Gespräch · Mister Abwärtsspirale
Sprecher · 32
Mister Abwärtsspirale
Du
Mechanik
Auge-Hand-Koordination
Nicht Abigail
Kim Kitsuragi
Rosemary
Wahrnehmung (Sehen)
Schauder
Elektrochemie
Konzeptbildung
Enzyklopädie
Ausdauer
Logik
Innenleben
Gewandtheit
Rhetorik
Willenskraft
Schauspielkunst
Zwielicht
Beherrschung
Schmerzgrenze
Korpsgeist
Körperapparat
Empathie- Entsetzliche Krawatte
Wahrnehmung (Hören)
Autorität
Visuelles Kalkül
Reaktionsvermögen
Suggestion
Wahrnehmung (Riechen)
Wann
„Es ist mir neu, dass du so ein Arschloch bist, Tequila …“ Er nimmt einen langsamen, niedergeschlagenen Schluck aus der Flasche und sieht dann zur Bucht hinaus, in Richtung der Wolkenkratzer von La Delta.
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„Tequila, ich habe lange Zeit über die Abfolge dieser Ereignisse nachgedacht. Wenn da noch was gewesen wäre, wäre es mir inzwischen eingefallen.“
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„Ach, irgendwann kamen die zu mir, aber, na ja, ich hatte keinen Ausweis dabei – also haben sie mich zwei Tage lang im Gefängnis schmoren lassen …“
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„Ich kann nicht behaupten, dass das mein Vertrauen in die BMR gestärkt hat. Nichts für ungut, meine Herren.“ Er schüttelt den Kopf.
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„Es gibt da eine schwarze Stelle in der Welt, ein Loch. Es hat schon von einem ganzen Gewerbeblock Besitz ergriffen. Vielleicht bist du ein weiteres seiner Opfer?“
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„Das würde so einiges erklären. Ich habe mir nie die Schuld gegeben, dass ich jetzt ein Obdachloser bin, der mit diesen zwei Pennern hier am Strand haust.“ Er betrachtet seine Partner mit einem Hauch von Traurigkeit.
„Aber ich bin froh, sie zu haben. Ohne sie wäre ich allein. Na jedenfalls, mehr Geschichte gibt’s für eine Flasche nicht.“ Sein Blick wandert zur Flasche. „Die hier ist fast leer …“
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„Ich auch nicht, Tequila. Als mir meine Schlüssel abhandengekommen sind, habe ich mehr als nur den Zugang zu meiner Wohnung verloren. Ich habe auch meinen Einfluss auf die Menschheit verloren. Ich war kein hochkonzeptueller Kreativdirektor mehr, sondern nur ein obdachloses Arschloch in einem erstklassigen Lickra(TM)-Trainingsanzug von Sansarique.“
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„Du kannst dir nicht vorstellen, wie einem das aufs Selbstvertrauen schlägt.“ Sein Blick wandert zur Flasche. „Na jedenfalls, mehr Geschichte gibt’s für eine Flasche nicht. Die hier ist fast leer …“
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„Das kannst du laut sagen. In diesem Augenblick war die Realität ziemlich finster – während eines heftigen Regengusses lag ich mit dem Arsch in einer Schlammgrube. Aber wenn das Leben mich zu Boden geworfen hat, bin ich immer wieder aufgestanden …“
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„Wie auch immer. Der Punkt war der: In diesem Augenblick war die Realität ziemlich finster – während eines heftigen Regengusses lag ich mit dem Arsch in einer Schlammgrube. Aber wenn das Leben mich zu Boden geworfen hat, bin ich immer wieder aufgestanden …“
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„Nass, okay? Es hat wirklich wie aus Kübeln geschüttet.“ Ein Anflug von Hohn schwingt in seiner Stimme mit.
