Mittel · Schauder ≥ 4
Rings um euch her umkreist die Luft langsam das Eiland. In ihrem trägen Sog segeln kleine Schwalben und Seemöwen mit schwarzem Schnabel. Alles und jedes – Vogel, Säugetier und Krustentier …
Vor Gedankeneffekten; weitere Dialogbedingungen können gelten.
709 · Stimmen und Dialoge
Rings um euch her umkreist die Luft langsam das Eiland. In ihrem trägen Sog segeln kleine Schwalben und Seemöwen mit schwarzem Schnabel. Alles und jedes – Vogel, Säugetier und Krustentier …
Der Schweiß auf deinem Arm fühlt sich so kalt wie Eis an. Als wärst auch du im Schatten dieser riesigen Statue aus chitinartigem Marmor versteinert.
Alle Straßen werden ihre Schritte vermissen, wenn sie von hier fort ist.
Sie erscheint vor deinem geistigen Auge: der aufgerissene Asphalt und die Ahornblätter, die an deinen Füßen entlangstreifen. Der Schein der über dir hängenden Straßenbeleuchtung; bucklige Schatten, die Einkaufstüten nach Hause tragen. Sie ist hell beleuchtet – die kleine Streichholzschachtel an der Ecke.
Schwarzäugige Hunde streifen durch die Gassen; die knochigen Äste von Apfelbäumen hängen tief über dem rot-schwarzen Flickenteppich aus Dächern. Revachol-West, die Abendsonne – sie ist fort und anderswo erblüht. Weit weg von uns. Weit weg von unserer unergründlichen Seele.
Draußen heult der Wind in der Bucht. Das Gebäude in der Rue de Saint-Ghislaine steht da wie eine Streichholzschachtel. Die Menschen darin sehen wir kleine Streichhölzer aus, die darauf warten, Feuer zu fangen.
Du spürst, wie die Härchen in deinem Nacken sich sträuben, als ob jemand direkt hinter dir stünde.
Eine in Panik geratene Frau klammert sich an den Anhänger an ihrem Hals, bis er einen Abdruck auf ihrer Handfläche hinterlässt. In ein paar Metern Entfernung steht ein Mann wie erstarrt mit einem Schlüssel in der Hand. Irgendwo spinnt eine Spinne ihr Netz.
Das Valley of Dogs – und davor eine vertraute Kuppel, wie ein Marienkäfer ohne Farben. An dem Gebäude gibt es einen Parkplatz, der nur für deinen Wagen bestimmt ist.
Dieses Geräusch. Du fühlst den Wind in deinen Haaren, als führest du bereits – aber wohin?
Eine enge Gasse mit schäbigen Holzhäusern entlang. Hoch über dir windet sich die 8/81-Trasse wie eine Schlange in der Luft. Kinder spielen unter dem Viadukt. Als du vorbeifährst, ziehst du Blicke auf dich …
Die Leiche beherrscht den Hof, und der Gestank ist widerlich, auch so weit vom Epizentrum entfernt. Dir steigen Tränen in die Augen.
Der kleine Hinterhof, Cunos Königreich, wirkt fast idyllisch, wenn kein verwesender Mensch in der Mitte hängt.
Während du durch die Luft segelst, geht Martinaise seinem Alltag nach. Die lauten Stimmen der Protestierenden vermischen sich mit den Motorengeräuschen des Staus; Wellen krachen gegen den Bootssteg, und deine Lungen nehmen die salzige Meeresluft auf.
Und sein De-facto-Herrscher, Cuno der Rotznasenkönig, zeigt auf dich, während er mit seiner Freundin redet. Was sagt er?
Wasser tropft vom Dachvorsprung. Eine Frau betrachtet ihr frisch geteertes Boot. Unter den Fischen in der Kiste liegen Kavalleriestiefel. Und der Wind heult wie ein grausamer Geist …
Draußen im Abendlicht – Schatten, ruinenhaft und alt, die sich auf dem Bürgersteig ausbreiten. Ein Schuss in der Ferne.