„Mag sein.“ Ehre scheint ihr nicht sonderlich wichtig zu sein. „Aber Slipstream ist mittlerweile Geschichte. Die restlichen Vermögenswerte der Firma haben sich 47 die Gerichtsvollzieher unter die Nägel gerissen.“
Gespräch · Würfelmacherin
Sprecher · 24
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Ein kalter Windstoß fegt durch den Kamin. Die Steine und Mineralien in den Regalen klappern, als seien sie aufgewühlt. Einen Augenblick lang fühlt es sich so an, als befändest du dich außerhalb des Gebäudes und wärst den Elementen ausgesetzt …
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„Haben wir darüber nicht schon gesprochen?“, fragt sie, während durch die Risse in der alten Kaminmauer weiter der Wind hereinpfeift.
„Es liegt daran, dass Sie sich gar nicht im selben Gebäude wie die anderen aufhalten. Strenggenommen sind wir hier nicht im verfluchten Gewerbeblock.“
„Was meinen Sie denn damit?“, fragt sie kopfschüttelnd. „Ich habe doch genau dieselbe Adresse wie die anderen: Rue de Saint-Ghislaine 10.“
Nein. Die alte Kohleaufbereitungsanlage, die hier stand, wurde in das neue Projekt integriert, ihre Ruinen verschluckt – aber im Herzen der Stadt hat sie eine andere Adresse.
„Nein, das hier war eine Kohleaufbereitungsanlage.“ (Du berührst die Sicherheitsrollladen.) „Sie befinden sich im Kamin eines anderen Gebäudes.“
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„Ich verstehe kein Wort.“ Verunsichert blickt sie sich in dem behelfsmäßigen Nest um, das sie sich geschaffen hat.
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„Wollen Sie damit sagen, dass mein Unternehmen wegen einer Formalität verschont geblieben ist? Woher wissen Sie das?“
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Lass nicht zu, dass sie selbstgefällig wird! Sie muss ihre Seele trotzdem vor den bösen Kräften schützen!
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„Genau genommen ist nur Ihre Werkstatt geschützt. Sie sollten trotzdem Maßnahmen ergreifen, um sich selbst zu schützen.“
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Sie lacht los. Mit ihren Fingern versucht sie, sich die Erschöpfung aus dem Gesicht zu reiben.
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„Wissen Sie, was das ist?“ Sie hebt ihre Hand und präsentiert dir ein glänzendes Stück Metall an ihrem Zeigefinger.
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„Es ist ein Trauerring“, antwortet sie. „Den habe ich angefertigt, als meine erste Firma scheiterte. Es war ein kleiner Schmuckladen, genau hier im East-Delta-Gewerbezentrum. Finanziert mit der kleinen Erbschaft, die mir meine Eltern hinterlassen hatten …“
„Ich wirtschaftete ihn innerhalb eines Jahres zugrunde. Ich hatte nichts, was einem umsetzbaren Geschäftsplan ähnlich gesehen hätte.“
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- „Es ist ein Trauerring“, antwortet sie. „Den habe ich angefertigt, als meine erste Firma scheiterte. Es war ein kleiner Schmuckladen, genau hier im East-Delta-Gewerbezentrum. Finanziert mit der kleinen Erbschaft, die mir meine Eltern hinterlassen hatten …“
- „Das ist ein Trauerring“, antwortet sie und übertönt dich. „Den habe ich angefertigt, als meine erste Firma scheiterte. Es war ein kleiner Schmuckladen, genau hier im East-Delta-Gewerbezentrum. Finanziert mit der kleinen Erbschaft, die mir meine Eltern hinterlassen hatten …“
„Sehen Sie? Den Fluch gibt es wirklich! Ich wette, dass Sie diesen kleinen Schmuckladen nicht in den schützenden Tiefen des Kamins betrieben haben.“
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„Nein, Sie haben recht, das habe ich nicht.“ Sie lacht erneut, aber diesmal klingt es schwach und traurig.
„Es ging um mehr als nur den Schmuckladen. Ich dachte immer, die Welt sei eben einfach so. Ich dachte, man müsse es eben so lange versuchen, bis der Erfolg sich einstellt.“
„Und jetzt erzählen Sie mir – was?“ Sie schließt die Augen. „Dass ich keinen Erfolg hatte, weil ich meine kleinen Läden und Unternehmungen nicht von einem Loch in einem verlassenen Kamin aus betrieben habe?“
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„Bezeichnen Sie diesen Raum doch nicht als Loch. Sie haben es sich hier schön und gemütlich gemacht.“
„Ja.“ Sie starrt aus dem Fenster, deine Worte erreichen sie nicht. „Oder ist vielleicht die ganze Welt verflucht? Sie ist so unsicher, durch und durch. Nichts läuft jemals so, wie man es sich vorstellt.“
„Deshalb mögen Menschen Rollenspiele. Man kann sein, wer man will. Man kann einen neuen Versuch wagen. Trotzdem haben selbst Würfelwürfe von Natur aus etwas Brutales.“
„Es ist, als ob mit jedem Würfelwurf etwas verschwindet. Ein alternatives Ende oder eine vollkommen andere Welt …“ Sie nimmt zwei Würfel vom Tisch und begutachtet sie im Licht.
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„Aber sei’s drum … Danke, dass Sie mir Ihre Hypothesen anvertraut haben, Officer.“ Sie schenkt dir ein müdes Lächeln.
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„Ein Glücksbringer? Ein semenesischer Schutztalisman?“
„Mich interessiert nicht, was das ist. Ich bin nur hierhergekommen, um Ihnen zu erklären, warum Sie noch nicht gescheitert sind.“
„Das ist ein Trauerring“, antwortet sie und übertönt dich. „Den habe ich angefertigt, als meine erste Firma scheiterte. Es war ein kleiner Schmuckladen, genau hier im East-Delta-Gewerbezentrum. Finanziert mit der kleinen Erbschaft, die mir meine Eltern hinterlassen hatten …“
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„Ich folge bloß den Gesetzen der Logik – hier drinnen ist es windig. Vermutlich haben Sie die Öffnung des Kamins nicht richtig verschlossen.“ (Du zeigst nach oben.)
„Hmm“, murmelt sie und sieht nach oben. „Sie haben recht. Ich sollte mich mal aufs Dach begeben, sobald kein Schnee mehr liegt.“
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„Noch ist es nur eine Hypothese, aber lassen Sie mich ausreden: Ich glaube, ich weiß, warum Sie mit Ihrer Geschäftsidee nicht gescheitert sind.“
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Vom Ausziehen abgesehen, fällt dir nichts ein, was du hier noch tun könntest. Das Gebäude wird dir keine weiteren Antworten liefern.
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„Entschuldigen Sie bitte, aber was machen Sie denn da?“ Die Würfelmacherin starrt dich an, während du mit deiner Hose zu kämpfen beginnst.
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„Sich in den Geschäftsräumen einer Fremden auszuziehen? Ja, das war eine unglaublich schlechte Idee.“ Sie zittert, als versuche sie, die Situation abzuschütteln.
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„Ich muss für das Verhalten meines Kollegen um Entschuldigung bitten. Er erholt sich noch von einem ungewöhnlichen medizinischen Problem …“
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„Nein, mir ist nicht heiß. Dieser Schornstein ist baufällig und außer Betrieb. Wenn überhaupt, dann ist es hier kalt!“
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„Oh nein, nicht der Reißverschluss.“ Sie rollt mit ihrem Stuhl zum anderen Ende ihres Tisches hinüber und sucht in der Werkzeugkiste nach etwas.