegeben, sondern er sich selbst – wie es Künstler, Kriminelle, Revolutionäre und dergleichen tun. Es ist ein Alias. Ein Nom de Guerre.
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„Ich bin auch keiner. Ich bin Vacholiero. Es sehen aber auch nicht alle Mesquen mesquisch aus, wissen Sie? In der realen Welt sind die Übergänge etwas … fließender. Es ist nicht immer alles so, wie es scheint.“
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- „Ein Name, der seines Trägers würdig ist, mein Freund. Namen sind wichtig.“
- „Er bedeutet ‚Melde dich morgen‘. Und ‚Nenn mich morgen‘.“
- „Ich bin auch keiner. Ich bin Vacholiero. Es sehen aber auch nicht alle Mesquen mesquisch aus, wissen Sie? In der realen Welt sind die Übergänge etwas … fließender. Es ist nicht immer alles so, wie es scheint.“
- „Schon mehr als genug. Aber kommen Sie jetzt bloß nicht auf die Idee, gierig zu werden und mir meinen zu stibitzen.“ Er lächelt fröhlich. „Sie haben Ihren eigenen.“
„Ich würde sagen, einen echten Namen erkennt man daran, dass man von den meisten Leuten so genannt wird.“ Dann fällt ihm etwas ein.