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„Zweiundzwanzig Angestellte in Vollzeit. Alles Superstars. Ein potentiell historisches Team von Leuten. Oft war ich bis in die frühen Morgenstunden wach, weil ich mir so viele Gedanken um sie machte.“
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„Ja. Mit meinem Sansarique-Trainingsanzug hatte ich das Gefühl, mir läge die Welt zu Füßen …“
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„Du willst also nicht nur die gleiche Geschichte noch mal hören? Okay, okay. Hm.“ Er wirkt überrascht.
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„Mein ausgetrockneter Mund hält meine Zunge gefangen.“ Er zuckt dramatisch mit den Schultern.
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„Dann sehen wir uns wieder, wenn du was besorgt hast. Par exemple“, er breitet dramatisch die Arme aus, „verkauft mein guter Freund Rosemary hier alle möglichen Sachen.“
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„Zeig mal her …“ Er nimmt dir die Flasche ab und inspiziert sie. „Ach, wirklich hochkonzeptuell, danke.“
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„Mann, du nimmst mich total aus. Ich will dir nichts mehr geben.“ (Du gibst ihm jetzt nichts.)
„Mann, ich hab dir doch schon was gegeben. So geht das nicht weiter.“ (Du gibst ihm jetzt nichts.)
„Aber ich will dir von meinem schönen Alkohol nichts abgeben. Der gehört mir!“ (Du gibst ihm jetzt nichts.)
„Aber ich will dir von meinem Alkohol nichts abgeben … Ich könnte ihn noch gebrauchen.“ (Du gibst ihm jetzt nichts.)
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„Wenn das so ist, dann bin ich auch kein Geschichtenerzähler.“ Er verschränkt die Beine und richtet seinen Blick auf den Boden.
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„Mit trockenem Mund kann man nicht gut Geschichten erzählen.“
„Dann kann ich auch keine Geschichten mehr erzählen.“
„Wie du meinst.“
„Das kann ja gut sein, aber wenn ich dich so ansehe, bin ich mir sicher, dass ich ihn noch mehr brauche.“
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„Erste Sahne.“ Er nimmt dir die Flasche ab und drückt den Korken durch den Hals in die Flasche hinein.
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Er hält dir seine Handfläche entgegen, als ob er dich wieder dorthin vertreiben will, woher du gekommen bist. „Neeneenee, entgegen der landläufigen Meinung ist mir mein Leben ganz lieb.“
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„Nichts Besonderes, aber es genügt …“ Er schnappt dir die Flasche weg und entfernt sofort den Korken.
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„Ich habe dir Alk mitgebracht. Erzählst du mir jetzt, wie du zu deinem Namen gekommen bist?“
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„Tequila Sunset? Ja, Tequila Sunset ist mir lieber. Das ist mein Nom de Guerre!“
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„Vielleicht?“ Er trinkt einen Schluck von seinem Bier. „Du siehst aus, als ob du wissen willst, wie Tequila Sunset zustande kam. Du siehst aus, als ob du die Geschichte hören willst.“
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„Hmhm. Erst will ich meine Stimmbänder etwas anfeuchten …“ Er nimmt einen kräftigen Schluck und fängt dann an: „Letzten Freitag kam Tequila Sunset nach Martinaise. Und mit Tequila Sunset meine ich dich – den Mann, den Mythos.“
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„Ich war aber nicht allein. Da waren auch Kollegen …“
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„Hey, seien wir nicht voreilig. Das ist deine Geschichte. Hör auf, mich zu unterbrechen.“ Er nimmt einen weiteren Schluck und fährt dann fort.
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„Du bist Freitag hier angekommen, um einen Fall zu lösen – in der Hoffnung, dass der frühe Vogel den Wurm fängt. Und mit ‚dem Wurm‘ meine ich ‚den Rausch‘. Denn soweit ich weiß, hast du nichts gemacht, außer dich vollzulöten …“
„Der Gerüchteküche zufolge bist du im hiesigen Hostel rumgelaufen und hast den Leuten erzählt, dass du ein Polizist wärst – und dass es echt krank wäre, wenn du dir vor ihren Augen eine Kugel durch den Kopf jagen würdest. Das ist ziemlich hochkonzeptuell, wenn du mich fragst.“