Gespräch · Mister Abwärtsspirale
Sprecher · 32
Mister Abwärtsspirale
Du
Mechanik
Auge-Hand-Koordination
Nicht Abigail
Kim Kitsuragi
Rosemary
Wahrnehmung (Sehen)
Schauder
Elektrochemie
Konzeptbildung
Enzyklopädie
Ausdauer
Logik
Innenleben
Gewandtheit
Rhetorik
Willenskraft
Schauspielkunst
Zwielicht
Beherrschung
Schmerzgrenze
Korpsgeist
Körperapparat
Empathie- Entsetzliche Krawatte
Wahrnehmung (Hören)
Autorität
Visuelles Kalkül
Reaktionsvermögen
Suggestion
Wahrnehmung (Riechen)
Wann
„Hey, Abby!“, ruft er dem vor sich hinmurmelnden Säufer neben sich zu. „HEY, ABBY!“
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„Unterschreib mal hier dieses Dokument.“ Er wedelt dem Mann mit Stift und Papier vor dem Gesicht herum. „Das ist wichtig.“
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„Nicht anrufen …“ Seine zitternde Hand findet das Dokument. Er legt es sich aufs Knie und fängt an, langsam zu schreiben. Weil seine Hände so zittern, ist seine Schrift fast unleserlich.
„Nüsch Abhiquäl?“ Sein Freund schnappt sich das Dokument und bewundert es. „Gute Arbeit, Abby. Reife Leistung.“ Er gibt es dir zurück.
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„Ich hab’ einen kostenlos gekriegt, als ich ’ne ganze Stange Zigaretten gekauft hab’.“ Er holt einen weißen Stift mit braunen Logos hervor. „Zigaretten rauchen und ’nen Gratisstift kriegen. Besser geht’s nicht.“
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„Danke, Rosie.“ Er nimmt sich den Stift und das Papier und kritzelt neben Liliennes Unterschrift sehr sorgfältig auf die gepunktete Linie: ‚Mister Abwärtsspirale‘.
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„Danke, Rosie.“ Er nimmt sich den Stift und das Papier und kritzelt sehr sorgfältig auf die gepunktete Linie: ‚Mister Abwärtsspirale‘.
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„Aha … Eine Geschichte, bei der es um Martinaise und seine Vergangenheit geht.“ Er nimmt einen Schluck und gurgelt zur Vorbereitung damit.
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„Ich habe sie noch nirgendwo anders gehört … Wenn ich ehrlich bin, hielt ich sie erst für einen Scherz. Aber ich bin jetzt seit acht, neun Monaten an der Küste, und in der Zeit habe ich mindestens drei Expeditionen hier gesehen, die auf der Suche nach etwas waren.“
Irgendwo hinter dem Schilf, in der Nähe eines verlassenen Bauplatzes, versinkt eine Schaufel im Sand. Argwöhnisch blicken die jungen Männer hinter sich. In der plötzlichen Stille klingen die von ihrem Graben verursachten Geräusche laut.
