Alternative Zeilen · 1
„Für VIA-Chips in einer Mikroschaltung?“
„Für VIA-Chips in einer Mikroschaltung?“
„Ich stehe Ihnen voll und ganz zur Verfügung. Wir müssen verhindern, dass die Lage außer Kontrolle gerät.“
„Es tut mir leid, dass ich Ihnen schlechte Nachrichten überbringen musste. Wenn ich noch anderweitig behilflich sein kann, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.“
„Nein, nein, nein – wir müssen unbedingt jetzt über diese Sache sprechen. Wir dürfen keine Zeit verlieren. Ich sage nur ‚Blutbad‘.“
„Nicht viel. Das Unternehmen genießt einen relativ guten Ruf – jedenfalls für einen privaten Sicherheitsdienstleister. Ich glaube, früher hieß es … Downwell.“
„Die Liste der Kunden ist lang und kann sich sehen lassen: Saint-Batiste, Welchman-Lorentz, Eendracht … Aber es ist alarmierend, dass all diese Operationen in Ländern der Dritten oder Vierten Welt stattfinden. Die Firma bewacht Einrichtungen, stellt Begleitschutz und so weiter.“
„Ja, und zwar in allen guten Konfliktkorridoren: in Supramundi, Yeesut, auf den Semeninen. In Ländern, die nicht unbedingt dafür bekannt sind, dass sie auf ihrem Boden begangene Kriegsverbrechen melden.“
„Klingt so, als habe sich der Colonel in Erfüllung seiner Pflicht ein bisschen den örtlichen Gepflogenheiten angepasst.“
„Woran stoßen Sie sich? Dass ich gesagt habe, er habe sich den örtlichen Gepflogenheiten angepasst?“
Du spürst, dass es eine gute Entgegnung darauf gibt, aber sie will dir nicht einfallen. Weitermachen.
„Es klingt, als stießen Sie sich mehr an dem Ausdruck ‚den örtlichen Gepflogenheiten angepasst‘ als an dem Umstand, dass er hier Menschen vergewaltigt und umgebracht hat.“
„Da ziehen Sie die Grenze? Bei ‚den örtlichen Gepflogenheiten angepasst‘? Nicht beim Anheuern einer paramilitärischen Todesschwadron?“
„‚Paramilitärische Todesschwadron‘ klingt ein bisschen hart.“ Sie bleibt ruhig: „Aber ja – wäre es nach mir gegangen, hätte ich sie wenigstens gründlicher überprüfen lassen.“
Du hättest sie in die Enge treiben sollen. Vielleicht wäre so etwas aus ihr herauszubekommen gewesen …
„Okay. Wissen Sie noch mehr über die Firma?“
„Leider nicht. Vor diesen Ereignissen habe ich mich nicht besonders für sie interessiert. Jetzt schon – aber mir fehlen die Ressourcen.“ Sie denkt nach.
„Wenn Sie noch Zugriff auf die Datenbank der IKP haben, könnten Sie eine gründlichere Hintergrundüberprüfung durchführen, als es mir je möglich wäre. Allerdings könnte das etwas Zeit in Anspruch nehmen …“ Sie denkt nach.
„In meiner Branche zahlt es sich aus, Nachforschungen anzustellen. Ich war auf Kontakt mit der BMR vorbereitet. Ich dachte nicht, dass ich es mit einer Gruppe wie Krenel zu tun bekäme.“
„Das habe ich. Und das Unternehmen wird sie abziehen. Allerdings dauert es seine Zeit, bis diese Befehle eine praktisch abtrünnige Einheit erreichen, die hier im Einsatz ist. Bis dahin – sind wir auf uns allein gestellt.“
Sie sagt die Wahrheit. Sie übt so viel Druck auf Wild Pines aus, wie sie kann.
„Ach, stimmt, Ihr gesundheitliches Problem. Die Internationale Kooperationspolizei verfügt für solche Dinge über eine Datenbank. Vielleicht sollten Sie mal einen Blick hineinwerfen. Es ist bloß ein Vorschlag.“
„Vielleicht besteht die Vereinbarung nicht mehr … Entschuldigen Sie bitte, es steht mir nicht zu, mich da einzumischen. Wenn die Vereinbarung noch besteht, sollten Sie das zu Ihrem Vorteil nutzen. Es ist bloß ein Vorschlag.“
Die Internationale Kooperationspolizei (IKP) koordiniert die polizeilichen Aktivitäten in komplexen multinationalen Ermittlungen. Ihre Datenbank ist die größte Informationsquelle der Welt.
„Sie sind sozusagen abgetaucht. Ich rate Ihnen davon ab, nach ihnen zu suchen.“ Sie stellt ihren Fuß auf das Seil der Reling, um das Gleichgewicht zu halten. „Vor allem sind sie höchstwahrscheinlich bis an die Zähne bewaffnet.“
„Sie sind sozusagen abgetaucht. Ich rate Ihnen davon ab, nach ihnen zu suchen.“ Sie hebt warnend einen Finger. „Vor allem sind sie vermutlich bis an die Zähne bewaffnet …“
„Sie bringen der Bürgermiliz Revachol nicht so viel Respekt entgegen wie ich. Um es ganz offen zu sagen: Sie halten Sie für Vigilanten, für Wilde aus dem Ghetto. Das wäre kein fruchtbares Aufeinandertreffen.“
Vigilanten? Du bist ein hervorragend ausgebildeter Officer der einzigen rechtmäßigen Polizeibehörde in Revachol.
„Das ist eine schlechte Idee, mit der ich nichts zu schaffen haben möchte.“ Sie schüttelt energisch den Kopf.
„Okay, wir halten uns vorerst von ihnen fern.“
„Eine kluge Entscheidung“, sagt sie und nickt. „Unser Ziel ist es, eine Katastrophe zu verhindern. Außerdem“, seufzt sie, „werden Sie ihnen früher oder später vermutlich ohnehin begegnen.“
Einer ist offensichtlich der Anführer der Streikbrecher – an den Hafentoren. Der Kerl, der die idiotischen Parolen brüllt. Er hält seine Maskerade nicht besonders gut aufrecht.
Die andere Söldnerin hat einen Beobachtungspunkt in einem Gebäude südlich des Kreisverkehrs bezogen – die beiden haben dich im Auge behalten, während du die Lastwagenfahrer befragt hast.
„Die Frau hält sich vermutlich in einem Gebäude auf, von dem aus sich der Kreisverkehr überblicken lässt.“
„Das wäre ein guter Beobachtungspunkt“, sagt sie. „Auf alle Fälle ist es praktisch unzugänglich.“
„Wo ist das Funkgerät, mit dem Sie die Söldner kontaktieren, wenn ich fragen darf? Haben Sie einen Knopf im Ohr?“