Gespräch · Beherrschung
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„Ja, wo ist er denn?“ Anspannung macht sich in ihm breit. „Ich hoffe mal, dass er keine lähmende Arthritis hat. Oder Nierensteine. Er kann doch noch immer rauskommen, um mit Kugeln zu spielen und in den Kopf geschossen zu bekommen, oder?“
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„Hehe, natürlich nicht.“ Er scheint ein wenig erleichtert. „Hoffentlich hat er höllische Schmerzen. Hoffentlich schwitzt er Blut. Muss die reinste Tortur für ihn sein – seine Kugeln eine ganze Woche lang nicht schmeißen zu können …“
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- „Hehe, ja, gerne …“ Er murmelt in sich hinein: „Scheidet bestimmt einen Nierenstein aus. Der soll ihm ordentlich weh tun. Wenigstens kann er seine Kugeln nicht schmeißen …“
- „Hehe, natürlich nicht.“ Er scheint ein wenig erleichtert. „Hoffentlich hat er höllische Schmerzen. Hoffentlich schwitzt er Blut. Muss die reinste Tortur für ihn sein – seine Kugeln eine ganze Woche lang nicht schmeißen zu können …“
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Er erinnert ihn an sich selbst. Derselbe Hass. Dieselbe … Du suchst nach einer weiteren Gemeinsamkeit, aber nein – du findest nur den Hass.
Sie haben im gleichen Krieg gekämpft. Irgendwo im Westen, in Coal City, liegt sein Feind in einem dunklen Raum auf einer Metallbahre. In L’Ossuaire Municipal, wo auch er selbst hinkommen wird. Bald. Zwischen diesen Männern ist der halbe Krieg geschlagen.
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Mit aufgebrachten Schritten läuft Satellite-Officer Jean-Heron Vicquemare den Anleger auf und ab, zweiundzwanzig Kilometer östlich – in Martinaise. Er fragt: „Was braucht der denn da so lange?“
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„Ermittlungsarbeit?“, antwortet Patrol Officer Judit Minot mit einem Hauch von Hoffnung in der Stimme. Dabei klingt auch Wärme an, gegen die kalte Luft, die vom Wasser kommt …
Sie denkt sich: Er ist betrunken. Und wir alle wissen es. Trotzdem versucht sie, es in einem wohlwollenden Licht zu sehen …
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„Hehe, ja, gerne …“ Er murmelt in sich hinein: „Scheidet bestimmt einen Nierenstein aus. Der soll ihm ordentlich weh tun. Wenigstens kann er seine Kugeln nicht schmeißen …“
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„Ich habe zu lange gewartet …“ Der alte Kommunarde sieht dich mit zitternden Brombeeraugen an – ungläubig. „Ich habe zu lange gewartet, und jetzt ist er tot.“
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- „Nein, das tust du nicht! Er würde nie so lange wegbleiben …“ Der alte Kommunist sieht dich an – seine Brombeeraugen zittern ungläubig. „Ich habe zu lange gewartet … Ich habe zu lange gewartet, und jetzt ist er tot.“
- „Ich habe zu lange gewartet …“ Der alte Kommunarde sieht dich mit zitternden Brombeeraugen an – ungläubig. „Ich habe zu lange gewartet, und jetzt ist er tot.“
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„Es tut mir leid, Herr Dros“, sagt der Lieutenant sanft. „Soweit ich weiß, haben Sie ihn lange gekannt.“
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Wenn er ihn wirklich so gerne umgebracht hätte, dann hätte er es auch getan. Auf diesen Inseln muss es tausend schwarze Tage gegeben haben, bei seiner sich verschlechternden Gesundheit.
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„Und ich habe sie alle vermasselt. Aber was macht das jetzt noch für einen Unterschied? Er ist fort. Uralter Staub.“
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Er hat ihn an sich selbst erinnert. Derselbe Hass. Dieselbe … Du suchst nach einer weiteren Gemeinsamkeit, aber, nein – du findest nur den Hass.
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„Glaubst du, ich habe noch nie jemanden sterben sehen? Mehr machen die Leute doch nicht. Ficken und sterben – so wie all die anderen Pläne, die wir vielleicht mal gehabt haben. Zu lieben. Das Grau zu besiedeln. Alles im Arsch …“
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Es geht ihm nicht gut. Es ist ein weiterer schwarzer Tag in einer ganzen Reihe schwarzer Tage – etwas Merkwürdiges hält ihn zusammen, lässt ihn alles ertragen …
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… Eine Idee. Die ihm von Erwachsenen, Funktürmen und Flugblättern in den schönsten Lettern erzählt wurde, als er noch ein Jugendlicher war: Alles ist möglich. Wenn wir kämpfen.
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„Alle Menschen bedeuten einander etwas.“ Ein kleiner Wutblitz. „Mir war wichtig … seinen Kopf explodieren zu sehen. Und jetzt … Herrje, verflucht sei diese Welt.“
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„Fick dich …“, sagt der alte Kommunarde – dabei auf den Boden blickend – offenbar zur Insel, auf der ihr euch befindet.