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„Alle möglichen Expeditionen. Ich habe schon Archäologen, Gangster und sogar irgendwelche Typen von Werbeagenturen gesehen. Ich sage es dir, Tequila – dieses Ding hat auf bestimmte Leute eine magnetische Wirkung.“
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„Manche dieser Expeditionen kommen nach einer Woche oder so zurück, ausgezehrt und niedergeschlagen. Andere kommen gar nicht wieder …“
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„Als ich zum ersten Mal eine dieser Expeditionen sah, hielt ich es für Verarsche. Das konnte unmöglich wahr sein. Sogar für mich war es einfach zu hochkonzeptuell …“
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„Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, ob ich dir diese Geschichte wirklich erzählen sollte. Du bist gerade psychisch angeknackst. Vielleicht kommst du nicht damit klar.“
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„Na schön, ich erzähle sie dir. Aber sei gewarnt, sie ist ziemlich abgefahren.“ Geheimnistuerisch kneift er die Augen zusammen. „Unsere Geschichte beginnt in einem legendären Designstudio, hier in Martinaise …“
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„Es gab dort einen Designer. Sein genauer Name ist uns nicht bekannt, aber zu Lebzeiten war er eine Legende. Er kam in Oranje groß raus, wo er Pionierarbeit zu Groteskschriften, also serifenloser Typographie leistete. Er war ein verdammtes Genie, Mann …“
Er nimmt einen kräftigen Schluck, wischt sich den Mund ab und fährt dann fort. „Also, falls es ihn wirklich gegeben hat. Denn wer weiß? Schließlich ist es eine Großstadtlegende …“
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Es hat ihn wirklich gegeben. Du spürst es tief in deinen Basalganglien. Er war so echt, wie du es bist …
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„Jedenfalls hat er sich irgendwann später hier in Martinaise ein eigenes Studio aufgebaut. Und dann fing er an, an wirklich wilden Sachen zu arbeiten. Ich rede hier von einer fortschrittlichen Designsprache, die so glatt war wie Glas – die Art von Sprache, die das Designverständnis des Status quo völlig über den Haufen werfen würde.“
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„Aber dann änderte sich was. Es ist ja allgemein bekannt, dass Schnee und wegbereitendes Graphikdesign Hand in Hand gehen …“
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„Du weißt schon, Tequila.“ Er tippt sich zweimal an die Nase. „Schnee. Sternenstaub. Weißes Gold!“
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Man nennt es auch ‚Irmalanisches Gold‘, nach dem Plateau, auf dem der Großteil des weltweiten Vorrats angebaut und geerntet wird, meist mit Hilfe von Sklavenarbeit …
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- Und dann gibt es noch ein paar banalere Namen: Koks, natürlich, Puder, Persil. Alles, was weiß ist, funktioniert mehr oder weniger.
- „‚Graf K‘, weil es im letzten Jahrhundert in Adelskreisen so beliebt war …“
- Weiter
- Und dann gibt es noch ein paar banalere Namen: Koks, natürlich, Puder, Persil. Alles, was weiß ist, bringt es mehr oder weniger rüber.
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„Mann ey, ja, Tequila! Du weißt genau, wovon ich rede.“ Er gibt dir einen kameradschaftlichen Klaps auf die Schulter, und ein paar Milliliter Alkohol schwappen aus seiner Flasche.
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„Das leuchtet mir ein. Ich brauche auch so einige Substanzen, um meine Arbeit auf hohem Niveau auszuführen.“
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„Das überrascht mich nicht. Viele Männer tun sich schwer damit, ohne Koks das geniale Niveau zu erreichen.“
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„Eins musst du verstehen … Die Arbeit, die dieser Typ machte, war derart hochkonzeptuell, dass normale Mengen an Kokain einfach nicht genügten. Gegen Ende wurde es dann mit Lastwagen herbeigekarrt.“
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„Wie du dir vielleicht vorstellen kannst, ist es für einen durchschnittlichen Menschen nicht gesund, solche Mengen an Kokain zu schnupfen. Stimmt’s?“
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„Hey, Tequila, jetzt pass auf! Laut der Geschichte war er eines Tages bis über beide Ohren in einen Auftrag vertieft, von dem er dachte, dass es seine Pièce de Résistance sein würde. Eine Anzeige, die so minimalistisch war, dass sie weder Text noch Abbildungen enthielt. Sie war einfach nur … weiß …“
„Anscheinend war die Idee selbst für dieses Genie zu hochkonzeptuell. Bevor er sie fertigstellen konnte, ist er an seinem Schreibtisch tot umgefallen. Dies sollen seine letzten Worte gewesen sein: „Sie ist so weiß wie ein Schneesturm … aus Kokain!“
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„Das war aber noch nicht das Ende der Geschichte. Angeblich hat der Rechtsmediziner während der Leichenschau fast ein Viertelkilo Koks in seiner Nasenhöhle aufgefunden.“