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„Nein, das tust du nicht! Er würde nie so lange wegbleiben …“ Der alte Kommunist sieht dich an – seine Brombeeraugen zittern ungläubig. „Ich habe zu lange gewartet … Ich habe zu lange gewartet, und jetzt ist er tot.“
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„Steroide und Rundfunksendungen …“ Seine Stimme verliert sich zu einem niedergeschlagenen Plappern. „Wahrscheinlich hat Revachol 98 AM den Lump verstrahlt, der Sender ist der schlimmste …“
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„Was ich von dem halte? Glaubst du, der reiche Mann hat zu dieser Idiotie eine Meinung? Ist der reiche Mann im Rundfunk und sagt dir seine Meinung?“
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„Nein“, antwortet er an deiner Statt. „Der reiche Mann schaut sich Immobilien an und befummelt seine Kinder. Watet durch die Leichen …“
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Ha, stimmt, aber er war da. Warum sollte er dagewesen sein, wenn du keine Meinung haben darfst?!
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- „Und warum war er dann überhaupt da?“
- „Sie haben recht. Auch ich bin ein vernünftiger Moralist, der sich von Schädelmesser nicht beeindrucken lässt.“
- „Also, ich habe da schon eine Meinung über Schädelmesser, die die Leute auch zu hören bekommen sollten. Und es ist keine gute.“
- „Ist Ihnen aufgefallen, dass er gar nicht …“ (Du zeigt grob in Richtung deines Gesichts.)
- „Übrigens habe ich seine Weltanschauung verinnerlicht.“
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„Um an der Rassenfrage herumzugrübeln … Ihr Affen von der Moralintern sprecht auf Kanal 4 immer weiter darüber. Helft der herrschenden Klasse mit dieser Albernheit dabei, mit ihrem Schwindel durchzukommen.“
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„Glaubst du, der reiche Mann schert sich um deine kleinen Rassenspiele? Er beherrscht die ganze Welt. Und er lacht über deine moralischen Monologe.“ Er starrt in die tote Glut.
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- „Der reiche Mann schert sich nicht um Teints. Er beherrscht die Welt. Und er lacht über eure moralischen Monologe.“ Er starrt in die tote Glut.
- „… und deinen Rassenmüll. Den kannst du auch behalten und für den reichen Mann immer weiter auf Kanal 4 davon reden, um die Solidarität innerhalb der Arbeiterklasse zu untergraben.“ Er starrt in die tote Glut.
- „Und er hat dich hiergelassen.“ Er deutet auf dein aufgeschwemmtes Gesicht. „Der reiche Mann herrscht über dich und die Welt. Und er lacht über deine Hampelei.“ Er starrt in die tote Glut.
- „Glaubst du, der reiche Mann schert sich um deine kleinen Rassenspiele? Er beherrscht die ganze Welt. Und er lacht über deine moralischen Monologe.“ Er starrt in die tote Glut.
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„Reden wir mal kurz im Ernst darüber. Das hier ist die echte Welt – und in der spielt es eine Rolle, ob die eigene Haut eine bestimmte Farbe hat und man bestimmte Dinge sagt.“
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„Die echte Welt habe ich gesehen. Im Jahr 06. Die Flaggen, die entrollt wurden. Die jungen Leute, die marschierten und nett zueinander waren. Sie haben von einer Million Jahren in den Sternen geträumt. Aber das hier“, er schaut auf die Asche hinab, „ist das lauernde Grau.“
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„Das Ende.“ Er nickt. „Das Grau wird das alles hier verschlingen. Das Wasser, den Himmel, die Stadt. Schon bald. Hier muss man nicht mehr ernst sein.“ Er schüttelt den Kopf. „Wir sind schon so gut wie weg.“
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„Sie haben recht. Auch ich bin ein vernünftiger Moralist, der sich von Schädelmesser nicht beeindrucken lässt.“
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„Komisch, dass du immer wieder damit kommst. Diese Rassenthemen üben eine nie enden wollende Faszination auf euch Moralisten aus. Ihr helft der herrschenden Klasse dabei, mit ihrem Schwindel durchzukommen.“
„Der reiche Mann schert sich nicht um Teints. Er beherrscht die Welt. Und er lacht über eure moralischen Monologe.“ Er starrt in die tote Glut.
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- „Komisch, dass du immer wieder damit kommst. Diese Rassenthemen üben eine nie enden wollende Faszination auf euch Moralisten aus. Ihr helft der herrschenden Klasse dabei, mit ihrem Schwindel durchzukommen.“
- „Ihr Moralisten seid doch alle Kryptofaschisten. Diese reißerischen Rassenthemen üben eine nie enden wollende Faszination auf euch aus. Ihr helft der herrschenden Klasse dabei, mit ihrem Schwindel durchzukommen, und redet auf Kanal 4 immerzu weiter von diesem hirnverbrannten Zeug.“
„Also, ich habe da schon eine Meinung über Schädelmesser, die die Leute auch zu hören bekommen sollten. Und es ist keine gute.“
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„Ihr Moralisten seid doch alle Kryptofaschisten. Diese reißerischen Rassenthemen üben eine nie enden wollende Faszination auf euch aus. Ihr helft der herrschenden Klasse dabei, mit ihrem Schwindel durchzukommen, und redet auf Kanal 4 immerzu weiter von diesem hirnverbrannten Zeug.“